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KV Baden-Württemberg erwartet 500 unbesetzte Hausarztpraxen

Montag, 22. Juli 2019

/dpa

Stuttgart – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Baden-Württemberg geht davon aus, in den kommenden Jahren rund 500 Hausarztpraxen nicht nachbesetzen zu können. Das erklärte der KV-Vorstandsvorsitzende Norbert Metke anlässlich des Starts der sechsten Doc-Tour in Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse (TK).

„Derzeit sind von den rund 7.100 niedergelassenen Hausärzten im Südwesten etwa ein Drittel über 60 Jahre alt“, sagte Metke. Während sich im Jahr 2014 in rund 50 Pro­zent der mehr als 100 Versorgungsbereiche Hausärzte niederlassen konnten, seien es jetzt 80 Prozent.

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Der KV-Vorsitzende bedankte sich heute auch für den Einsatz der Hausärzte im Land, denn die Behandlungszahlen in den Praxen seien in den vergangenen Jahren gestie­gen. Zudem freue er sich, dass die Krankenkassen gemeinsam mit der KV mehr als fünf Millionen Euro jährlich für die Förderung von Niederlassungen zur Verfügung stell­ten.

Aber obwohl KV und Krankenkassen im Rahmen des Programms „Ziel und Zukunft“ Jungmedizinern, die nach Abschluss der Ausbildung den Sprung in die Niederlassung in einem unterversorgten Gebiet wagten, finanziell unter die Arme griffen, nimmt der Mangel an Hausärzten laut der KV weiter zu.

Die Doc-Tour ist eine Nachwuchskampagne, bei der Medizinstudierende bei einer ein­wöchigen Rundreise niedergelassene Ärzte in Baden-Württemberg kennenlernen und auch mit Landräten und Bürgermeistern ins Gespräch kommen. Unter der Devise „Smart am Start als Landarzt 4.0“ stehen laut TK und KV wieder mehrere Praxisbe­su­che auf dem Tourplan.

Zudem erhalten die Studierenden Informationen über die Gründung und Finanzierung einer Praxis. „In den vergangenen Jahren haben etliche Neuregelungen dafür gesorgt, dass auch Landärzte sozialverträgliche Arbeitsbedingungen bei guter Bezahlung vor­finden. Das wollen wir den Studierenden vermitteln“, sagte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Dienstag, 23. Juli 2019, 15:20

Am Geld liegt es jedenfalls nicht...

selbst Arztsitze mit Gewinnen von 300.000 EUR oder mehr sind doch heute unverkäuflich und auch mit Angestellten kaum zu besetzen.
Die Allgemeinmedizin wurde von der Königsdisziplin zur randständigen Lachnummer verzerrt. Jegliche gesondert abrechenbare Spezialleistungen, die für Landärzte wichtig sind, wurden in Fallpauschalen versenkt oder gar ganz aus dem hausärztlichen Katalog gestrichen. Die "kleine Chirurgie", Röntgen, Endoskopien - auf dem Land alles dringend notwendig, aber nicht mehr abrechenbar...
Fast 70% der Studienanfänger in der Medizin sind heute weiblich und haben andere Prioritäten für ihre "work-Life-Balance". Was sollen diese Ärztinnen samt ihren Familien in Dörfern, wo es weder Krämer, Fleischer, Bäcker gibt, die Kinder stundenlang in abgelegene Schulen und Kitas gekarrt werden müssen und die Ehemänner keinen Job finden?
Für das Land müssen neue Konzepte her, Großpraxen mit evt nur tageweise besetzten Filialen, AGNES und VERAH mit Tablet und KI-Backup... den Hausarzt in jedem Kaff wird es nicht mehr geben.
Wenn die "Landarzt-Studenten" in 12 Jahren fertig sind, wird sie keiner mehr brauchen...
Avatar #754103
Biochemie
am Dienstag, 23. Juli 2019, 12:01

Wie regeln wir Gleichgewicht zu finden zwischen Arzten und hilfebdürtfigen Menschen?

Wie wir lesen können wurde etwas für den Ärztemangel besonders auf dem Lande bis in das Studium gebracht.

Ich denke solche Situationen werden auch in Zukunft immer wieder vorkommen. So stellt sich die Frage, wie können wir uns in Zukunft, besser auf solche Situationen vorbereiten?
So das wir schneller reagieren können.

Im Vergleich können wir auch jedes Jahr lesen das zum Beispiel Kindergartenplätze zu wenige vorhanden sind. Wie kommen wir an die Zahlen der Kinder die jedes Jahr in den Kindergarten kommen und an die Zahlen der Plätze die zu Verfügung stehen in den Wohngebieten?

Wenn wir dieses noch mit dem Thema vergleichen, dass es in manchen Stadtteilen, Schulklassen, Kindergärten gibt wo Deutsche Kinder in der Minderheit sind. Dann stellt sich auch hier die Frage, wie wir an die Zahlen kommen, um früh genug Geburtenanreize zu setzen.

Nur durch gut durchdachte Kontrollen, lassen sich solche Schwierigkeiten früh genug Regeln.
Da sich immer die Anzahl ändern wird, wie viele Kinder geboren werden von welchen Herkunft und wie viele Ärzte sich zum Studium anmelden.
Es wird Jahr für Jahr und Generation für Generation anders sein doch könne wir uns darauf etwas vorbereiten um dann schnell zu reagieren.

Die Biologie reagiert auf ihre weiße und so entwickeln wir unsere.









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