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Ausland

Jedes zehnte Kind ohne Impfung gegen Masern, Diphtherie und Tetanus

Montag, 15. Juli 2019

/dpa

New York/Genf – Im vergangenen Jahr haben rund 20 Millionen Kinder weltweit le­benswichtige Impfungen nicht erhalten, zum Beispiel gegen Masern, Diphtherie und Tetanus. Das berichten die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) und das Kinderhilfs­werk der Vereinten Nationen (Unicef). Laut den beiden Organisationen stagniert die Impfrate mit drei Dosen des Impfstoffes gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten und einer Dosis des Masernimpfstoffs weltweit bei rund 86 Prozent. 

„Impfstoffe sind eines unserer wichtigsten Instrumente, um Ausbrüche zu verhindern und die Welt sicher zu halten“, sagte der WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus. Aber „die Ärmsten, die Marginalisierten, die vom Konflikt betroffenen oder aus ihren Häusern Vertriebenen“ blieben bei den Impfraten zurück, was inakzep­tabel sei, so Tedros. 95 Prozent der Bevölkerung – weltweit, länderübergreifend und in den Gemeinden – müssten abgedeckt werden, um sich vor dem Ausbruch von durch Impfung vermeidbaren Krankheiten zu schützen, erinnerten WHO und Unicef.

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Laut der neuen Auswertung lebt fast die Hälfte der nicht geimpften Kinder in 16 Län­dern der Welt: Afghanistan, der Zentralafrikanischen Republik, dem Tschad, der De­mo­kratischen Republik Kongo (DRK), Äthiopien, Haiti, Irak, Mali, Niger, Nigeria, Pa­kistan, Somalia, Südsudan, Sudan, Syrien und Jemen.

Die WHO und Unicef weisen daraufhin, dass 2018 weltweit fast 350.000 Masernfälle gemeldet wurden, mehr als doppelt so viele wie 2017. „Masern sind ein Echtzeit-In­dikator dafür, wo wir mehr zu tun haben, um vermeidbare Krankheiten zu bekämpfen“, sagte Henrietta Fore, Exekutivdirektorin von Unicef.

Ein Ausbruch weise auf Gemein­schaften hin, die aufgrund des Zugangs, der Kosten „oder an manchen Orten auch auf­grund der Selbstzufriedenheit“ Impfungen versäumten. „Wir müssen alle Anstren­gungen unternehmen, um jedes Kind zu impfen“, betonte Fore.

Erstmals gibt es auch Daten über die Abdeckung mit dem Impfstoff gegen das huma­ne Papillomavirus (HPV). Bis 2018 hatten 90 Länder, in denen eins von drei Mädchen weltweit lebt, den HPV-Impfstoff in ihre nationalen Programme aufgenommen. Aber nur 13 davon sind Länder mit niedrigem Einkommen. „Dadurch haben diejenigen, die am meisten von den verheerenden Auswirkungen von Gebärmutterhalskrebs bedroht sind, immer noch den geringsten Zugang zum Impfstoff“, so WHO und Unicef.  

Seit dem Jahr 2000 erstellen die WHO und Unicef gemeinsam jährlich Schätzungen der nationalen Impfraten für die Mitgliedstaaten. Die geschätzte Anzahl der geimpften Kinder wird anhand von Bevölkerungsdaten berechnet, die von den sogenannten World Population Prospects der Vereinten Nationen für 2019 zur Verfügung gestellt werden. © hil/aerzteblatt.de

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