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Überregionaler Forschungsverbund zum Schlaganfall gefördert

Donnerstag, 18. Juli 2019

/Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein neues Verbundpro­jekt zum Thema Schlaganfall. Das an den Universitäten Duisburg/Essen, München, Hamburg und Münster angesiedelte Forschungsvorhaben wird in den nächsten drei Jahren 4,5 Millionen Euro erhalten, um die Rolle des Immunsystems in der Spätphase nach einem Schlaganfall zu untersuchen. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) begrüßt die DFG-Förderung des Pro­jektes namens „ImmunoStroke: von der Immunzelle zur Schlaganfallregeneration“.

„Ziel des Verbundprojekts ist es zu untersuchen, wie Immunzellen und Neuronen im Bereich der Schlaganfallläsion interagieren und wie sich die Immunaktivität auch in der Spätphase nach dem Schlaganfall noch auf die Regeneration auswirkt“, erläuterte Wolf-Rüdiger Schäbitz, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Evangelischen Kranken­haus Bielefeld-Bethel und Pressesprecher der DSG.

Im neuen Verbundprojekt sollen experimentelle und klinische Schlaganfallforschung eng verzahnt werden – Wissenschaftler und Mediziner aus den Bereichen der Schlag­anfallforschung, der Neurobiologie, der Neuroimmunologie und der klinischen Neuro­logie sollen daher bei „ImmunoStroke“ eng zusammenarbeiten.

„Wir gehen davon aus, dass das Immunsystem eine wichtige Rolle für die funktionelle Erholung nach einem Schlaganfall spielt“, erklärte der Sprecher des Forschungsver­bunds, Christoph Kleinschnitz, Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklini­kum Essen.

In wissenschaftlichen Vorarbeiten hätten sich besonders die T-Zellen und Mikroglia­zellen des Immunsystems als wichtige Akteure bei der Regeneration erwiesen. Daher werde sich die neue Forschungsgruppe zunächst diesen Zelltypen widmen. Zugleich wollen die Forscher aber alle Immunzellen detailliert erfassen, die bei Schlaganfallpa­tienten aktiv sind.

Der interdisziplinäre Forschungsverbund rückt mit seiner Arbeit eine Patientengruppe in den Fokus, bei der die Heilungsprozesse im Gehirn als weitgehend abgeschlossen gelten. „Gehirngewebe, das nicht in der Akutphase durch eine schnelle Lysetherapie und die rasche Öffnung des blockierten Hirngefäßes gerettet wurde, gilt gemeinhin als verloren“, erläuterte Schäbitz.

Der neue Forschungsverbund gebe Anlass zu der Hoffnung, dass Umbau- und Rege­ne­rationsprozesse auch in der chronischen Phase nach einem Schlaganfall noch ge­zielt angestoßen und so neue Behandlungsmöglichkeiten geschaffen werden könn­ten. © hil/aerzteblatt.de

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