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Medizin

Botox lindert Schmerzen bei Endometriose

Dienstag, 16. Juli 2019

Die Endometriose tritt meist im unteren Bauch- und Beckenraum auf. En­dometria­le Drüsen und Stroma lagern sich außer­halb der Gebär­mutter­höhle ab. /adrenalinapura, AdobeStock.com
Die Endometriose tritt meist im unteren Bauch- und Beckenraum auf. En­dometria­le Drüsen und Stroma lagern sich außer­halb der Gebär­mutter­höhle ab. /adrenalinapura, AdobeStock.com

Bethesda/Maryland – Die schmerzhaften Beckenbodenspasmen, zu denen es bei einer Endometriose kommen kann, lassen sich offenbar durch Injektion von Botulinumtoxin über Monate hinweg lindern, wie eine offene Pilotstudie in Regional Anesthesia & Pain Medicine (2019; doi: 10.1136/rapm-2019-100529) zeigt.

Die mit der Endometriose verbundenen Beckenschmerzen neigen zur Chronifizierung. Sie können auch nach chirurgischen Eingriffen oder einer hormonellen Behandlung anhalten oder erneut auftreten. Injektionen mit Botulinumtoxin könnten hier eine einfache und effektive Methode sein, um die Schmerzen zu lindern, berichtet die Neurologin Barbara Karp von den US-National Institutes of Neurological Disorders and Stroke in Bethesda, die die Behandlung in einer „Proof of concept“-Studie erprobt hat.

An der Studie nahmen 13 Patientinnen teil, bei denen bereits eine chirurgische Therapie der Endometriose (mit Entfernung von extrauterinem Endometriumgewebe) durchgeführt worden war. Sie waren trotz einer Hormontherapie (zur Unterdrückung der Menstruation) weiterhin symptomatisch. Die Frauen hatten vor der Behandlung Spasmen in mehr als 4 der 6 untersuchten Muskeln des Beckenbodens. Sie bewerteten die Schmerzen mit median 5 von 10 cm auf einer visuellen Analogskala.

Vier bis 8 Wochen nach der Injektion hatten sich die Schmerzen, wie Karp berichtet, bei allen Patientinnen gebessert. Elf der 13 Frauen waren schmerzfrei oder litten nur unter milden Beschwerden (median 2 cm auf der visuellen Analogskala). Sieben Patientinnen konnten die Dosis ihrer Schmerzmittel senken. Bei 6 der 8 Frauen, die vor der Behandlung durch die Schmerzen beeinträchtigt waren, hatte sich der Zustand deutlich verbessert.

Die Linderung der Schmerzen, die Karp auf die temporäre Lähmung der spastischen Muskelfasern zurückführt, dauerte nach der Injektion 5 bis 11 Monate an. Die Nebenwirkungen der Behandlung waren laut Karp mild und vorübergehender Natur. Dennoch dürften vor einer Empfehlung durch die Leitlinien weitere klinische Studien erforderlich sein. © rme/aerzteblatt.de

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