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Ärzteschaft

Elektronisches Rezept und Papierrezept sollen parallel laufen

Freitag, 26. Juli 2019

/makistock, stockadobecom

Berlin – Ärzte sollen künftig sowohl auf das Papierrezept als auch das elektronische Re­zept (E-Rezept) bei einer Verordnung zurückgreifen können. Das stellt das Bundesministe­rium für Gesundheit (BMG) in einer Antwort auf eine Frage der Kassenärztlichen Bundes­vereini­gung (KBV) klar, wie diese mitteilte.

Demnach sollen Ärzte „unter Berücksichtigung des individuellen Patientenwunsches die geeignete Rezeptform wählen“, schreibt die KBV. Das Ministerium habe deutlich gemacht, dass es der­zeit keine Verpflichtung der Ärzte zur Ausstellung eines E-Rezeptes gebe. Auch sei eine vollständige Abschaffung des Papierrezeptes „derzeit ebenfalls nicht geplant“.

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Nach den Ausführungen des BMG sollen Ärzte mit der Einführung des E-Rezeptes künftig die Möglichkeit erhalten, ihren Patienten beispielsweise im Rahmen einer Videosprech­stunde eine Arzneimittelverordnung ausschließlich in elektronischer Form zur Verfügung zu stellen. Auch bei Wiederholungsrezepten biete sich ein E-Rezept an, hieß es.

Das Minis­terium geht davon aus, dass sich das E-Rezept durchsetzen wird. Das sieht auch KBV-Vorstandsmitglied Thomas Kriedel so. Er betonte, dass daher auch keine Verpflich­tung oder Sanktionen notwendig seien. Vielmehr müssten die Prozesse so vereinfacht werden, dass das Ausstellen von E-Rezepten mit einer deutlichen Zeitersparnis für die Praxis einhergehe. Dazu gehöre auch eine anwenderfreundliche Umsetzung der elektro­nischen Signatur.

Ärzte könnten das E-Rezept künftig immer dann verwenden, wenn sie es für sinnvoll er­achteten oder der Patient es wünsche, sagte Kriedel. So würden die Vorteile der Digita­li­sierung optimal genutzt. Er wies aber auch darauf hin, dass es Anwendungsbereiche ge­be, in denen Ärzte kein E-Rezept ausstellen könnten. Da sei etwa bei Haus- oder Pflege­heim­besuchen der Fall. Schon deshalb sei es wichtig, dass es das Papierrezept weiterhin gebe.

Der Gesetzgeber hatte mit dem Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung das E-Rezept auf den Weg gebracht. Bis Ende Juni 2020 müssen die technischen Stan­dards dafür definiert sein. Auf dieser Grundlage können dann Anwendungen für das E-Rezept zugelassen werden. © may/EB/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #778372
LaKr
am Montag, 26. August 2019, 21:15

Die Digitalisierung sollte uns dienen und nicht umgekehrt...

Wenn es weiterhin Rezepte in Papierform und in digitaler Form geben soll, weshalb brauchen wir die Digitalisierung dann an dieser Stelle? Worin besteht der Mehrwert für uns PATIENTEN?
Es scheint als besteht die Digitalisierung derzeit lediglich darin, Startups zu finanzieren und Softwareentwicklern zu helfen ihre Produkte zu verkaufen.
Dabei sollte die Digitalisierung uns dienen, den Patienten und nicht umgekehrt!!!
Avatar #753715
Becker_Salutoconsult
am Samstag, 27. Juli 2019, 11:30

Impulse von Pflegekräften als Sachwalterinnen von Patienten

Im Beitrag ist das direkte Verhältnis von PatientIn zu ÄrztInnen beschrieben, vergessen wird, dass ein Großteil der multimorbiden und damit polypharmatzeutisch versorgen Patienten auf die Unterstützung von Pflegekräften, Alten- und Krankenpflegerinnen angewiesen ist. In dem Projekt "Arbeiten 4.0. Lern- und Experimentierräume der Digitalisierung in Pflegeberufen" ("PFL-EX"), https://pfl-ex.de/ sind es Beschäftigte in Pflegeheimen und in der ambulanten Pflege (Sozialstationen), die sich Erleichtung und Sicherheit vom e-Rezept und von digitalen Verordnungen erhoffen, verbunden mit den Möglichkeiten der digitalen Signatur. Einen gewissen Anteil am Fachkräftemangel in der Pflege hat nämlich das Warten von Pflegekräften in Arztpraxen und Fahrtstrecken zum Hausarzt wegen falsch ausgestellter oder nicht unterschriebener Rezepte und Verordnungen.
Avatar #712457
cselig
am Samstag, 27. Juli 2019, 07:40

Schilda lässt grüßen

Man mag die Possen um den Konnektor noch für einfaches politisches Versagen und gehetzte Softwareentwicklung seitens der PVS-Anbieter gehalten haben. Spätestens jedoch beim vorgesehenen Arbeitsablauf für die QES muss jedem Kollegen klar sein: Hier waren im Bestfall Theoretiker, wahrscheinlich jedoch vielmehr fachlich Inkompetente am Werk, deren Wissen um die Arbeit in Praxen auf der Patientenseite des Tresens endet.
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