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Vermischtes

Asklepioskliniken behandelten 15 E-Scooter-Fahrer in drei Wochen

Donnerstag, 25. Juli 2019

/picture alliance, Geisler-Fotopress

Hamburg – Seit Einführung der E-Scooter in Hamburg müssen die Ärzte an den As­klepios-Kliniken immer wieder Verletzte mit Knochenbrüchen und Kopfverletzungen behandeln. Allein in der Innenstadt-Klinik St. Georg seien in den vergangenen drei Wochen mehr als 15 Verletzte behandelt worden, teilte der Klinikbetreiber heute mit. 

Die Hamburger Innenstadt ist ein Hotspot für die Anbieter der elektrisch betriebenen Tretroller, der erste brachte seine Fahrzeuge am 21. Juni auf die Straßen. „Die Bilanz ist erschreckend, vor allem, weil viele Kopfverletzungen dabei waren und die Fahrer in keinem Fall einen Helm trugen“, sagte Christian Kühne, Chefarzt des chirurgisch-traumatologischen Zentrums der Klinik St. Georg.

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Er betonte, es hätten bereits mehrere Patienten mit Verletzungen am Schädel oder im Hirnbereich behandelt werden müssen. Außerdem habe es schwere Gelenkverletzun­gen, Verletzungen im Bereich des Brustkorbs und auch diverse Prellungen und Haut­ver­letzungen gegeben. In anderen Kliniken des Asklepios-Verbundes seien ebenfalls gestürzte Patienten behandelt worden, genauere Zahlen gab es hierzu nicht.

Der Chirurg appellierte an alle E-Scooter-Fahrer, unbedingt einen Helm zu tragen, auch wenn es in Deutschland keine Helmpflicht gebe. Mit den bis zu 20 Stundenkilo­meter schnellen Scootern dürfen über 14-Jährige Radwege oder – wenn nicht vor­handen – Straßen befahren.

Die Unfallbilanz nimmt das Klinikum zum Anlass, bei sich ein Register für eine spätere Studie anzulegen. „Wir erfassen dann zum Beispiel den Schweregrad der Verletzung, ob der verletzte Scooter-Fahrer einen Helm getragen hat, ob er zum ersten Mal mit einem E-Scooter unterwegs war und ob es ein Sturz oder eine Kollision war“, sagte Kühne. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Sonntag, 28. Juli 2019, 23:44

Das Gesamtkonzept ist nicht stimmig

Der Verkehrsraum in den Städten ist begrenzt. Das bisherige Vorgehen festzulegen, wer Eigentümer des Verkehrsraumes ist, führt aus meiner Sicht in die falsche Richtung. Statt dessen sollten funktionelle Aspekte eine wesentlich größere Rolle spielen.

Nehmen wir die Fußwege, sie sind ausgelegt für Verkehrsteilnehmer mit der Schulterbreite eines Menschen und den Geschwindigkeitsbereich 0 – 15 km/h. Radwege sind für die gleiche Breite ausgelegt, aber für den Geschwindigkeitsbereich 10 – 30 km/h. Für Straßen gelten entsprechend größere Breiten und höhere Geschwindigkeiten. Deshalb ist es aus meiner Sicht egal, wer sich auf dem Fußweg befindet, solange die Person schmal genug ist und langsamer als 15 km/h unterwegs ist, sollte eine friedliche Koexistenz aller Verkehrsteilnehmer möglich sein. Das bedeutet aber auch, wer schneller sein will, gehört auf den Radweg oder auf die Straße.

Eine analoge Problematik wie bei den E-Scootern haben wir bei den Fahrrädern. Dort sieht die Lösung so aus: normale Fahrräder, Pedelecs bis 25 km/h sind rechtlich wie Fahrräder, Pedelcs über 25 km/h sind rechtlich wie Kleinkrafträder (mit Nummernschild etc.). Die Vergleichbarkeit von E-Scootern und Pedelecs hat aber auch ihre Grenzen. Pedelecs haben bessere Bremsen und können besser verzögern, auch ist die ganze Bewegung deutlich stabiler. Es würde also Sinn machen, E-Scooter auf 10 km/h zu begrenzen und in diesem Fall rechtlich einem Tretroller gleichzusetzen. Dafür sollte der Geschwindigkeitsbereich oberhalb von 10 km/h deutlich restriktiver gehandhabt werden. Dazu gehören Kennzeichenpflicht (bereits gegeben), Verbot von Fußwegen (bereits gegeben), Helmpflicht (fehlt bisher), verpflichtende Blinker (das Fahrverhalten ist instabiler als beim Fahrrad), die Pflicht zum Mitführen einer personengebundenen Zulassung (wie bei Mietautos, der bürokratische Aufwand dürfte das Geschäftsmodell der Vermietung an ungeübte Fahrer zunichte machen).

Ich denke, bis 10 km/h sind E-Scooter auch für Anfänger halbwegs sicher. Allerdings sind sie dann auch eine Spaßbremse und für die bisherigen Mietmodelle nur bedingt geeignet. Dieser Artikel zeigt aber auch, schnellere Fahrzeuge sind kein harmloses Spielzeug. Vielleicht bin ich voreingenommen, aber für die E-Scooter fehlt mir der wirkliche Einsatzbereich. Für Kurzstrecke (bis 2 km) haben wir unser Füße, für Strecken bis 10 km ist das Fahrrad perfekt. Beides ist umweltschonend und trainiert den Kreislauf. Außerdem gibt es Hinweise, dass die nicht die Berufspendler, sondern die Touristen die E-Scooter benutzen:
https://www.spiegel.de/auto/aktuell/e-scooter-spass-fuers-wochenende-statt-alternative-zum-auto-a-1278655.html
Ich fürchte allerdings, Sachkompetenz ist nicht gerade die Stärke unseres aktuellen Verkehrsministers.
Avatar #34738
panitz
am Donnerstag, 25. Juli 2019, 18:18

Dr

Das Ganze ist ein sehr grosser Irrsinn
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