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Medizin

BPA-Ersatzstoffe ebenfalls mit kindlicher Adipositas assoziiert

Dienstag, 30. Juli 2019

fraismedia - stock.adobe.com

New York – Die als Ersatz für Bisphenol A (BPA) in der Plastikproduktion eingesetzten Chemikalien Bisphenol S (BPS) und Bisphenol F (BPF) sind offenbar ebenso wie BPA mit Adipositas bei Kindern assoziiert. Dies zeigt eine Studie, die im Journal of the Endocrine Society veröffentlicht wurde (DOI: 10.1210/js.2019-00201).

Dass BPA als endokriner Disruptor den Hormonhaushalt stört und als „Obesogen“ mit der Entstehung von Übergewicht im Zusammenhang steht, gilt mittlerweile als bewiesen.

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„Einst allgegenwärtig nimmt die menschliche Exposition gegenüber BPA heute ab“, schrei­­ben die Studienautoren um Melanie Jacobson von der NYU School of Medicine in New York. Im Gegenzug nehme die Exposition gegenüber BPS und BPF zu, da die Indus­trie BPA immer häufiger durch diese beiden neueren, aber strukturell ähnlichen Derivate ersetzt.

„Natürlich spielen Ernährung und Bewegung die Hauptrolle bei der Entstehung von Adi­po­sitas, aber unsere Ergebnisse legen nahe, dass der Kontakt mit diesen beiden Bisphe­nolen auch von Bedeutung ist, speziell bei Kindern“, so Jacobson in einer Pressemit­tei­lung.

Die Ergebnisse basieren auf Daten der US National Health and Nutrition Examination Surveys der Jahre 2013 bis 2016. Anhand dieser Informationen analysierten Jacobson und ihr Team die Assoziationen zwischen BPA, BPS und BPF und dem Körpergewicht von Kin­dern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 19 Jahren.

Die Bisphenolkonzentrationen wurden in Spontanurinproben der Kinder ermittelt. BPA fand sich in 97,5 Prozent, BPS in 87,8 Prozent und BPF in 55,2 Prozent der Urinproben.

BPS und BPF möglicherweise ähnlich gesundheitsschädlich

Die Konzentration von BPS war mit einer erhöhten Prävalenz von Adipositas (OR 1,16) und abdomineller Adipositas (OR 1,13) assoziiert. Der Nachweis von BPF (versus kein Nachweis) zeigte eine Assoziation mit abdomineller Adipositas (OR 1,29) und dem BMI.

BPA und die Gesamtkonzentration an Bisphenolen waren statistisch nicht signifikant mit Adipositas, abdomineller Adipositas oder einem anderen Körpermasse-Parameter asso­ziiert.

Die Studie zeige bei diesen neueren Bisphenolen einen ähnlich gesundheitsschädlichen Trend wie bei BPA. BPA mit ähnlichen Chemikalien zu ersetzen, helfe nicht dabei, die schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit zu verringern, resümiert Jacobson. © nec/aerzteblatt.de

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