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Medizin

Marker zeigt bei Vorhofflimmern Schäden durch Ablationstherapie an

Mittwoch, 24. Juli 2019

/dpa

München – Die Konzentration des Proteins MYBPHL im Blut könnte Auskunft darüber geben, wie ausgeprägt nach einer Kryo- oder Radiofrequenzablation eines Vorhof­flimmerns die Verletzungen an den Vorhöfen sind. Dies zeigt eine Studie Münchner Wissenschaftler, die in Scientific Reports erschienen ist (DOI: 10.1038/s41598-019-46123-w).

Gerade in der Kardiologie seien Marker zur Vorhersage und Verlaufsbeurteilung wichtig, da sie es ermöglichten, Probleme schnell zu erkennen, erklärte Seniorautor Markus Krane, stellvertretender Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Deutschen Herzzentrums München (DHM), in einer Pressemitteilung.

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Bereits vor zwei Jahren entdeckten die Wissenschaftler um Krane das Protein MYBPHL (Myosin binding protein H-like), das in zwei Isoformen existiert. Die beiden Isoformen weisen eine identische Aminosäuresequenz auf, mit Ausnahme einer Dele­tion von 23 Aminosäuren in der Isoform 2. Und diese verkürzte Isoform findet sich fast ausschließlich in den Atrien des menschlichen Herzens. In den Ventrikeln, der Arteria thoracica interna und der Skelettmuskulatur ist die Isoform 2 von MYBPHL dagegen kaum nachweisbar.

„Nachdem wir die spezifische und üppige Expression von MYBPHL im Vorhofgewebe festgestellt hatten, spekulierten wir, dass sich Verletzungen des Vorhofs im Blut der Patienten zeigen könnten“, schreiben die Autoren um Krane und Erstautor Harald Lahm, der an der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des DHM das Labor für Zell- und Molekularbiologie leitet.

Sie untersuchten zu verschiedenen Zeitpunkten nach dem Eingriff Blutproben von mehr als 100 Patienten mit Vorhofflimmern, die mit einer Kryo- oder Radiofrequenz­ablation behandelt wurden. Dabei zeigte sich, dass nach der Verletzung des Vorhof­gewebes durch die Ablationstherapie die Isoform 2 von MYBPHL rasch und in Ab­hängigkeit von der vergangenen Zeit in den peripheren Blutkreislauf abgegeben wurde.

Direkt nach dem Eingriff, als die Patienten auf die Intensivstation kamen, war die Kon­zentration von MYBPHL im Blut am höchsten und sank dann über 24 Stunden lang­sam ab.

Patienten dagegen, bei denen ein Aortenklappenersatz oder eine Transkatheter-Aor­tenklappen-Implantation durchgeführt worden waren – Eingriff, die keine Schäden am Vorhof hinterlassen –, hatten keine erhöhten MABPHL-Konzentrationen im peripheren Blut. Sie blieben durchgehend auf dem Niveau der gesunden Kontrollgruppe.

Entwicklung von Blutschnelltest geplant

Daraus schlussfolgern die Autoren, dass „MYBPHL als präziser und zuverlässiger Biomarker eingesetzt werden kann, um Gewebeschäden an den Vorhöfen vorherzu­sagen“.

„So können wir durch eine einfache Blutuntersuchung das Ausmaß des gesetzten Vorhofschadens beurteilen und im Verlauf den Therapieerfolg vorhersagen. Sinkt der Wert des neuen Markers ab und weitere Marker für einen Herzmuskelschaden bleiben im Verlauf erhöht, ist davon auszugehen, dass es anderweitige Probleme bei dem Eingriff gibt. Wir können dann gezielt mit zusätzlichen Untersuchungen und Behand­lungsmaßnahmen frühzeitig gegensteuern“, so Krane.

Im nächsten Schritt wollen Krane und sein Team Antikörper herstellen, die nur die Isoform 2 erkennen und so für einen Blutschnelltest eingesetzt werden könnten. Die Entwicklung eines solchen standardisierten Tests würde den flächendeckenden und routinemäßigen Einsatz nach chirurgischen oder interventionellen Eingriffen an den Atrien ermöglichen. © nec/aerzteblatt.de

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