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Fast alle Joghurts und Frühstücksflocken für Kinder in Marktstudie überzuckert

Freitag, 19. Juli 2019

foodwatch hat 110 an Kinder beworbene Lebensmittel untersucht. Alle Joghurts und 90 Prozent der Frühstückflocken enthalten mehr Zucker als die WHO für Kinderlebensmittel empfiehlt. /foodwatch
foodwatch hat 110 an Kinder beworbene Lebensmittel untersucht. Alle Joghurts und 90 Prozent der Frühstückflocken enthalten mehr Zucker als die WHO für Kinderlebensmittel empfiehlt. /foodwatch

Berlin – Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch kritisiert, dass fast alle an Kin­der vermarktete Joghurts und Frühstücksflocken zu viel Zucker enthalten. Auch die freiwilligen Reduktionsziele der Hersteller würden nicht ausreichen, um das Problem zu lösen, erklärte Foodwatch gestern.

Die Verbraucherschützer hatten die Nährwertangaben von mehr als 100 Produkten für Kinder (78 Frühstücksflocken und 32 Joghurts) in Filialen der sechs größten Einzel­händler Deutschlands überprüft. Demnach enthielten 90 Prozent von ihnen mehr Zucker als von der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) empfohlen.

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Die „Kellogg’s Frosties“ mit einem Zuckergehalt von 37 Gramm pro 100 Gramm schnitt­en als zuckrigste Frühstücksflocken ab. Den niedrigsten Zuckergehalt hatten die „Rebelicious Schoko Dinger“. Sie enthielten 12,9 Prozent Zucker.

Als zuckrigster Joghurt stellte sich in der Untersuchung mit 20 Prozent Zucker der „Mars Mix mit Karamellsauce“ von Danone heraus. Der „Biene Maja Himbeere Joghurt“ von Bauer enthält mit 10,7 Gramm pro 100 Gramm zwar am wenigsten Zucker aller geprüften Joghurts, gilt laut WHO aber immer noch als unausgewogen.

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Im Schnitt enthielten die untersuchten Joghurts 14 Prozent Zucker, die Frühstücks­flocken sogar knapp 25 Prozent Zucker. Das liegt über den Empfehlungen der WHO: Frühstücksflocken mit einem Zuckergehalt über 15 Prozent und Joghurts mit einem Zuckergehalt über zehn Prozent gelten laut WHO als unausgewogen und sollten nicht an Kinder beworben werden.

Rund 21 Prozent aller Kinder nehmen täglich Frühstücksflocken zu sich – 7 Prozent von ihnen sogar mehrmals täglich. Quelle: EsKiMo-Studie 2019

Auch die Absichtserklärung der Hersteller, den Zuckergehalt in Kinder-Frühstücks­flocken um durchschnittlich 20 Prozent und in Kinder-Joghurts um durchschnittlich zehn Prozent verringern zu wollen, reiche nicht aus, um die WHO-Empfehlungen zu erreichen.

Foodwatch forderte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) deshalb auf, dafür zu sorgen, dass nur noch ausgewogene Lebensmittel an Kinder beworben wer­den dürfen. Wie die Organisation betonte, sind 15 Prozent der Kinder und Jugendli­chen übergewichtig oder fettleibig. © afp/gie/aerzteblatt.de

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