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Medizin

Biosignale per Funk ermöglichen intuitive Steuerung von Armprothesen

Freitag, 19. Juli 2019

/Otto Bock, MedUni Wien

Wien– Chirurgen der Medizinischen Universität Wien haben erstmals erfolgreich bei 3 Patienten nach Nerventransfers Sensoren implantiert, die zur Steuerung bionischer Prothesen Biosignale per Funk übermitteln. Die Ergebnisse nach 2 Jahren wurden nun in Science Robotics veröffentlicht (2019; DOI: 10.1126/scirobotics.aaw6306).

Die Sensoren hätten sich über 2 Jahre als extrem verlässlich in der Datenübertragung erwiesen und im Vergleich zu Standardsystemen eine deutlich schnellere und siche­rere Anwendung erlaubt, berichtet Projektleiter Oskar Aszmann von der Universitäts­klinik für Chirurgie in der österreichischen Hauptstadt in einer Pressemitteilung.

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Eine Vielzahl von internationalen Forschungsgruppen arbeitet heute an Lösungsan­sätzen, um den Übergang zwischen Mensch und Prothese fließender zu gestalten. Die Wiener Chirurgen arbeiten mit dem Unternehmenspartner Otto Bock Healthcare Products und einer Entwicklergruppe der Alfred Mann Foundation in den USA zu­sammen.

Die 3 Patienten hatten bei Arbeits- oder Verkehrsunfällen Oberarm-Amputationen er­litten. In solchen Fällen müssen nicht nur die Hand und das Handgelenk, sondern auch der Ellenbogen durch eine myoelektrische Prothese ersetzt werden.

„Die implantierten Sensoren senden das Muskelsignal aus dem Amputationsstumpf drahtlos zur Prothese und werden durch eine magnetische Spule im Prothesenschaft ebenfalls drahtlos geladen“, erklärte Studienautor Stefan Salminger, ebenfalls von der Universitätsklinik für Chirurgie in Wien.

Bessere Signalqualität und verlässlichere Steuerung

In Kombination mit einer selektiven Verlagerung der Nerven, die vor der Amputation für Hand- und Armfunktion zuständig waren, wird es diesen Patienten dadurch er­möglicht, die Prothese intuitiv zu steuern. Durch diese implantierbare Technologie konnte insbesondere die Muskelsignalqualität und vor allem die Verlässlichkeit der Prothesensteuerung deutlich verbessert werden, hieß es.

Die Mediziner sind überzeugt davon, dass Systeme der drahtlosen Biosignalüber­tragung in naher Zukunft nicht ausschließlich im Bereich der modernen Prothetik, sondern auch in vielen anderen Sektoren der Biotechnologie wesentlichen Input liefern werden. © nec/aerzteblatt.de

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