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PrEP erhöht Osteoporose-Risiko in Studie relativ gering

Donnerstag, 18. Juli 2019

4 Stadien der Knochendichte /crevis stock.adobe.com
4 Stadien der Knochendichte /crevis stock.adobe.com

San Francisco – Das zur HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) in Kombination mit Emtricitabin eingesetzte Tenofovir kann die Knochendichte reduzieren. Die Auswirkungen sind laut einer Studie in AIDS Research and Human Retroviruses (2019; doi: 10.1089/aid.2018.0297) jedoch relativ gering. Bei Menschen mit einem erhöhten Knochenbruchrisiko könnte jedoch ein Wechsel auf andere Kombinationen ratsam sein.

Die PrEP mit Tenofovir und Emtricitabin wird Menschen mit einem erhöhten HIV-Infektionsrisiko empfohlen, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Da die Personen, die die PrEP betreiben, körperlich gesund sind, sollten die Medikamente frei von langfristigen Risiken sein. Es ist deshalb prinzipiell bedenklich, wenn Tenofovir in klinischen Studien die Knochendichte vermindert hat.

Bei den zumeist jungen Anwendern der PrEP ist die Gefahr von Knochenbrüchen gering – in keiner Studie wurde hier ein erhöhtes Risiko beobachtet. Da sich jedoch eine einmal verminderte Knochenmasse kaum wieder erholt, sind langfristige Folgen nicht auszuschließen.

Matthew Spinelli von der Universität von Kalifornien in San Francisco und Mitarbeiter haben hierzu die Daten von 254 Patienten ausgewertet, die sich im Anschluss an die iPrEx-Studie (die die Effektivität der PrEP belegt hatte) für eine Fortsetzung der Behandlung entschieden hatten. Bei ihnen wird seither alle 24 Wochen eine Knochendichtemessung durchgeführt.

Knochendichte in Wirbelkörpern und Hüfte nimmt ab

Wie Spinelli berichtet, wurde bei der ersten Nachuntersuchung ein Abfall der Knochen­dichte in den Wirbelkörpern um 1,2 % und in der Hüfte um 0,5 % beobachtet. Diese Zahlen betreffen Personen, die die Tabletten wie vorgesehen täglich eingenommen hatten. Bei einer geringeren Einnahmefrequenz war der Rückgang der Knochendichte geringer.

Bisher sei es zu keiner Fraktur gekommen, berichtet Spinelli. Bei den meisten Anwendern sei dies auch in Zukunft nicht zu erwarten. Für Personen mit einer geringen Knochendichte müsse jedoch langfristig über Alternativen nachgedacht werden, findet der Forscher.

Auf der letzten Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections (CROI) wurden die Ergebnisse zu einer PrEP mit Tenofovir-Alafenamid (TAF) vorgestellt, die die Knochendichte nicht beeinträchtigen soll. © rme/aerzteblatt.de

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