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Politik

Bundesregierung will Hilfe für Menschen mit psychischen Erkrankungen weiterentwickeln

Freitag, 19. Juli 2019

/marjan4782, stock.adobe.com

Berlin – Die Bundesregierung will die Hilfsangebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Deutschland weiterentwickeln und plant dazu noch in dieser Legis­laturperiode einen Dialog mit Vertreter von Fachverbänden einschließlich der Selbst­hilfe sowie weiteren Experten. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage Grünen im Bundestag hervor.

„Deutschland verfügt über ein umfassendes psychiatrisch-psychotherapeutisches Hilfesystem auf einem – auch im internationalen Vergleich – quantitativ und qualitativ sehr hohen Niveau“, heißt es in der Antwort zunächst. Es sei aber nötig, diese Ange­bote besser zu verzahnen und zu koordinieren, um die hohe Qualität der Versorgung für die Zukunft zu sichern und weiterzuentwickeln.

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Dabei solle es insbesondere darum gehen, Schranken zwischen dem stationären und dem ambulanten Sektor abzubauen. In den vergangenen Jahren hätten verschiedene Gesundheitsreformgesetze bereits Initiativen in diese Richtung unternommen.

„Mit dem im Jahr 2017 in Kraft getretenen Gesetz zur Weiterentwicklung der Versor­gung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen wurde stationären Einrichtungen die Möglichkeit eröffnet, eine stationsäquivalente psychiatri­sche Behandlung im häuslichen Umfeld der Patienten zu erbringen“, gibt die Bundes­regierung ein Beispiel. Die verschiedenen Maßnahmen zielten auch darauf ab, den Grundsatz „ambulant vor stationär“ umzusetzen.

Bei diesen Initiativen soll es der Antwort auf die Kleine Anfrage zufolge aber nicht blei­ben. „Um eine Standortbestimmung zur Versorgung psychisch erkrankter Menschen vorzunehmen, sich über mögliche Entwicklungsbedarfe zu verständigen und auf die­ser Grundlage Empfehlungen zu formulieren, führt das Bundesministerium für Ge­sund­­­­­­­heit (BMG) in dieser Legislaturperiode mit Vertretern von Fachverbänden ein­schließlich der Selbsthilfe sowie weiteren Experten einen Dialog zur Weiterentwick­lung der Hilfen für psychisch erkrankte Menschen durch“, schreibt die Regierung.

Eine bundesweite Umfrage, die das Robert-Koch-Institut 2014/2015 durchgeführt hat, ergab, dass 11,3 Prozent der befragten Frauen und 8,1 Prozent der befragten Männer innerhalb eines Jahres psychotherapeutische oder psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen haben. Der Drehtüreffekt ist bei der Versorgung häufig.

„Nach Angaben des Spitzenverbandes der Krankenkassen lag im Jahr 2016 die Quote für voll- und teilstationäre Wiederaufnahmen nach einem vorausgegangenen vollsta­ti­o­­nären Basisaufenthalt im Entgeltbereich der Psychiatrie für Deutschland insgesamt innerhalb von sieben Tagen bei 7,3 Prozent und innerhalb von 30 Tagen und bei 14,7 Prozent“, heißt es in der Antwort. Nach 120 Tagen liege die Wiederaufnahmerate sogar bei über 40 Prozent. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #776240
Christian_A.
am Freitag, 19. Juli 2019, 19:14

Christian A.

Es ist sonderbar, dass in Indien und anderen Entwicklungsländern dieser berühmte Drehtüreffekt kaum vorhanden ist und die Erholungsrate weit besser ist. Und das, obwohl in Deutschland und der westlichen Welt die Behandlung mit den "höchstentwickelten Behandlungsmethoden" = Psychopharmaka vorhanden ist...
Das liegt an den Nebeneffekten der Psychopharmaka und der Chronifizierung von psychischen Störungen.
LNS
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