NewsPolitikArmutsrisiko in Deutschland noch immer regional unterschiedlich
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Armutsrisiko in Deutschland noch immer regional unterschiedlich

Donnerstag, 25. Juli 2019

/dpa

Wiesbaden – Das Armutsrisiko in Deutschland ist regional immer noch sehr unter­schied­lich verteilt. Während im vergangenen Jahr in Bayern (11,7 Prozent) und Ba­den-Württemberg (11,9 Prozent) etwa jeder achte bis neunte Mensch von Armut be­droht war, war es in Bremen (22,7 Prozent) fast jeder Vierte. Das teile das Statistische Bundesamt in Wiesbaden heute auf Basis des Mikrozensus mit.

Die Armutsgefährdungsquote ist ein Indikator zur Messung relativer Einkommens­ar­mut. Wie die Erhebung weiter ergab, ist das Risiko zu verarmen in den neuen Bundes­ländern und Berlin mit 17,5 Prozent zwar weiterhin höher als in den alten Bundeslän­dern (15 Prozent). Allerdings näherten sich Ost und West zunehmend an.

Anzeige

Am stärksten von Armut betroffen sind Alleinerziehende und ihre Kinder. 2018 waren 40,4 Prozent der Bewohner von Alleinerziehenden-Haushalten in den alten Ländern und 44,5 Prozent in den neuen Ländern (mit Berlin) armutsgefährdet.

Auch im Osten sind die regionalen Unterschiede enorm: Während in Berlin 34,1 Pro­zent von Armut bedroht waren, traf dies in Mecklenburg-Vorpommern auf 56,9 der Men­schen in Alleinerziehenden-Haushalten zu.

Der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen machte angesichts der Zahlen deutlich, dass der gestiegenen Anteile von Rentnern und Erwerbstätigen seit 2008 sowohl ältere als auch jüngere Menschen dringend auf eine zukunftsfähige Altersversorgung angewiesen seien.

„Es kann nicht sein, dass jemand nach Jahrzehnten voller Arbeit, Kindererziehung oder Angehörigenpflege zum Sozialamt gehen muss“, sagte der Vorsitzende Horst Vöge. „Wir fordern Respekt für diese Lebensleistung – in Form einer guten Rente für alle Generationen!“ © dpa/may/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #778412
Existencia
am Freitag, 26. Juli 2019, 12:20

Es kann nicht sein...

dass die bestehende und wachsende Armut in Deutschland bekämpft, ja abgeschafft wird. Dann können Regierungspolitiker und Feierabendparlamente die Selbstbedieungsabteilung für ihre Zuwendungen nicht mehr finanzieren.
LNS

Nachrichten zum Thema

2. September 2020
New York – Die Coronakrise wird nach einer Einschätzung der Vereinten Nationen (UN) die Armut von Frauen und Mädchen weltweit deutlich verschlimmern. Eigentlich sei zwischen 2019 und 2021 eine
Coronakrise wird UN zufolge Armut bei Frauen und Mädchen verschlimmern
27. August 2020
Berlin – Das Hilfswerk „Brot für die Welt“ hat vor einem Anstieg der Hungernden weltweit wegen der Coronapandemie gewarnt. „Wir stehen vor einer neuen Hungerkrise“, erklärte die Präsidentin des
Brot für die Welt warnt vor Hungerkrise wegen Coronapandemie
27. August 2020
Berlin – Die Coronapandemie verschärft nach einem Oxfam-Bericht im Nahen Osten und Nordafrika massiv soziale Ungleichheit. Seit März hätten die 21 Milliardäre in der Region ihr Vermögen um fast zehn
Oxfam: Coronapandemie vertieft Kluft zwischen Arm und Reich
19. August 2020
Berlin – Die routinemäßige Anpassung der Hartz-IV-Sätze zum Jahreswechsel hat eine grundsätzliche Debatte über das System ausgelöst. Mehrere Sozialverbände forderten heute eine umfassende Reform. Auch
Kabinettbeschluss zu Hartz-IV-Anpassung ruft grundsätzliche Kritik hervor
13. August 2020
Wiesbaden – Das Armutsrisiko in Deutschland ist im vergangenen Jahr gestiegen. Im ganzen Land waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) auf Basis des Mikrozensus 15,9 Prozent der
Armutsrisiko in Deutschland 2019 gestiegen
12. August 2020
Baden-Baden – Die Armut in Deutschland hat sich dem Sozialverband VdK zufolge durch die Coronakrise verschärft. Immer mehr Menschen würden abgehängt, viele Arme litten extrem unter der Krise und
Sozialverband ruft Staat zu weiteren Coronahilfen auf
7. August 2020
Karlsruhe – Die Gewährung vieler Bildungs- und Teilhabeleistungen für bedürftige Kinder und Jugendliche muss bis Ende 2021 anders organisiert werden. Das hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) in
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER