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Seenotretter nehmen Quereinsteiger an Bord

Montag, 29. Juli 2019

/picture alliance, Mohssen Assanimoghaddam

Bremen – Die deutschen Seenotretter an Nord- und Ostsee wollen mit Quereinsteigern einem absehbaren Personalmangel vorbeugen. Von 2020 an erhielten dabei auch Nicht-Seeleute eine Chance, sagte Antke Reemts, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen. Gestern veranstaltete die Gesellschaft den „Tag der Seenotretter“. Sie präsentierte an den Stützpunkten entlang der Küsten in Nie­dersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ihre Arbeit. 

Die Rettung von Menschen und Schiffen aus Seenot ist in Deutschland auf besondere Art organisiert. Die DGzRS erfüllt eine hoheitliche Aufgabe, ist aber ein mehr als 150 Jahre alter Verein. Sie kooperiert mit staatlichen Stellen wie Marine, Wasserschutzpolizei und Zoll, erhält aber kein Geld vom Staat. Stattdessen finanzieren Spenden die Arbeit. 2018 brachten die Retter bei 2.156 Einsätzen 356 Menschen in Sicherheit.

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Der Altersdurchschnitt der rund 180 Festangestellten der DGzRS liege knapp unter 50 Jahren, sagte Reemts. Also würden neue Kräfte gebraucht. „Aber aus der deutschen See­schifffahrt kommt nicht viel nach“, beschrieb sie das Dilemma. Es gebe immer weniger deutsche Kapitäne oder Schiffstechniker. Noch lägen viele Bewerbungen vor – es sei aber absehbar, dass es künftig nicht genügend Nachwuchs geben werde.

Die Frage eines Umstiegs stelle sich vor allem für verwandte Berufe: „Wir haben viele An­fragen von Rettungssanitätern.“ Auch Techniker kämen infrage, die mit den hochmoder­nen Schiffsantrieben umgehen können, sagte Reemts. Aber es gebe auf der Insel Borkum auch einen Raumausstatter, der erfolgreich in die Mannschaft des dort stationierten Rettungskreuzers eingerückt sei. Er habe vorher zehn Jahre lang als Freiwilliger die Be­satzung unterstützt.

Vom nächsten Jahr an können Nicht-Seeleute die Ausbildung durchlaufen, die unter ande­rem am Trainingszentrum der DGzRS in Neustadt in Holstein stattfindet. „Wir haben zum ersten Mal ein reines Ausbildungsboot“, sagte Reemts. Einsätze können auch an einem Simulator in der Zentrale in Bremen geübt werden. © dpa/aerzteblatt.de

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