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Medizin

BRCA2-Mutationen auch mit Non-Hodgkin-Lym­phomen bei Kindern assoziiert

Montag, 29. Juli 2019

Familie steht neben einem Stück DNA /lom123, stockadobecom
/lom123, stockadobecom

Memphis – Mutationen im BRCA2-Gen sind vor allem für ihre Rolle beim Mamma- und Ovarialkarzinom bei Erwachsenen bekannt. Aber offenbar sind sie bei Kindern und Jugendlichen auch mit einem erhöhten Risiko für Non-Hodgkin-Lymphome assoziiert. Das zeigt eine Publikation in JAMA Oncology (DOI: 10.1001/jamaoncol.2019.2203).

„Es ist das zweite Mal, dass eine erbliche BRCA2-Mutation mit einem erhöhten Risiko für eine pädiatrische oder adoleszente Krebserkrankung in Verbindung gebracht wurde“, berichtet Zhaoming Wang vom Department of Epidemiology and Cancer Control am St Jude Children’s Research Hospital in Memphis. „Erst kürzlich hat sich BRCA2 als wichtiges, prädisponierendes Gen für Medulloblastome im Kindesalter herausgestellt.“

Wang und seine Kollegen analysierten Whole-Genome-Sequencing-Daten von 1.380 Patienten, die in der Kindheit – im Schnitt im Alter von 13 Jahren – an einem Lymphom erkrankten und dieses mindestens 5 Jahre überlebten. Bei 815 von ihnen war es ein Hodgkin-Lymphom und bei 565 ein Non-Hodgkin-Lymphom gewesen. Gut die Hälfte der in die Analyse eingeschlossenen Patienten war männlich.

Insgesamt identifizierten die Wissenschaftler 13 pathogene oder vermutlich pathogene BRCA2-Mutationen – 5 bei Überlebenden von Hodgkin-Lymphomen und 8 bei Überlebenden von Non-Hodgkin-Lymphomen. Alle 8 Non-Hodgkin-Lymphom-Überlebenden mit BRCA2-Mutationen waren Männer.

Im Vergleich zu Kontrollen ohne Krebserkrankung (aus einer Genomdatenbank) ergab sich eine statistisch signifikante Assoziation zwischen Lymphomerkrankungen und BRCA2-Mutationen (Odd Ratio 3,3). Stratifiziert nach der Art des Lymphoms blieb die Assoziation allerdings nur beim Non-Hodgkin-Lymphom signifikant (OR 5,0). Beim Hodgkin-Lymphom ging die statistische Signifikanz durch die Stratifizierung verloren (OR 2,1).

Familienanamnese kann zusätzlichen Hinweis auf erhöhtes Risiko liefern

Für 7 der 8 Non-Hodgkin-Lymphom-Überlebenden mit BRCA2-Mutation standen krebsbezogene Familienanamnesen zur Verfügung. Bei 6 der Überlebenden waren in der Familie Krebserkrankungen aufgetreten, darunter Karzinome der Brust, der Prostata, der Pankreas und der Haut – alle innerhalb des mit BRCA2 assoziierten Krebsspektrums.

„Das erhöhte Risiko für Non-Hodgkin-Lymphome, das bei BRCA2-Mutationsträgern zu beobachten war, spricht für den Einschluss pädiatrischer und adoleszenter Non-Hodgkin-Lymphome in das Spektrum von Krebserkrankungen, die mit BRCA2-Keimbahnmutationen assoziiert sind“, resümieren die Autoren.

Sie schlagen vor, dass Menschen, die in der Kindheit oder Jugend ein Non-Hodgkin-Lymphom überlebt haben, eine genetische Beratung und die Option eines Tests auf eine BRCA2-Mutation angeboten werden sollte – speziell wenn es in der Familie mit BRCA2-assoziierte Krebserkrankungen gegeben habe. © nec/aerzteblatt.de

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