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Traumatisierte Flüchtlinge warten rund sieben Monate auf Therapie

Dienstag, 16. Juli 2019

Flüchtlinge auf Chios (Griechenland) /dpa

Berlin – Die Bundesregierung unterstützt bundesweit 53 Behandlungszentren für trau­matisierte Flüchtlinge und Folteropfer. Das geht aus einer Antwort der Bundesregie­rung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Trotz dieser Unterstützung mussten Betroffene im Jahr 2017 im Schnitt 7,3 Monate auf einen Therapieplatz warten.

Wie die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF) auf Anfrage mitteilte, lag die durchschnittliche Wartezeit im Jahr 2016 noch bei sechs Monaten. Die Daten für 2018 liegen noch nicht vor.

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Die Mehrheit der 41 Zentren, die der Arbeitsgemeinschaft angehören, waren in den Jahren 1990 bis 2014 gegründet worden. Seit der Flüchtlingskrise von 2015 kamen 13 weitere Behandlungszentren hinzu.

Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft sind Landesmittel für die Finanzierung der Zentren im Regelfall wichtiger als die Hilfe vom Bund. Im Schnitt liegt der Anteil der Gelder vom Land bei 35 Prozent. Die Bundesförderung, die es erst seit 2016 gibt, macht im Durchschnitt einen Anteil von 12,5 Prozent aus.

Dazu, wie viele Geflüchtete seit 2015 eine Psychotherapie in Anspruch genommen haben, liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor. In den BAfF-Zentren waren 2017 rund 21.400 Flüchtlinge und Folteropfer behandelt worden. Im vergan­genen Jahr dürfte die Zahl noch etwas höher gelegen haben.

„Recherchen unabhängiger Stellen deuten darauf hin, dass es sich bei Suiziden unter Geflüchteten nicht um Einzelfälle, sondern um ein systematisches Problem handelt“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke. Die Bundesre­gie­rung habe aber offenbar kein Interesse an einer bundesweiten Erfassung, „denn dann müsste sie sich ja mit dem Thema auseinandersetzen und Gegenstrategien ent­wickeln“. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #766388
dragoste_ura
am Mittwoch, 17. Juli 2019, 16:06

Nicht nur die Flüchtlingen sind traumatisiert.

Ist denn die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, über die Wartezeiten für einen Therapieplatz informiert? Teilen Sie ihr bitte mit, dass die Sterblichen, die nicht geflüchtet sind, mind. (!) ein Jahr warten müssen. Es gibt sogar Wartelisten für probatorische Sitzungen. Aus diesem Grund finde ich die Wartezeit von sieben Monaten keinesfalls dramatisch, sondern unfair. Nicht nur die Flüchtlingen haben schwere Traumata aufzuarbeiten. Sexueller Missbrauch oder andere erschütternden Erlebnisse in einem friedlichen Land sind keineswegs weniger traumatisierend als die Flucht.
Avatar #79783
Practicus
am Dienstag, 16. Juli 2019, 22:41

Leider wahr

Menschen mit PTBS oder komplexen Traumafolgestörungen warten z.B. im Ruhrgebiet eher Jahre als Monate auf Traumatherapie und/oder Reha.
Vor allem Männer, die einen männlichen Therapeuten suchen, hben sehr große Probleme, einen adäquaten Therapieplatz zu finden.
Was mich irritiert: Wie funktioniert Psychotherapie ohne Sprache? Die Opfer sprechen kein Deutsch, Therapeuten normalerweise weder arabisch noch Urdu, Farsi oder afrikanische Sprachen
Avatar #778412
Existencia
am Dienstag, 16. Juli 2019, 20:12

Sieben Monate auf Psychotherapie warten.

Das ist bedauerlich, da jedoch mir direkt bekannte Einheimische zwischen 12 und 24 Monaten auf der Suche nach Hilfe waren und Andere sogar nach drei Jahren noch keine Hilfe bekommen, da wundert es, dass die Behandlung von Nicht Einheimischen ein Echo findet. Die eigenen Bürger werden immer mehr und immer öfter verraten.
LNS

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