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Politik

Ministerium legt Diskussionsentwurf zur Reform der Notfallversorgung vor

Freitag, 19. Juli 2019

/dpa

Berlin – Ambulante, stationäre und rettungsdienstliche Notfallversorgung, die zurzeit noch weitgehend voneinander abgeschottet arbeiten, sollen zu einem System der integrierten Notfallversorgung ausgebaut werden. Das geht aus einem Diskussions­entwurf des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums (BMG) hervor, der seit dem 12. Juli vor­liegt, aber den Vermerk trägt, dass er noch nicht mit Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) abgestimmt ist. Hintergrund ist die zunehmende Inanspruchnahme der Notaufnahmen in den Krankenhäusern von Patienten mit Bagatellerkrankungen.

Um die Patienten besser durch das System zu steuern, sollen dem Diskussionsent­wurf zufolge gemeinsame Notfallleitstellen geschaffen werden, die rund um die Uhr erreichbar sind. Dabei arbeiten der Rettungsdienst (Rufnummer 112) und der kassen­ärztliche Bereitschaftsdienst (Rufnummer 116117) künftig zusammen. Qualifiziertes Personal schätzt nach dem Entwurf nach einheitlichen Standards die Dringlichkeit der medizinischen Versorgung ein und verweist den anrufenden Patienten an die angemessene Versorgungsebene.

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An bestimmten Krankenhäusern soll es künftig zentrale, jederzeit zugängliche Ein­rich­tungen für Notfallpatienten geben, sogenannte Integrierte Notfallzentren. Dort findet eine qualifizierte Ersteinschätzung des Behandlungsbedarfs statt. Die Zentren sollen von den Krankenhäusern und den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) gemein­sam errichtet und betrieben werden.

Räumlich sollen sie so in ein Krankenhaus eingebunden werden, dass sie von den Patienten als erste Anlaufstelle im Notfall wahrgenommen werden. Nach dem Diskussions­entwurf sollen die Länder die Planung und Gestaltung der integrierten Notfallversorgung übernehmen, dabei aber bereits bestehende Strukturen berücksich­tigen. Denn in vielen Regionen haben die KVen bereits Portalpraxen an den Kranken­häusern eingerichtet. Der Rettungsdienst wird künftig als eigenständiger Leistungsbe­reich anerkannt.

Der Diskussionsentwurf des BMG orientiert sich in weiten Teilen an Vorschlägen aus dem Gutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Ge­sundheitswesen, das dieser im Sommer 2018 unter anderem zur Reform der Notfall­versorgung vorlegte. Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Marburger Bund hatten damals ähnliche Vorschläge präsentiert. © HK/aerzteblatt.de

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Avatar #754103
Biochemie
am Montag, 22. Juli 2019, 11:33

Gesetz der ständige Entwicklung der Planung der Notaufnahme und anderen Bereichen

Der Artikel löst bei jeden Leser das persönliche Hintergrundwissen aus.
So hat ein Krankenhausarzt anderes als ein Praxisarzt und Krankenpfleger anderes als als Notfallärzte und Piloten und so weiter.
Da sich Medizintechnik und Medizin immer weiter entwickelt haben diese auch Einfluss auf das Verhalten und müssen entwickelt werden.
Hier ist es also wichtig eine Organisation oder Redaktion zu haben die Informationen sammelt und versucht das ganze im Blick zu behalten auch in Sicht auf Staatssicherheit.
So müssen Meinungen und sich schon bewiesenes gut getrennt werden.

Es wäre gut wenn,
Ärzte:
Klinikbuchhaltung:
Pflegepersonal:
Notfallärzte:
Medizintechnik:
Medizinprodukte:
Patienten:
u.s.w.:

Ihre Meinung frei sagen könnten und einen Vorschlag für die Verbesserung nennen könnten. Diese werden dann gesammelt und irgendwie so verwertet, das eine Entscheidung getroffen werden kann.
Diese Menschen sind jeden Tag durch die Arbeit damit beschäftigt, wenn nicht diese Menschen, wer sonst soll eine Meinung haben?
Das sammeln von Informationen aus allen Krankenhäusern in Deutschland kann einen Vergleich zu einer bestimmte Verhalten herstellen.
Doch auch die Informationen aus dem Ausland können einen Teil dazu beitragen.

