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Medizin

Frauen mit Diabetes stärker für Herzinsuffizienz gefährdet als männliche Patienten

Freitag, 19. Juli 2019

anatomisches Herz/7activestudio, stockadobecom
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Sydney – Das bei Diabetes erhöhte Herzinsuffizienzrisiko ist unter den Geschlechtern nicht gleichmäßig verteilt: Bei Frauen geht die Diabeteserkrankung mit einer stärkeren Risikoerhöhung einher als bei Männern, berichten australische und britische Wissen­schaftler in Diabetologia (2019; doi: 10.1007/s00125-019-4926-x).

Typ-1-Diabetes ist der Analyse von 14 Kohortenstudien zufolge bei Frauen mit einer um 47 % stärkeren Risikoerhöhung verbunden als bei Männern. Beim Typ-2-Diabetes ist es eine Differenz von 9 %.

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„In den letzten Jahren mehren sich die Hinweise, dass es bei der mit Diabetes assoziierten Risikoerhöhung für eine Reihe von kardiovaskulären Erkrankungen beträchtliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt“, schreiben Toshiaki Ohkuma vom George Institute for Global Health an der University of New South Wales in Sydney, Australien, und seine Kollegen.

Für die koronare Herzkrankheit (KHK), Schlaganfall, aber auch nicht-kardiovaskuläre Komplikationen wie Demenz und Krebs sei bereits gezeigt worden, dass Diabetes das jeweilige Erkrankungsrisiko bei Frauen stärker erhöhe als bei Männern.

In die aktuelle Analyse wurden 14 Kohortenstudien eingeschlossen, die geschlechts­spezifische Informationen zur Assoziation zwischen Diabetes und Herzinsuffizienz sowohl für Frauen als auch für Männer lieferten. Zwei davon beinhalteten Daten zu Typ-1-Diabetes. Die beiden darin untersuchten Kohorten umfassten mehr als 3 Millionen Teilnehmer und mehr als 95.000 Erkrankungen an Herzinsuffizienz. Die Daten zu Typ-2-Diabetes und Herzinsuffizienz stammen aus 13 Studien mit gut 11 Millionen Teilnehmern und knapp 250.000 Herzinsuffizienz-Erkrankungen.

Typ-1-Diabetes sei bei Frauen mit einem 5,15-mal höheren Herzinsuffizienzrisiko verbunden gewesen, bei Männern sei das Risiko um das 3,47-Fache erhöht gewesen, berichten die Autoren. Mit anderen Worten: Bei Frauen war das mit Typ-1-Diabetes assoziierte zusätzliche Risiko, an einer Herzinsuffizienz zu erkranken, 47 % höher als bei Männern.

Bei Typ-2-Diabetes stieg das Risiko für eine Herzinsuffizienz bei Frauen um das 1,95-Fache und bei Männern um das 1,74-Fache an. Frauen mit Typ-2-Diabetes hatten demzufolge ein um 9 % höheres Risiko für Herzinsuffizienz als Männer mit Typ-2-Diabetes.

Schlechteres Diabetesmanagement als Ursache?

Die genauen Gründe für diese Unterschiede sind nicht bekannt. Aber die Autoren führen mehrere mögliche Erklärungen für die Diskrepanz zwischen den Geschlechtern an: Frühere Studien haben gezeigt, dass Diabetes bei Frauen ein höheres KHK-Risiko mit sich bringt als bei Männern – und KHK ist bei Menschen mit Typ-2-Diabetes bekanntermaßen häufig eine Ursache für eine Herzinsuffizienz.

Bekannt ist aber auch, dass Frauen häufig eine schlechtere Blutzuckereinstellung haben als Männer, das heißt auch Unterschiede beim Diabetesmanagement könnten eine Rolle spielen. Zudem könnte die Unterbehandlung von Frauen mit Diabetes zur Entwicklung einer diabetischen Kardiomyopathie beitragen. Darüber hinaus ist der prädiabetische Zeitraum, der mit einer kardialen Dysfunktion assoziiert sein kann, bei Frauen bis zu 2 Jahre länger als bei Männern. Und nicht zuletzt haben Frauen mit Diabetes öfter noch andere kardiovaskuläre Risikofaktoren als Männer mit Diabetes. Auch dies könnte zu der stärkeren Risikosteigerung bei Frauen beitragen.

Auch für die Beobachtung, dass das zusätzliche Risiko bei Frauen mit Typ-1-Diabetes höher war als bei Frauen mit Typ-2-Diabetes gibt es noch keine Erklärung. Aber die Autoren spekulieren, dass es zumindest teilweise durch die bereits genannten Unterschiede zwischen den Geschlechtern hinsichtlich der Assoziation zwischen Diabetes und KHK zu tun haben könnte.

Die Autoren um Ohkuma schlussfolgern, dass die Ergebnisse ihrer Analyse „hervorheben, wie wichtig eine intensive Prävention und Behandlung für Frauen mit Diabetes, ebenso wie für Männer, ist“. Um die Mechanismen zu entschlüsseln, die diesen Risikounterschieden – speziell beim Typ-1-Diabetes – zugrunde lägen, sei weitere Forschung erforderlich, um „die mit Diabetes assoziierte Belastung bei beiden Geschlechtern zu reduzieren“. © nec/aerzteblatt.de

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