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Medizin

Routine-Blutzucker­werte können auf Typ-2-Diabetes hinweisen

Montag, 22. Juli 2019

/ Sherry Young, stock.adobe.com

Atlanta – Die Glukosekonzentrationen im Blut, die bei Laboruntersuchungen aus diversen Anlässen mit bestimmt werden, liefern auch dann Hinweise auf einen Typ 2-Diabetes, wenn die Patienten bei der Blutentnahme nicht nüchtern sind. Dies geht aus einer Kohortenstudie in PLOS ONE (2019; doi: 10.1371/journal.pone.0219964) hervor.

Die Diagnose eines Typ 2-Diabetes erfordert einen erhöhten Nüchtern-Blutzucker, besser noch erhöhte Werte in einem oralen Blutzucker-Belastungstest oder einfacherweise einen HbA1c-Wert von mehr als 6,5 Prozent. Diese Untersuchungen werden meistens erst bei einem klinischen Verdacht durchgeführt. Dies hat zur Folge, dass ein Typ 2-Diabetes oft erst erkannt wird, wenn bereits Spätkomplikationen erkennbar werden.

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Mary Rhee von der Emory University School of Medicine in Atlanta und Mitarbeiter haben jetzt untersucht, ob die Zufallswerte der Glukose (im nicht nüchternen Zustand), die bei vielen Labortests routinemäßig mit bestimmt werden, auch dann einen Anhaltspunkt für einen Typ 2-Diabetes liefern, wenn sie unter dem derzeitigen diagnostischen Grenzwert von 200 mg/dl liegen.

Die Forscher analysierten dazu die Daten von 942.446 US-Veteranen, die zum Zeitpunkt der Untersuchung nicht an Diabetes litten, bei denen aber im letzten Jahr mindestens dreimal der Nicht-Nüchtern-Blutzucker bestimmt worden war. In den folgenden fünf Jahren wurde bei 94.599 Veteranen die Diagnose eines Typ 2-Diabetes gestellt. Diese Personen hatten erwartungsgemäß einen höheren Body-Mass-Index (BMI 32 versus 28 kg/m2), aber auch die Gelegenheitswerte des Blutzuckers waren höher (150 versus 107 mg/dl). Außerdem gehören die später diagnostizierten Diabetiker häufiger zur Gruppe der Afroamerikaner (18 versus 15 Prozent).

Bereits die demografischen Faktoren (Alter, Geschlecht, BMI und ethnische Zugehörigkeit) lieferten einen gewissen Hinweis, dass die Diagnose eines Typ 2-Diabetes bevorstand. In der ROC-Analyse wurde ein AUC-Wert von 0,701 für die Diabetesdiagnose innerhalb eines Jahres erreicht (die ROC-Analyse kombiniert Sensitivität und Spezifität, ein Wert von 1 zeigt eine sichere Diagnose, ein Wert von 0,5 ein Zufallsergebnis an).

Das Hinzufügen kardiovaskulärer Risikofaktoren (systolischer Blutdruck, Non-HDL-Cholesterin, Rauchen) erhöhte den AUC-Wert nur marginal auf 0,708. Diese Werte wurden von der alleinigen Bestimmung der Zufallswerte des Blutzuckers übertroffen. Die maximalen und die durchschnittlichen Glukosewerte im nicht nüchternen Zustand erreichten AUCs von 0,856 und 0,877. Am besten war der AUC-Wert mit 0,878, wenn der Nicht-Nüchtern-Blutzucker bei zwei der drei Untersuchungen über dem Schwellenwert von 115 mg/dl lag.

Die Spezifität betrug 77 Prozent und die Sensitivität 87 Prozent. Die Kombination der Gelegenheitswerte der Glukose mit den demografischen oder den kardiovaskulären Risikofaktoren führte zu keiner nennbaren Verbesserung.

Rhee rät aufgrund der Ergebnisse den Ärzten, bei ihren Patienten eine Diabetes-Diagnostik (mit Belastungstest oder HbA1C-Bestimmung) zu veranlassen, wenn innerhalb eines Jahres zwei von drei Nicht-Nüchtern-Blutzuckerwerte höher als 115 mg/dl sind. © rme/aerzteblatt.de

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