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Ärzteschaft

Bundesärztekammer für Aufbau nationaler Arzneimittelreserve

Montag, 15. Juli 2019

/dpa

Düsseldorf – Angesichts immer häufiger auftretender Engpässe bei Arzneimitteln hat sich der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Klaus Reinhardt, für den Aufbau von nationalen Arzneimitteldepots für ausgewählte Medikamente ausgesprochen.

„Für relevante Medikamente sollte man eine nationale Arzneimittelreserve aufbauen, um die Versorgung der Bevölkerung jederzeit gewährleisten zu können“, sagte der BÄK-Chef der Rheinischen Post. Welche Medikamente die Allgemeinheit in welchem Umfang vorhalten sollte, könnten zum Beispiel Krankenversicherungen, Ärzte, Politik und Pharmaindustrie gemeinsam festlegen.

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Reinhardt betonte, das Problem der Arzneimittelknappheit werde immer größer. In den vergangenen Jahren habe man immer wieder Engpässe in relevantem Ausmaß erlebt. „Im Juli lagen dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte 226 Meldun­gen für eingeschränkte Verfügbarkeit oder für einen Lieferengpass vor“, sagte er.

Engpässe gebe es zum Beispiel bei antibiotischen Substanzen und bei Bluthoch­druck­präparaten, bei denen es vielfach Qualitätsprobleme gebe, weil sie außerhalb Europas unter völlig anderen Standards als unseren hergestellt würden. Probleme mit der Ver­fügbarkeit gibt es auch immer wieder bei Impfstoffen.

Die bayerische SPD-Abgeordnete Ruth Müller regte heute an, eine gesetzliche Melde­pflicht bei absehbaren Engpässen einzuführen. Der Bayerische Apothekenverband habe erklärt, dass Apotheker in Europa im Schnitt 5,6 Stunden pro Woche damit ver­bringen würden, sich um Lieferengpässe zu kümmern. „Das kann es nicht sein“, sagte sie.

Müller verwies auch auf eine Antwort der Staatsregierung in Bayern auf eine Anfrage. Diese zeige, dass sich die meisten Lieferengpässe auf Antibiotika, Anästhetika, Krebs­medikamente und Impfstoffe bezögen. Ursachen dafür seien vielfach Produktionsver­zö­gerun­gen im Ausland – vor allem in China und Indien – sowie die globale Preis­politik.

„Um Lieferengpässen vorzubeugen, müssen hier Vorkehrungen geschaffen werden“, sagte Müller. Die Staatsregierung müsse genau darlegen, wo und in welchen Kran­ken­­­häusern Lieferengpässe aufträten. Darüber hinaus müsse sie eine gesetzliche Mel­depflicht einführen, damit das Ausmaß deutlich und der Handlungsdruck verschärft werde. © kna/aerzteblatt.de

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