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Politik

Impfquoten bei Kindern in Hessen unterschiedlich

Montag, 29. Juli 2019

/stalnyk, stock.adobe.com

Wiesbaden – Die Impfquoten bei Schulanfängern variieren in Bezug auf verschiedene Krankheiten teils deutlich. Während 2017 rund 97,5 Prozent der Kinder bei der Schulein­gangsuntersuchung die erste Masern-, Röteln- und Mumpsimpfung nachgewiesen hatten, liegen die Quoten bei der zweiten Windpockenimpfung und bei Pneumokokken teils deut­lich darunter. Das geht aus einer Antwort des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums auf eine parlamentarische Anfrage der SPD-Landtagsfraktion in Wiesbaden hervor.

Demnach hatten 86 Prozent der Kinder im Einschulungsalter die zweite Varizellenim­pfung gegen Windpocken bekommen, 88,5 Prozent waren gegen eine Pneumokokkenin­fektion geschützt. Die Zahlen beruhen auf Daten der hessischen Gesundheitsämter und schließen nur Kinder ein, die bei der Schuleingangsuntersuchung einen Impfpass vorge­legt hatten. An der Untersuchung müssen alle Kinder, die zur Schule angemeldet sind, teilnehmen. Von den 56.606 Jungen und Mädchen, die 2017 dabei waren, hatten 93,2 Prozent einen Impfpass dabei.

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93,4 Prozent der Kinder hatten die entscheidende zweite Impfung gegen Masern erhalten – Experten empfehlen allerdings eine Quote von 95 Prozent. Das Bundeskabinett hatte Mitte Juli das Gesetz für eine Masernimpfpflicht auf den Weg gebracht. Ab März 2020 müssen Eltern vor der Aufnahme ihrer Kinder in eine Kita oder Schule nachweisen, dass diese gegen Masern geimpft sind.

Nach Auskunft des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums in Hessen wurde die Windpockenimpfung erst im Jahr 2004 mit zunächst einer Impfung eingeführt, seit 2009 werden zwei Impfun­gen empfo­hlen. „Neue Impfstrategien führen grundsätzlich zu einer Akzeptanzkurve, die langsam ansteigt“, erläuterte Sprecherin Alice Engel. Diese Information müsse sich erst in der Ärz­te­schaft sowie bei den Bürgern durchsetzen. Das Ministerium habe bislang nicht untersu­chen lassen, wie Eltern oder Ärzten die Wichtigkeit einzelner Impfungen einschätzen.

Hessens Ge­sund­heits­mi­nis­ter Kai Klose (Grüne) will mit mehr Aufklärung die Impfquoten auch unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen erhöhen. Die neue Landesarbeitsge­meinschaft Impfen hatte bei einem Treffen im April erste Vorschläge erörtert, etwa eine Kontrolle der Impfpässe bei Schulkindern der 3., 5. und 9. Klassen. Das Gremium will im vierten Quartal dieses Jahres erneut zusammenkommen, wie Engel mitteilte.

2017 waren in Hessen 32 Jungen und Mädchen unter 15 Jahren sowie 44 Menschen im Alter von über 15 Jahren an Masern erkrankt, wie das Ministerium in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Landtagsfraktion ausführt. 2018 gab es 8 Kranke unter 15 Jahren, 18 Erkrankte waren älter. In diesem Jahr wurden bislang 4 (unter 15 Jahre) beziehungsweise 18 (über 15 Jahre) Fälle statistisch erfasst. © dpa/aerzteblatt.de

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