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Impfstoff gegen MERS-Coronavirus besteht ersten klinischen Test

Freitag, 26. Juli 2019

Transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme des MERS-Coronavirus /picture alliance
Transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme des MERS-Coronavirus /picture alliance

Silver Spring/Maryland – Ein in Südkorea entwickelter DNA-Impfstoff gegen das MERS-Coronavirus hat sich in einer ersten klinischen Studie als sicher erwiesen. Laut dem Bericht in Lancet Infectious Diseases erzielte er bei den meisten Teilnehmern eine robuste Immunantwort (2019; doi: 10.1016/S1473-3099(19)30266-X).

Die Zahl der Erkrankungen am „Middle East Respiratory Syndrome“ (MERS) ist zwar in den letzten Jahren zurückgegangen. Seit der Erstbeschreibung im Jahr 2012 sind jedoch nach einer Zählung der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) weltweit 2.442 Menschen an MERS erkrankt, das mit grippeähnlichen Symptomen beginnt, aber innerhalb kurzer Zeit zum akuten Atem­not­syn­drom fortschreiten und die Überlebenschancen durch ein Nierenversagen weiter verschlechtern kann. Die Case-Fatality-Rate betrug 36 %.

Da es bislang keine effektive medikamentöse Therapie gegen Infektionen mit dem MERS-Coronavirus gibt, beruhen die Hoffnungen auf der Entwicklung eines Impfstoffes. Am weitesten fortgeschritten ist eine DNA-Vakzine, die von der Firma GeneOne Life Science, Seoul, entwickelt wurde.

Bei einer DNA-Vakzine werden nicht die Erreger selbst oder seine Bestandteile verimpft, sondern dessen Gene. Diese müssen von menschlichen Zellen aufgenommen werden, die dann als Produzenten der Antigene agieren, gegen die das Immunsystem eine Abwehr organisieren soll.

DNA-Impfstoff wird intramuskulär mit Elektroporation injiziert

Bei der Vakzine GLS-5300 dienen die Muskelzellen als Impfstoffproduzenten. Die Impfung erfordert eine Injektion in einen Muskel. Um die Aufnahme in die Muskelzellen zu erleich­tern, erfolgt die Injektion zusammen mit einem Stromstoß, der die Zellmembranen vorübergehend durchgängig macht.

Diese intramuskuläre Elektroporation ist nicht ganz schmerzfrei. Schmerzen und Spannungsgefühle an der Impfstelle gehörten zu den häufigsten Beschwerden, die die 25 Teilnehmer einer offenen Phase 1-Studie angaben. Die Impfung erfolgte an 3 Terminen und die Dosis wurde im Verlauf der Studie in 3 Stufen auf 6 mg gesteigert. Ernsthafte Komplikationen sind laut Kayvon Modjarrad vom Walter Reed Army Institute of Research in Silver Spring/Maryland, das die Studie organisiert hat, nicht aufgetreten.

Ob GLS-5300 vor einer Infektion schützen kann, ist nicht ganz sicher, die Aussichten sind allerdings gut. Laut Modjarrad kam es bereits nach 2 von 3 Impfungen bei mehr als 85 % der Freiwilligen zu einer Immunantwort auf das MERS-Coronavirus, die sich im Verlauf der Studie nicht abschwächte. In ihrer Stärke komme sie der Reaktion gleich, so Modjarrad, die bei Überlebenden einer natürlichen MERS-CoV-Infektion beobachtet wurde.

Die vielversprechenden Ergebnisse der Studie haben den Hersteller zu einer 2. Phase 1/2a-Studie in Südkorea und einer Phase 2-Studie im Nahen Osten veranlasst, wo die meisten Infektionen auftreten. Infektionen mit dem MERS-Coronavirus sind eine Zoonose, die von Dromedaren auf den Menschen übertragen werden kann. © rme/aerzteblatt.de

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