Diese Informationen sollen dazu dienen eine Entwicklung zu einen optimalen verhalten zu entwickeln. Dieses kann nicht für immer sein, es ist immer nur für unsere Zeit die beste Lösung die wir erreichen konnten.

Um dieses zu erreichen müssen bestimmte Leitmedien eingehalten werden.
Das einsparen von Personal soll nicht zu mehr Krankenstand führen.
Ein langes gesundes Leben und einen schnellen Tot.
Einen möglichst Stress freien Ablauf.
....

Durch diese Richtungen kann man dann die Informationen nutzen unsere Notfallversorgung über Kindes und Kindes Kinder weiter zu entwickeln.
Es wird nie ganz fertig sein nur für unsere Zeit die beste Lösung die wir planen konnten.

Denn es kommen immer neue Informationen in das System rein die dann eine Entwicklung zu etwas besseren bringen.

Ich denke so in dieser Richtung können wir in allen Bereichen suchen und wird vermutlich auch in den meisten Unternehmen gemacht.

Wo kommen wir her in der Entwicklung von den Anfangen bis heute?
Wo sind wir heute Vergleich ?
Wo werden unsere Kindes und Kindes Kinder sein können?

















Avatar #112391
mar.grz
am Montag, 22. Juli 2019, 07:27

Lange überfällige Patientensteuerung

Avatar #672734
isnydoc
am Samstag, 20. Juli 2019, 14:26

Politisch-moralisch geht es doch in Ordnung! Nachhaltig zudem!

Was ist da im Entwurf zu lesen? - Folgendes:
"Ziel ist es, unter der Annahme eines zunehmenden, insbesondere geriatrisch geprägten Notfallaufkommens, auch in Zukunft eine bedarfsgerechte, hochwertige und jederzeit erreichbare medizinische Notfallversorgung der Versicherten sicherzustellen.
Damit wird verschiedenen Schlüsselindikatoren einer nachhaltigen Entwicklung Rechnung getragen.

Wesentlich gefördert wird das Ziel, ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters zu gewährleisten und ihr Wohlergehen zu fördern.
Die Maßnahmen des Gesetzes führen zu einer Senkung der vorzeitigen Sterblichkeit von Frauen und Männern. Darüber hinaus dient das Gesetz der Ressourcenschonung, indem es durch eine intensive Verzahnung der Versorgungsbereiche der medizinischen Notfallversorgung eine effizientere Nutzung der insbesondere auch personellen Ressourcen bewirkt. "
Avatar #88767
fjmvw
am Samstag, 20. Juli 2019, 14:14

Im Klartext: Über 7 Milliarden p. a. – von der Ärzteschaft zu bezahlen

Die KVen verlieren den Sicherstellungsauftrag für die sprechstundenfreien Zeiten an die Länder. (Fakt 1)
Die Notfallversorgung wird an Krankenhäusern, vermutlich zwischen 600 und 1.000, in Form von INZ (Integrierte Notfallzentren) an 24/7/365 betrieben. (Fakt 2)
Die Refinanzierung der Notfallversorgung soll gem. EBM aus der Gesamtvergütung erfolgen. (Fakt 3).

Jetzt rechnen wir mal nach. Derzeit gibt es rund 40 Mio. mal eine Inanspruchnahme „im Notfall“, entweder bei den (von den KVen betriebenen) ärztlichen Bereitschaftsdienstpraxen oder in den Krankenhäusern. Der Fallwert liegt bei 32€, wobei die Krankenhäuser sogar einen Fallwert von 120€ als angemessen reklamiert haben. 40 Mio. Fälle à 32€ ergibt ein Ausgabevolumen von 1,28 Mrd. Euro p. a. für die Versorgung der Patienten in den sprechstundenfreien Zeiten. Um 0,64 Mrd., das entspricht der Hälfte aller Fälle – diese werden im Krankenhaus versorgt, wird die Gesamtvergütung derzeit bereinigt. Die übrigen Fälle werden ebenfalls mit 32€ pro Fall vergütet, so dass dafür ebenfalls 0,64 Mrd. abfließen. Allerdings, der Preis von 32€ ist keinesfalls kostendeckend und das Defizit der Bereitschaftsdienstpraxen wird aus dem Haushalt der KV gedeckt. Vermutlich werden weitere 500 Mio. p. a. dafür benötigt.

