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Politik

Lunapharm fordert von Brandenburg 70 Millionen Euro

Donnerstag, 25. Juli 2019

/dpa

Potsdam – Der Brandenburger Pharmahändler Lunapharm, dem das Landesgesund­heitsamt nach dem Skandal um angeblich gestohlene Krebsmedikamente den Handel untersagte, fordert vom Land 70 Millionen Euro Schadenersatz. Das bestä­tig­te der Sprecher von Lunapharm, Klaus Kocks, heute in Potsdam.

Geschäftsführerin Susanne Krautz-Zeitel erklärte, ihre Firma habe zu keiner Zeit mit gestohlenen Medikamenten gehandelt. Die Geschäftsbeziehung mit dem betroffenen griechischen Apotheker habe Lunapharm bereits im Februar 2017 beendet, weil des­sen Handelserlaubnis vom Amt infrage gestellt worden sei.

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Der Skandal war nach einem Bericht des ARD-Magazins „Kontraste“ im Juli 2018 hochgekocht. Danach stand der Verdacht im Raum, dass die Medikamente wegen unsachgemäßer Lagerung unwirksam gewesen sein könnten. Auch dies habe sich nicht bestätigt, betonte Kratz-Zeitel.

„Die Analysen der Rückstellproben haben ergeben, dass alle Medikamente wirksam waren.“ Zudem habe die Europäische Arzneimittelaufsicht EMA erklärt, dass es keine Anzeige zu in Griechenland gestohlenen Medikamenten gegeben habe.

Das Brandenburger Landesgesundheitsamt hatte Lunapharm Anfang des Jahres die Herstellung von Arzneimitteln und den Handel verboten. Daraufhin hatte das Unter­nehmen beim Verwaltungsgericht Potsdam beantragt, den Vollzug dieser Verbote aus­zusetzen. Dazu gibt es bislang noch keine Entscheidung des Gerichts.

„Hier ist ein Unternehmen ohne sachlichen Grund vor die Wand gefahren worden“, sagte Kocks. Weitere Schadenersatzforderungen gebe es auch gegen den RBB und gegen die Staatsanwaltschaft, die im Zuge ihrer Ermittlungen Medikamente beschlag­nahmt habe. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind noch nicht abgeschlossen.

Die Sprecherin des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums, Gerline Krahnert, bestätigte, dass eine Forderung von Lunapharm auf Schadenersatz in Höhe eines zweistelligen Millionen­betrags eingegangen sei. Diese werde derzeit geprüft.

Im Zuge des Skandals hatte die damalige Landesgesundheitsministerin Diana Golze (Linke) im August 2018 zurücktreten müssen, weil das Landesgesundheitsamt an­geb­lich trotz frühzeitiger Hinweise auf einen illegalen Handel nicht eingeschritten sein soll. Die Arzneimittelaufsicht wurde inzwischen personell aufgestockt. © dpa/aerzteblatt.de

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