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Hohe Dunkelziffer bei Hepatitis vermutet

Dienstag, 23. Juli 2019

Hepatitis-B-Viren /dpa

Essen – Die Deutsche Leberstiftung warnt davor, dass Deutschland das Ziel, Hepatitis B und C bis zum Jahr 2030 zu eliminieren, voraussichtlich nicht erreichen wird. Dieses Ziel hatte die Welt­gesund­heits­organi­sation WHO 2016 formuliert. Mehr als 190 Mit­glied­s staaten der WHO haben sich verpflichtet, der Virushepatitis im eigenen Land den Kampf anzusagen, auch Deutschland.

Im April 2016 hatte die Bun­des­regierung eine Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C sowie ande­rer sexuell übertragbarer Infektionen namens „BIS 2030 – Bedarfsorientiert, Integriert, Sektorübergreifend“ beschlossen, mit der Deutschland bis 2030 Hepatitis B und C wie auch HIV und andere Infektionskrankheiten erfolgreich bekämpfen will.

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„In Deutschland haben wir einen sehr guten Therapiezugang, aber das allein ist für eine Elimination nicht ausreichend“, sagte der Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, Michael Manns, im Vorfeld des Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli.

Problematisch sei vor allem eine hohe Dunkelziffer nicht erkannter Fälle. Laut der Stiftung ist davon auszugehen, dass viele Betroffene in Deutschland nichts von ihrer Erkrankung wissen. „Wir brauchen mehr Tests. Dabei sind auch niedrigschwellige Test- und Therapieangebote wichtig, um alle Betroffenen zu erreichen“, so Manns.

Lebererkrankungen bestehen oft über Jahre, ohne dass sich spezifische Anzeichen dafür zeigen. „Wir müssen weiter umfassend über Virushepatitis informieren, um das Bewusstsein in der Bevölkerung dafür zu vergrößern. Lebererkrankungen können wirklich jeden treffen. Das Thema geht uns also alle an“, betonte der Vorstandsvor­sitzende der Deutschen Leberstiftung.

Nach aktuellen Schätzungen der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO leben weltweit etwa zwischen 300 und 400 Millionen Menschen mit einer Hepatitis B oder einer He­pa­titis C. In Deutschland geht man laut der Leberstiftung davon aus, dass etwa 250.000 Men­schen chronisch mit dem Hepatitis C-Virus infiziert sind und sich bei circa 200.000 bis 400.000 erwachsenen Menschen Hinweise auf eine chronische HBV-Infektion finden.

Dem Statistischen Bundesamt zufolge hat sich die Zahl der Patienten, die wegen einer Hepatitis stationär behandelt wurden, innerhalb von zehn Jahren halbiert: von rund 7.300 Fällen im Jahr 2007 auf 3.680 Fällen im Jahr 2017. Fast drei Viertel der Hepa­titis-Patienten mit Kranken­haus­auf­enthalt (2820) hatten 2017 eine akute Form der Leber-Erkrankung, gut ein Viertel waren chronisch erkrankt (974).

Genaue Daten zu Infektionen und Erkrankungen will das Robert Koch-Instituts (RKI)  zum Welt-Hepatitis-Tag am kommenden Donnerstag (28. Juli) vorlegen. Der Tag soll auf die Schutz- und Behandlungsmöglichkeiten von Hepatitis-Infektionen aufmerksam machen. © hil/dpa/aerzteblatt.de

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Julius Senegal
am Montag, 29. Juli 2019, 14:06

Zu viele Fälle

Die Impfung gegen Hep B ist eine STIKO-Empfehlung.

Angesichts der vielen und in der Behandlung teuren Fälle verstehe ich nicht, wie Seuchenbefürworter (Impfgegner) mit Schwachsinnsgeblubbere dagegen ankämpfen.
LNS

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