Alles in allem verlieren die KV-Mitglieder derzeit rund 1,8 Mrd. ihrer Gesamtvergütung für Leistungen außerhalb der Sprechzeiten.

Wie wird es nach der Reform der Notfallversorgung aussehen?
Es werden rund 1.000 Krankenhäuser eine INZ erhalten. (Wären es weniger, würde die Inanspruchnahmen pro Krhs steigen, wodurch die Personalkosten etc. steigen würden. Mit der Annäherung von 1.000 Krhs dürfte man ganz gut liegen.)

Was braucht eine INZ?
Ärzte, MFA, Fahrer, Verwaltung, Fahrzeuge, EDV, Technik, Fläche, ……
Um 24/7/365 betreiben zu können, braucht man 5 Schichten an Personal. Pro Schicht benötigt man
5 Ärzte (2 im Sitzdienst, 3 im Fahrdienst): 1.000.000€ p. a.
6 MFA: 270.000€ p. a.
3 Fahrer: 105.000€ p. a.
Gesamte Personalkosten pro Schicht: 1,38 Mio. Summe der produktiven Personalkosten: Rund 7 Mio. pro INZ pro Jahr.
Dazu folgende Kosten:
Verwaltung und Geschäftsführung: 250.000
Fahrzeuge: 120.000€
Buchhaltung: 50.000€
EDV, Tel, ….: 40.000€
Miete inkl. NK: 60.000€
Investitionen: 50.000€
Sonstiges: 50.000
Summe: 620.000€
Gesamtsumme (Personal plus Rest): 7,62 Mio. p. a.

Multipliziert mit 1.000 INZ ergibt das Gesamtkosten von 7,62 Mrd. p. a.
Wären es nur 600 INZ, würden die Gesamtkosten bei ca. 4,5 Mrd. p. a. liegen.

Da es sich zweifelsfrei um ambulante Leistungen handelt, müssen die Ausgaben dafür auch aus der von den Kassen an die KVen mit befreiender Wirkung gezahlten Gesamtvergütung kommen. Bei Fallwerten von 32€, was einem Gesamtvolumen von 1,28 Mrd. entspräche, läge die Unterdeckung bei über 6 Mrd. Um kostendeckend zu arbeiten, benötigten die Länder für den Betrieb der INZ Fallwerte von 190€. Wären es nur 600 INZ, müsste der Fallwert bei 114€ liegen (Gesamtvolumen: 4,572 Mrd.).

Die Länder haben den Sicherstellungsauftrag (Fakt 1) und müssen die INZ an 24/7/365 betreiben (Fakt 2). Die Refinanzierung erfolgt aus der Gesamtvergütung, die die Kassen mit befreiender Wirkung an die KVen zahlen.

Jetzt könnte man zu Recht einwerfen, dass die INZ nicht 24/7/365 arbeiten, da an 30h pro Woche die Arztpraxen ja geöffnet wären. OK, dann arbeiten die INZ nicht an 168h pro Woche sondern nur an 138h. (Dass die Mieten etc. in dem Falle nicht variabel sind, ignoriere ich. Es geht lediglich um die „Hausnummern“.)
Statt 7,6 Mrd. bei 168h werden bei 138h „nur“ noch 6,2 Mrd. benötigt.

Es ist völlig egal, welche Zahl man im Detail ein bisschen nach oben oder unten anpassen muss, damit die überschlägige Kalkulation realitätsnäher wird, die Hausnummern sprechen für sich.

Heute werden weniger als 2 Mrd. aus der Gesamtvergütung für die Notfallversorgung aufgewendet. Künftig werden zwischen 4 und 7,6 Mrd. dafür fällig werden.

Und die KV-Mitglieder werden es zahlen.

Fang jetzt bitte nicht an zu rechnen, was das für dein Honorar zu bedeuten. Solltest du zu den konservativen GOUDAH-Ärzten gehören (Gynäkologe, Orthopäde, Urologe, Dermatologe, Augenarzt, HNO-Arzt), ist die Antwort ganz einfach. Rechne mit Rückgängen bei den Fallwerten von >> 20%.
LNS

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