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Politiker fassungslos über Missbrauchsvorwürfe an Uniklinik des Saarlandes

Dienstag, 16. Juli 2019

/dpa

Saarbrücken – Entsetzt haben Politiker im Sozialausschuss heute auf Informationen zu den Missbrauchsvorwürfen am Uniklinikum des Saarlandes (UKS) reagiert. Das UKS habe zwar ausführlich berichtet und sei damit seinem Versprechen nachge­kommen, für Transparenz zu sorgen, sagte CDU-Fraktionschef Alexander Funk am Rande der Sondersitzung. „Die Antworten hingegen lassen uns fassungslos zurück.“

Ende Juni war bekannt geworden, dass ein inzwischen gestorbener Assistenzarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKS in Homburg von 2010 bis 2014 mehrere Kin­der sexuell missbraucht haben soll. Er soll „nicht medizinisch notwendige Untersu­chun­­gen“ im intimen Bereich vorgenommen haben. Die Eltern der meist fünf bis acht Jahre alten Kinder wurden bis vor Kurzem nicht informiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen der Behandlung von 34 Patienten. Nach dem Tod des Arztes 2016 wurden die Ermittlungen eingestellt.

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„Es gab frühe Hinweise auf pädophiles Verhalten, denen nicht nachgegangen wurde“, kritisierte Funk am Rande der nicht-öffentlichen Sitzung auf Nachfrage. „Es gab keine Kontrollmechanismen, und die gesetzliche Verpflichtung, die Behörden, die Ministerien und auch den Aufsichtsrat zu informieren, wurde nicht befolgt.“ Die CDU begrüße die Ankündigung des Chefs der Staatskanzlei, dass nun ein unabhängiger Ermittler ein­ge­setzt werde, der alle Verdachtsfälle untersuchen werde.

Mehr als zweieinhalb Stunden dauerte heute die Befragung von Vertretern des UKS. Am Nachmittag wurde zudem eine Opferanwältin gehört. Zunächst war auch ein Be­richt von Vertretern des Westpfalz-Klinikums Kaiserslautern geplant gewesen, wo der Beschuldigte von April 2014 bis 2016 gearbeitet hatte.

Nach Rücksprache mit den Gesellschaftervertretern habe sich das Klinikum jedoch da­gegen entschieden, sagte ein Sprecher. Zum einen könne es „wegen des eindeuti­gen Ergebnisses der Taskforce keinerlei inhaltliche Beiträge oder neue Erkenntnisse liefern“, teilte ein Sprecher mit. Zum anderen sei die gewünschte „Abgabe eines Berichts“ an das Ge­sund­heits­mi­nis­terium in Mainz bereits erfolgt. © dpa/aerzteblatt.de

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