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Unfallchirurgen stellen Instrumentenliste für Notfall-OP-Set vor

Mittwoch, 24. Juli 2019

/dpa

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hat ein Notfall-OP-Set zusammengestellt, dass bei einem Terroranschlag oder Amoklauf mit vielen Verletzten die Versorgung verbessern soll. Es ist vor allem für Notfalloperationen bei Höhlenblu­tun­­gen nach Schuss- und Sprengstoffverletzungen konzipiert und enthält chirurgische Instrumente, um stark blutende Wunden im Brust-, Bauch- und Beckenraum zu ver­sor­­gen.

„Die richtige Materialbewirtschaftung ist ein wesentlicher Aspekt, um in Ausnahme­situa­tionen die bestmögliche Versorgung der Patienten ermöglichen zu können“, sagte Paul Alfred Grützner, DGU-Präsident und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Die Fachgesellschaft empfiehlt Krankenhäu­sern, das Spezial-Set – auch OP-Sieb genannt – für kritische Lagen in ausreichender Menge bereitzuhalten.

Bei der Zusammenstellung haben sich die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie und die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie beteiligt, da es sich bei den Notfalloperationen zum großen Teil um allgemein-, gefäß- und viszeral­chi­rurgische Eingriffe handelt. Das Set umfasst über 120 verschiedene Instrumente: darunter Skalpelle, Pinzetten, Scheren, Knochenbohrer, Wundspreizer, Cutter, Kno­chenhebel, Drainagen, Nahtmate­rial.

„Das Operationssieb ist auf die Maßnahmen fokussiert, die für die Sicherung des Überlebens der Patienten notwendig sind“, erläuterte Oberstarzt Benedikt Friemert vom Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Leiter der DGU-Arbeitsgruppe Einsatz-, Katastro­phen- und Taktische Chirurgie. Unfallchirurgen und Chirurgen könnten mit nur einem OP-Sieb die unterschiedlichsten Verletzungsmuster bei einem Mehrfachverletzten versorgen.

Die DGU engagiert sich neben dem Notfall-OP-Set noch mit weiteren Maßnahmen, damit Opfer von Terroranschlägen oder Amokläufen in Deutschland schnell und situ­ationsgerecht auf hohem Niveau versorgt werden können. Dazu zählt unter anderem ein Kurs „Terror and Disaster Surgical Care“ zur Behandlung von Schuss- und Explo­sionsverletzungen. © hil/aerzteblatt.de

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