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Burda investiert massiv in Jameda

Mittwoch, 17. Juli 2019

/Screenshot, DÄ

München – Der Medienkonzern Hubert Burda Media will seinem Unternehmen Jame­da mit neuem Kapital zu weiterem Wachstum verhelfen. Das berichtet der Medienkon­zern heute. Nach Angaben des Handelsblatts geht es um mehr als 20 Millionen Euro Wachstumskapital.

„Das Verhältnis zwischen Patienten und Ärzten befindet sich in einer fundamentalen Transformation“, sagte Stefan Winners, für Jameda zustän­diger Vorstand von Hubert Burda Media. Die digitale Kommunikation verändere und verbessere das Gesund­heitssystem grundlegend. Darum investiere man.

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Jameda wurde 2007 ursprünglich als Plattform für Arztbewertungen gegründet. Mittler­weile ist es nach eigenen Angaben mit derzeit sechs Millionen aktiven Nutzern und 65.000 registrierten Ärzten und Behandlern in Deutschland der größte Dienstleister in der digitalen Kommunikation zwischen Patienten und Arztpraxen. Neben Arztbewer­tungen setzt das Unternehmen auch auf Onlinebuchungen von Arztterminen und neuerdings auf Videosprech­stunden.

„Digitale Sprechstunden werden unser Gesund­heitssystem effizienter, besser und ge­rechter machen“, sagte Jameda-Geschäftsführer Florian Weiß. Abgesehen von weg­fallenden Anreise- und Wartezeiten ermöglichten sie einer viel breiteren Gesamtheit von Patienten den Zugang zu hochspezialisierten Fachärzten. Darüber hinaus werde sich auch die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum massiv verbessern.

Das Geschäftsmodell von Jameda basiert auf unterschiedlichen Servicepaketen, die Arztpraxen buchen können – das Angebot reicht von einer Darstellung des eigenen Leistungsspektrums bis hin zu einem Gesamtpaket, das zusätzlich die Online-Termin­buchungssoftware und die digitale Sprechstunde beinhaltet. Die monatlichen Gebüh­ren liegen zwischen 69 und 139 Euro. Für Patienten sind alle Services kostenlos.

Das Geschäftsmodell von Jameda hat in den vergangenen Jahren immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten zwischen dem Unternehmen und Ärzten geführt. Dabei ging es vor allem um Löschungen von Bewertungen und Arztprofilen. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #737969
Dr. Peter Gorenflos
am Samstag, 19. Oktober 2019, 09:59

Jameda und die "Schutzgelderpressung"

Ein Portal, das zahlende Kunden und nicht zahlende Zwangsteilnehmer hat, ist ein Korrumpierungsportal, nach dem Motto: wer zahlt gewinnt. Mit Bewertung hat das überhaupt nichts zu tun. Das ist reine Schutzgelderpressung, wie es Anja Wilkat formulierte, die die Kölner Dermatologin vor dem BGH erfolgreich verteidigte. Im übrigen: Bewertungsdurchschnitte zu manipulieren ist die einfachste Sache der Welt. Wenn Jameda Geschäftsführer sagt, man behandele alle Ärzte gleich, dann ist das schlichtweg unglaubwürdig. Parteilichkeit ist im Geschäftsinteresse dieses unheilvollen Portals. Weshalb die Kammern so zurückhaltend sind, ist dringend erklärungsbedürftig. Die Sonne wird es an den Tag bringen. Hoffentlich!
Avatar #737969
Dr. Peter Gorenflos
am Sonntag, 28. Juli 2019, 07:41

Jameda und Burda: Investition oder Ausstieg

Dass Burda vorhat, viel Geld in Jameda zu investieren, kann auch eine Presse-Finte sein. Denn Jameda hat gerade drei Prozesse gegen Kollegen verloren, die gegen die Zwangslistung geklagt hatten, im Herbst geht das Verfahren in die nächste Instanz. Mit der Zwangslistung, die auch aus vielen anderen, z.B. lauterkeitsrechtlichen Gründen, nicht zu halten ist, verliert Jameda die Grundlage des Geschäftsmodells. Diese Nachricht hätte nun wirklich ein gewaltiges Presse-Echo verdient, wurde aber an die denkbar kleinste Glocke gehängt. Die Nachricht vom möglichen Ende eines Zweiklassenportals, bei dem zahlende Ärzte skandalöserweise besser dastehen, als nicht-zahlende, wurde komplett überrollt von der Nachricht von Burdas (angeblichen?) Investitionen. So lässt sich die öffentliche Wahrnehmung manipulieren. Dass die Ärzteschaft ein Zweiklassenportal vom Typ Jameda seit über zehn Jahren mehr oder weniger klaglos gewähren lässt, statt massiv dagegen vorzugehen, ist meines Erachtens ein Armutszeugnis der Extraklasse. Und ob Burdas Investitionspläne eine Presse-Finte waren, das werden wir bald sehen. Mit etwas Glück ist der Spuk bald vorüber!
LNS

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