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Politik

Spahn bestätigt Kabinettsbefassung mit Impfpflicht für Masern

Montag, 15. Juli 2019

/dpa

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat bestätigt, dass sich das Bundeskabinett übermorgen mit der Impfpflicht für Masern befassen will. Im der Be­grün­dung zum Kabinettsentwurf hat das Ministerium Präzisierungen ergänzt.

Unter dem Aspekt Gemeinschaftseinrichtungen seien auch „Einrichtungen zur ge­mein­­schaftlichen Unterbringung von Asylbewerbern, vollziehbar Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern“ zusammengefasst, heißt es im Kabinettsentwurf. Explizit erwähnt sind neben Schulen und Kindertageseinrichtungen nun auch die „erlaubnispflichtige Kindertagespflege“.

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Er wolle möglichst alle Kinder vor einer Masernansteckung schützen, sagte Spahn der Bild. „Wer sich oder seine Kinder nicht impfen lässt, gefährdet eben nicht nur sich selbst, sondern in einer offenen Gesellschaft auch andere“, so der Minister.

Bundeskabinett will Masernimpfpflicht beschließen

Berlin – Das Masernschutzgesetz soll am kommenden Mittwoch (17. Juli) vom Bundeskabinett verabschiedet werden. Das geht aus Unterlagen hervor, die dem Deutschen Ärzteblatt vorliegen. Damit hält Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) ungeachtet zuletzt geäußerter Kritik an einer verpflichtenden Masernimpfung für Gesundheitsberufe, Personal in Schulen und Kindertageseinrichtungen fest [...]

Bis zum Juli 2021 muss der Nachweis für die Impfung der Kinder in den entsprechen­den Einrichtungen erbracht werden. Gleiches gelte für die Mitarbeiter in Schulen, Kitas und Flüchtlingsheimen. Ein neu ankommender Asylbewerber müsse den Nachweis bis vier Wochen nach seiner Ankunft erbringen. Wer sich der Impfpflicht widersetze, solle ein Bußgeld von 2.500 Euro zahlen müssen.

Der Entwurf sieht außerdem laut Bild vor, den Impfschutz bei Tetanus, Diphtherie und Keuch­husten zu erhöhen. „Daher soll der Öffentliche Gesundheitsdienst künftig wieder als freiwilliges Angebot für Kinder und ihre Eltern mehr Reihenimpfungen in Schulen durchführen. Krankenkassen sollen das mitfinanzieren“, sagte Spahn. © afp/aerzteblatt.de

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Rosenkohl
am Montag, 15. Juli 2019, 17:46

Unter Zwang ist Nutzen einer Impfung genau gering wie das Risiko

An der "Offenheit" der deutschen Gesellschaft interssiert Jens Spahn nur, wie daraus Ängste schürbar sind.

Mit Impfungen ist ein reales Nebenwirkungsrisiko verbunden. Die Größenordnung des Risikos bleibender Schäden durch eine Masernimpfung wird auf ca. 1:1 Million geschätzt.

Dagegen wird das Risiko bleibender Schäden durch Masernerkrankung auf 1:1.000 geschätzt, also zwar 1.000-mal häufiger als durch Impfungen. Allerdings werden jährlich 1,5 Millionen Dosen MMR verabreicht, 1.500-mal mehr als die im
durchschnittlich nur 1.000 Masernerkrankungen pro Jahr.

DIe von Jens Spahn geäußerte Unterstellung ist kaum zu überbieten, Eltern wollten ihre Kinder oder andere gefährden.

In einer offenen liberalen Gesellschaft pendeln sich Impfquote und Erkrankungszahl durch Marktmechanismen von Angebot und Nachfrage so ein, daß sich die individuellen Risiken einer Viruserkrankung und des Impfens die Waage halten.

Dieses vom individuellen Verbraucherinteresse bestimmte Marktgleichgewicht kollidiert mit den auf Expansion des Umsatzes gerichteten Interessen der Impfstoffhersteller und Impfärzte.

Angenommen die Impfquote hat sich bei z.B. 93% eingependelt, weil dort das Risiko von Impfung und Erkrankung gleich ist. Dann trägt also die gesamte Bevölkerung ein gleich hohes individuelles Risiko, einschließlich derer, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, und dieses Risiko ist gerade so groß wie das Impfschadensrisiko, also 1:1 Mill..

Jetzt kommt ein Minister und zwingt zusätzlich 2% der Ungeimpften dazu sich doch impfen zu lassen. Oberflächlich ändert sich für diese zwangsweise doch Geimpften dadurch nichts, denn bis eben war es ja noch gleich riskant, sich impfen zu lassen oder nicht.

Sondern durch diese Zwangsmaßnahme wird nur das Risiko derjenigen weiter abgesenkt, die dann immer noch ungeimpft bleiben, weil sie sich seltener anstecken können. Somit erhöht sich anscheinend in der Summe die "Gesamtgesundheit" der Bevölkerung.

Allerdings werden die Geimpften nun zwangsweise daran gehindert, auf die Impfung zu verzichten und an dem gesunkenen Risiko der Ungeimpften zu partizipieren, d.h. die Ungeimpften werden erst zu Trittbrettfahrern der Geimpften gemacht.

Aber ist ein solcher Zwang nicht ethisch doch zu rechtfertigen, denn anscheiend geht es gesundheitlich keinem schlechter, aber dem kleinen Teil der Ungeimpften sogar besser?

Naja, durch jede zusätzliche Zwangsimpfung wird im Durchschnitt für die Gesamtbevölkerung gerademal ein Schaden in Höhe eines Impfschadensrisikos vermieden.

Also ausgerechnet das Risiko, welches von der Politik gerade noch als vernachlässigbar klein im Vergleich zum Virusschadensrisiko abgetan wurde soll nun plötzlich herhalten, um eine Zwangsimpfung zu rechtfertigen.

Zum Vergleich, in echten Epidemien schützt eine zusätzliche Impfung nicht nur den frewillig Geimpften, sondern kann insgesammt bis zu zwei Masernerkrankungen in der Gesamtbevölkerung vermeiden, hat also eine 1000-fach höhere Wirkung als eine Zwangsimpfung.

Die Impfstoffhersteller und Ärzte werden aber für jede Impfdosis gleich bezahlt, egal ob sie tatsächlich zur Herdenimmunität beiträgt, oder zwangsweise verabreicht wird, nur um das bereits kleine Risiko einer kleinen Gruppe minimal weiter abzusenken.

Gerade eine Elimination wird man auf diese Weise nie erreichen, denn ständig werden Masern neu importiert, ca. 100 Fälle pro Jahr. Aus anderen Ländern mit Endemien, wo es an einem ausreichenden Impfangebot fehlt.
LNS

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