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Vermischtes

Sechsjähriges Kind in Jena an Tuberkulose erkrankt

Montag, 22. Juli 2019

/dpa

Jena – In Jena ist ein Vorschulkind an Lungentuberkulose erkrankt. Das sechsjährige Kind und seine Familie werden in der Kinderklinik des Universitätsklinikums Jena be­treut, wie eine Sprecherin der Stadt heute sagte. Die Erkrankung sei in einem Früh­stadium erkannt worden, das Ansteckungsrisiko außerhalb des familiären Umfelds ge­ring.

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Aktuell ermittle der Fachdienst Gesundheit der Stadt die Kinder, mit denen das kranke Kind in seiner Kindertagesstätte Kontakt hatte. Zum Geschlecht des Patienten machte die Stadt keine Angaben. In Deutschland ist Tuberkulose eher selten. In Thüringen gab es im Vorjahr 98 Neuer­kran­­­­kungen. © dpa/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 24. Juli 2019, 09:33

Nicht das erste Mal..

dass "Pro-Natur" einen medizinischen Offenbarungseid ablegt, was seine fundamentalen Unkenntnisse nicht nur in infektiologischen Sach- und Fachfragen beweist.
Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #9326
Tobias Heinemann
am Mittwoch, 24. Juli 2019, 08:05

An Staphylococcus rex/ Langfassung

Sehr geehrter Kollege,
hier geht es mir nicht um die TBC, sondern um ganz Grundsätzliches.
Jeder Patient ist nicht erfreut eine Erkrankung zu haben. Eine erhöte Prävalenz kann verschiedene Ursachen haben (sexuelle Ausrichtung, prävalenz im Herkunftsland u.sw. ) Zum Vorwurf kann man das den Patienten nie machen. Einfach verschweigen wäre auch nicht richtig. In diesem Falle geht es um von Ihnen richtig dargestellte Zusammenhänge welche eben betonen das es mit Migration nichts zu tun hat. Was mich aber ganz klar stört ist der Unterton in dem Sie dem Kollegen bewusste Manipulation und nicht etwa Unwissen unterstellen. Letzteres ist nämlich durchaus entschuldbar. Das gibt dem Ganzen eine unötige politisch korrekte Note. Eine Antwort die den Kollegen fachlich widerlegt wäre ausreichend. Es wäre eine ruhigere weniger emotionale Anwort. M.f.k.G T. H.
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Dienstag, 23. Juli 2019, 23:43

Langfassung

Falls meine Entgegnung auf die letzte Frage von Pro-Natur missverständlich war, hier noch einmal die Langfassung:

Die Frage ob, das betroffene Kind ein Einwandererkind war, ist in zweifacher Hinsicht überflüssig und eine manipulative Unterstellung. Erstens sind Kinder sehr empfänglich für Tuberkulose, aber sie sind sehr schlechte Überträger. Selbst wenn mehrere Kinder betroffen wären, die Infektionsquelle ist praktisch immer ein Erwachsener. Die Kinder sind also immer die Opfer. Sie sind in den seltensten Fällen eine Gefahr für ihre Umgebung. Ob es sich hier um ein deutsches Kind oder ein Einwandererkind handelt, ist für die Frage der Gefährdung der Umgebung absolut irrelevant.
https://www.dzk-tuberkulose.de/aerzte/leitlinien/

Zweitens ist auch die grundsätzliche Frage nach der Herkunft des Kindes irrelevant. Ausländer haben zwar einen höheren Anteil an den Tuberkulosefällen in Deutschland, durch die aktive Fallsuche werden die meisten zum Zeitpunkt der Einreise aktiven/offenen Tuberkulosefälle erfasst, bevor eine Gefährdung der Umgebung eintritt.
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/T/Tuberkulose/Download/TB2017.pdf
Dort auf Seite 20 und Seite 43 sind folgende Passagen zu finden:
„Angaben zur Staatsangehörigkeit lagen für 5.165 der 5.486 übermittelten Erkrankungen vor (94,1 %). 1.650 (31,9%) der auf dem Meldeweg erfassten Erkrankten hatten die deutsche Staatsangehörigkeit, 3.515 Erkrankte (68,1 %) waren ausländische Staatsbürger (siehe auch Tab. 2; Tab. 4).“
„ Im Rahmen der Screeningmaßnahmen bei Asylbewerbern, Flüchtlingen und Aussiedlern wurden bei Kindern 13,4 % (28 von 209 Fällen) der registrierten Tuberkulosen entdeckt. Bei Erwachsenen betrug dieser Anteil 10,4 % (465 von 4.460 Fällen).“

Derartige Fragen nach der Herkunft des betroffenen Kindes machen nur Sinn, wenn man aus einer konkreten Antwort (z.B. Einwandererkind) weitere Schlussfolgerungen ableiten kann. Der Anteil der Ausländer an den Tuberkulosefällen ist zwar erhöht, insgesamt ist und bleibt Deutschland aber weiterhin ein Niedrigprävalenzland. Es gibt keinen Grund für Alarmismus. Und selbst wenn es zu klinischen Fällen kommt, das Hauptrisiko geht von Reaktivierungen bei Erwachsenen aus, nicht von betroffenen Kindern.
Avatar #9326
Tobias Heinemann
am Dienstag, 23. Juli 2019, 11:26

An Staphylococcus rex

Krank zu sein ist keine Schuld. Dies zu kommentieren ist auch keine. Natürlich kommen auch Menschen mit einem anderen Krankheitspektrum. Aber die können nichts dafür. Bitte sachlich bleiben. Man muss nicht "alles politisieren".
Avatar #88255
doc.nemo
am Dienstag, 23. Juli 2019, 09:50

Kein Nachrichtenwert

Was hat so eine Meldung jetzt im DÄ verloren? Ein TBC-krankes Kind hat keinen besonderen Nachrichtenwert, die Behandlung einschließlich des epidemiologischen Managements durch das Gesundheitsamt ist Routine.
Pro-Natur hat keine Ahnung.
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Montag, 22. Juli 2019, 23:20

Billige Stimmungsmache

Die BCG-Impfung schützt nicht vor Lungentuberkulose, sondern nur vor tuberkulöser Meningitis und Miliartuberkulose. In einem Niedrigprävalenzland wird die BCG-Impfung nicht empfohlen, von einer Impfpflicht ist hier nicht einmal ansatzweise die Rede.

Die Hauptinfektionsquelle sind reaktivierte (vorher latente) Tuberkulosen bei alten/immungeschwächten Leuten. Kinder sind halt besonders empfindlich für diese Erreger. Durch die aktive Fallsuche in den Erstaufnahmelagern werden aktive Erkrankungen bei Einwanderern eher gefunden als in der "Normalbevölkerung". Mit etwas Lesen und Nachdenken hätte sich Pro-Natur seinen sinnfreien Betrag sparen können.
LNS
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