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Politik

Behördenfusion im Gesundheitswesen geplant

Mittwoch, 17. Juli 2019

/BfArM, Frank Rümmele

Berlin – Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) in Köln soll mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn fusionieren. Die Zusammenlegung der beiden nachgeordneten Behörden des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums (BMG) soll im zweiten Quartal 2020 vollzogen werden.

Das DIMDI mit 150 Mitarbeitern sei gegenüber dem BfArM mit 1.100 Mitarbeitern ein eher kleines Institut. Von der Zusammenlegung verspreche man sich daher mehr Sy­nergien der vorhandenen Ressourcen, etwa durch eine gemeinsame Zentralverwal­tung, sowie bessere Forschungsmöglichkeiten durch Zusammenführen der Kompe­tenzen, teilte eine Sprecherin des BMG auf Anfrage des Deutschen Ärzteblattes mit.

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Das Ende der 1960er-Jahre gegründete DIMDI stellt ein umfangreiches Informations­angebot für alles Bereiche des Gesundheitswesens vorwiegend für Fachkreise zur Verfügung. Neben der Aufbereitung medizinischer Klassifikationen, Terminologien und Standards betreibt es datenbankgestützte Informationssysteme für Arzneimittel, Medi­zin­produkte und Versorgungsdaten.

Unter anderem werden seit Mitte 2017 das Deutsche Register Klinischer Studien (DRKS) und seit Mitte 2018 das Samenspender-Register beim DIMDI geführt. Darüber hinaus ist das DIMDI als WHO-Kooperationszentrum für das System Internationaler Klassifikationen an der Weiterentwicklung der ICD beteiligt, mit dem weltweit Todesur­sachen verschlüsselt und entsprechende Statistiken etwa für die Gesundheitsbericht­erstattung erhoben werden.

Mit dem BfArM kooperiert das DIMDI insbesondere als technischer Plattformbetreiber für die Zulassung von Arzneimitteln und das nationale Arzneimittelinformationssystem (PharmNet.Bund.de) sowie für den Bereich der klinischen Prüfungen beziehungsweise Leistungsbewertungsprüfungen mit Medizinprodukten.

Datentransparenz als zunehmend wichtiger Aufgabenbereich

Seit 2014 ist das DIMDI zudem die zuständige öffentliche Stelle für die Datenaufbe­reitung von Routinedaten der Krankenkassen über das Informationssystem Versor­gungs­­­­­­daten (Datentransparenzverfahren auf Basis der §§ 303a bis 303e Sozialge­setz­buch V).

Dazu erhält das Institut vom Bundesversicherungsamt (BVA) ausgewählte Daten zu ambulanten und stationären Behandlungen der gesetzlich Versicherten und zu Arznei­mittelverordnungen. Dem BVA werden diese von den Krankenkassen verschlüsselt für den Risiko­struk­tur­aus­gleich übermittelt.

Die Daten werden erneut verschlüsselt und auf Antrag der Nutzungsberechtigten vom DIMDI aufbereitet. Die Daten lassen sich zum Beispiel für versichertenbezogene Längsschnittanalysen oder die Planung von Leistungsressourcen nutzen. Die gesetzliche Grundlage hierfür ist die Datentransparenzverordnung (DaTraV) vom 18. September 2012.

Von der Datenaufbereitung zum Forschungsdatenzentrum

Die Wahrnehmung der Aufgaben der Datentransparenz werden indes im Kabinetts­entwurf für ein „Digitale-Versorgung-Gesetz“ (DVG) neu geregelt, um eine bessere Nutzbarkeit von Gesundheitsdaten für Forschungszwecke zu ermöglichen.

Danach soll insbesondere die bisherige Datenaufbereitungsstelle, die derzeit beim DIMDI liegt, zu einem Forschungsdatenzentrum weiterentwickelt werden. Zudem soll künftig der GKV-Spitzenverband die Rolle einer Datensammelstelle übernehmen.

Die bisherige Datenübermittlung über das BVA entfällt damit zugunsten einer direkten Übermittlung der Daten vom GKV-Spitzenverband. Ziel ist es, dadurch wesentlich aktuellere Daten für die Aufbereitung durch das Forschungsdatenzentrum verfügbar zu machen und den Datenumfang unabhängig vom Risiko­struk­tur­aus­gleichsverfahren festzulegen, so der Gesetzentwurf.

Wer dabei als Forschungsdatenzentrum fungieren soll, wird namentlich im Gesetz­entwurf nicht genannt. Die Ausgaben für das erweiterte Datenangebot über das For­schungsdatenzentrum sollen sich nach ersten Schätzungen auf circa acht Millionen Euro jährlich belaufen. Genauere Angaben sind laut DVG-Entwurf erst möglich, wenn Datenumfang und der Datenzugangsmöglichkeiten per Rechtsverordnung festgelegt worden sind. © KBr/aerzteblatt.de

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