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Politik

AOK Bayern übernimmt vorerst einfache Behandlungspflege in Wohngruppen

Freitag, 26. Juli 2019

/dpa

München – Die AOK Bayern wird bis auf Weiteres die Kosten für die einfache medizi­nische Behandlungspflege in ambulanten Wohngruppen übernehmen, wenn die ent­sprechenden Voraussetzungen dafür vorliegen. Das teilte die AOK jetzt mit.

Grundsätzlich ist die Kasse allerdings der Auffassung, dass die monatlichen Pau­scha­le von 214 Euro je Versicherten, die die Pflegekasse an die Wohngruppen für Prä­senz­kräfte überweist, auch einfache Tätigkeiten der medizinischen Behandlungspflege umfasst. Dies ist  jedoch juristisch noch nicht geklärt.

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Mit der Kostenübernahme will die Kasse nach eigenen Angaben individuelle Härten vermeiden und verhindern, dass Versicherte in ambulanten Wohngruppen in eine mög­­licherweise langwierige Rechtsklärung hineingezogen werden. Zu den Maßnah­men, um die es geht, gehören zum Beispiel das An- und Ausziehen von Kompressi­ons­strümpfen und die Medikamentenabgabe.

Die AOK Bayerns betont, dass sie neue Versorgungsformen wie ambulante Wohn­gruppen grundsätzlich begrüßt. „Bei ihrer Umsetzung kann es jedoch zu Fragestellun­gen kommen, die geklärt werden müssen, weil dafür noch keine Regelungen vorlie­gen“, hieß es von der Kasse.

Der Bundesgesetzgeber sei gefragt, wenn vorhandene Regelungen auf weiterent­wickelte Versorgungsstrukturen nicht mehr anwendbar seien. „Dies gefährdet im Zwei­fel innovative Modelle und damit die individuelle und sichere Versorgung von Kranken und Pflege­bedürftigen“, warnt die Kasse.

Laut einer Studie im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes sind neue Wohnformen für pflegebedürftige Menschen grundsätzlich eine Alternative zur bislang üblichen stati­onä­ren und ambulanten Versorgung. Sie können zum Beispiel die Bedürfnisse von Pflegebe­dürftigen gezielter berücksichtigen. Eine entsprechende Studienauswertung haben Wissenschaftler der Prognos AG und des Kuratoriums Deutsche Altershilfe im vergangenen Oktober in Berlin vorgestellt. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #92214
H.-D. Falkenberg
am Samstag, 27. Juli 2019, 09:59

AOK bayern übernimmt voreerst einfache Behandlungspflege

Schon vor fast zwei Jahrzehnten konnte ich gemeinsam mit dem KDA (Kuratorium Deutsche Altershilfe) auf Seminaren, in Schulungen und bei Kongressen (RehaCare) erläutern, warum ambulant betreute Wohngruppen für alle Beteiligten außer für Krankenkassen von Vorteil sind. Ich finde es sehr bedauerlich, dass erst jetzt dieses "großzügige" Angebot von der AOK Bayern unterbreitet wird.

Nach meinen eigenen Recherchen, festgehalten in einem Gutachten, das seinerzeit allen zuständigen Ministerien vorgelegen hat, konnte ich unbestritten feststellen, dass ca. 12 bis 15 Prozent der pflegerischen Leistungen auf Behandlungspflege entfallen, 1996 ??? immerhin über zwei Milliarden DM. Der Verlust der Pflegekassen entsteht u.a. durch eine falsche Zuordnung der Leistungen, statt SGB V, SGB XI, und somit auch der Kosten.
LNS

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