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Wirksamkeit klinischer Ethikberatung zu wenig untersucht

Freitag, 26. Juli 2019

/shefkate, stockadobecom

Halle/Wittenberg – Mehr Forschung zu klinischen Ethikberatungen fordern Wissen­schaftler in einem neuen Cochrane-Review. Danach sind die Auswirkungen dieser Beratung auf die klinische Praxis und die Faktoren dafür bislang wenig untersucht.

In vielen Krankenhäusern besteht inzwischen die Möglichkeit einer klinischen Ethik­beratung. Ziel dieser Beratungen ist es, Patienten, Angehörige und Mitglieder des Be­handlungsteams bei ethisch schwierigen Entscheidungen zu unterstützen.

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„Es besteht ein Mangel an qualitativ hochwertigen Studien zur Evaluation der Wirk­samkeit“, erläuterte Stephan Nadolny, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

„Für solche klinisch-ethischen Forschungsarbeiten ist eine enge Zusammenarbeit von Vertretern der Medizinethik mit Wissenschaftlern der Gesundheitsforschung und wei­te­ren Disziplinen erforderlich“, sagte Jan Schildmann, Direktor des Instituts, der die Forschungsarbeiten geleitet hat.

Die Wissenschaftler haben für den Review vier randomisierte Studien aufgenommen, die in sechs Artikeln veröffentlicht wurden. Die Erscheinungsdaten reichten von 2000 bis 2014. Drei Studien wurden in den USA und eine Studie in Taiwan durchgeführt. Alle Studien wurden auf der Intensivstation durchgeführt und umfassten zusammen 1.165 Patienten.

„Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die eingeschlossenen Studien ein mittle­res oder hohes Verzerrungsrisiko aufweisen. Aufgrund des unterschiedlichen Charak­ters der Interventionen und der geringen Anzahl von Studien war es nicht möglich, verschiedene Modelle der Intervention hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zu vergleichen“, schreiben sie.

An dem mehrjährigen, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekt waren auch Wissenschaftler aus Bochum, München und Amsterdam beteiligt. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #720508
e.ne
am Freitag, 26. Juli 2019, 17:55

Auch Ethiker sind nicht der liebe Gott - und auch nicht der hassende, auch nicht Allah usw

Was denken Sie denn was Ethiker sind?
Das sind Leute, die Ethik lesen und schreiben können.
Normale Menschen tragen ein gesundes normales Verantwortungsbewusstsein in sich - nur geben sie nicht damit an.
Jeder kann sich doch auf sein eigenes Gefühl verlassen.
Und wenn dem Ärzteteam noch Wissen fehlen sollte um selber beraten
zu können, dann müssen Sie sich informieren bei wem auch immer.
Zu welchem Ethiker wollen Sie denn gehen?
Das sind doch Entscheidungen des Patienten und zwar nur seine.
Evt dürfen auch Angehörige auf seine Wunsch dazu Stellung nehmen.
Der Arzt/die Ärztin sind Sie! Und Sie müssen den Patienten aufklären
und ihm alles soweit es ihn betrifft/soweit erforderlich erklären.
Ich weiß wirklich nicht, was da noch ein Ethiker soll.
"Viele Köche verderben jeden Brei"!
LNS

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