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Medizin

Jeder zweite Behandlungsfehler mit Patientenschaden vermeidbar

Freitag, 19. Juli 2019

/morganka, stockadobecom

Manchester – Mehr als jeder 20. Patient erleidet bei ärztlichen Behandlungen Schä­den, die in jedem zweiten Fall vermeidbar wären. Zu diesem Ergebnis kommt eine Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2019; 366: l4185).

Medizinische Behandlungen sind mit Risiken verbunden, die sich nicht immer vermei­den lassen. So haben viele Medikamente Nebenwirkungen, die nach einer Risiko-Nut­zen-Abschätzung in Kauf genommen werden müssen, um die erhoffte therapeutische Wirkung zu erzielen. Auch Thrombosen oder Infektionen nach Operationen lassen sich nur bedingt durch eine Prophylaxe mit Antikoagulantien oder Antibiotika verhin­dern.

Es kommt jedoch immer wieder vor, dass Patienten zu Schaden kommen, weil die falschen Medika­men­te oder eine unzulängliche Behandlung ausgewählt wurde, Fehler bei einer Operation passiert sind oder mangels Hygienemaßnahmen Krankheitser­re­ger übertragen wur­den – oder weil die falsche Diagnose gestellt wurde.

Maria Panagioti vom Patient Safety Translational Research Centre der Universität Manchester und Mitarbeiter haben jetzt in einer Meta-Analyse versucht, das Problem der vermeidbaren Behandlungsfehler zu quantifizieren. Sie wählten dafür nur Studien aus, die neben der Häufigkeit auch den Anteil der vermeidbaren Patientenschäden untersucht haben.

Die Analyse basiert auf 70 Studien mit 337.025 Patienten. Dort waren 47.148 schädli­che Vorfälle registriert worden, von denen 25.977 (55 Prozent) als vermeidbar einge­stuft wurden. Dies ergibt eine gepoolte Prävalenz von 12 Prozent (95-Prozent-Konfi­denzintervall 9 bis 15 Prozent) für alle Patientenschäden und von 6 Prozent (5 bis 7 Prozent) für vermeidbare Patientenschäden.

Am häufigsten traten vermeidbare Patientenschäden in der Intensivmedizin (18 Pro­zent aller Patienten) und in der Chirurgie (10 Prozent) auf. Die niedrigste Prävalenz wurde mit 2 Prozent für die Geburtshilfe ermittelt.

Der größte Anteil der vermeidbaren Schäden entfiel laut Analyse auf medikamentöse Behandlungen (25 Prozent) und andere Behandlungen (24 Prozent). Es folgten chirur­gische Eingriffe (23 Prozent), nosokomiale Infektionen (16 Prozent) und Diagnose­fehler (16 Prozent). © rme/aerzteblatt.de

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