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Medizin

Mehr als 8.000 Malaria-Erkrankungen in Europa

Freitag, 26. Juli 2019

Mero­zoi­ten befallen Erythro­zyten und zerstören diese. /Christoph Burgstedt, AdobeStock.com
Nachdem Plasmodi­en sich in der Le­ber des Men­schen vermehrt haben (Schizo­go­nie) be­fallen sie als Mero­zoi­ten die Erythro­zyten. Hier vermehren sie sich zyklisch und zerstören dabei die Erythrozyten, was den Fieberschub verursacht. / Christoph Burgstedt, AdobeStock.com

Stockholm – In den Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EU/EEA) wurde im Jahr 2017 bei 8.401 Menschen eine Malaria diagnostiziert (die bei 8.393 bestätigt werden konnte). Die allermeisten haben sich auf Reisen in die Endemieländer Afrikas, Latein­amerikas und Asiens infiziert, einige wenige aber auch in Europa, darunter eine Frau in Deutschland.

Eine Reiseanamnese sollte bei allen Patienten erhoben werden, die über unklare Fieberattacken klagen. Dies gilt vor allem für die Monate nach der Hauptreisezeit. Im August und September ist die Zahl der Malaria-Diagnosen in Europa mit mehr als 1.000 Fällen am höchsten. Am niedrigsten ist sie im Februar, aber auch in den Wintermonaten erkranken in Europa mehr als 200 Menschen an der Tropenerkrankung.

Männer erkranken nach dem Jahresbericht des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) doppelt so häufig wie Frauen, vor allem im Alter zwischen 25 und 44 Jahren. Offenbar verlassen jüngere Männer häufiger als Frauen die Städte und normalen Touristenpfade. Dort ist das Infektionsrisiko geringer, sofern mit der Urbanisierung und dem zunehmenden Wohlstand die Pfützen und Tümpel verschwinden, in denen die Anopheles-Mücken brüten.

Die Hälfte aller Malaria-Fälle gab es in Frankreich (2.712) und in Großbritannien (1.777). Diese Länder haben enge historische, wirtschaftliche, sprachliche und kulturelle Verbindungen zu den Endemiegebieten in Afrika. In Deutschland wurden 2017 insgesamt 956 Erkrankungen diagnostiziert.

Varianten der Anopheles-Mücken, die die Malaria übertragen können, gibt es auch in Europa. Endemisch ist die Erkrankung jedoch nirgends. Sporadisch kann es jedoch zu Übertragungen innerhalb von Europa kommen. Die ECDC berichtet von 21 Personen, die sich in 2017 Europa infiziert haben. Darunter waren jeweils 7 Menschen in Griechenland und Italien, drei in Großbritannien, zwei in Frankreich und je einer in Spanien und Deutschland.

Autochthone Infektionen sind in der Nähe von Flughäfen durch blinde Passagiere möglich. Die Überträger gelangen entweder im Flugzeug oder als sogenannte „Baggage“-Malaria im Gepäck der Flugreisenden nach Europa, wo sie noch vor Ort die Reisenden oder das Personal stechen. Auch im Krankenhaus kann eine Malaria übertragen werden. Bei dem Fall aus Deutschland handelte sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts um eine Krankenschwester, die sich durch einen Nadelstich bei einem Patienten mit Malaria tropica infiziert hat.

© rme/aerzteblatt.de

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