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Politik

Herzkranke profitieren von Kombinations­behandlung Statin plus Ezetimib

Montag, 29. Juli 2019

/freshidea stock.adobe.com

Köln – Für Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) oder mit akutem Koronar­syndrom (ACS) ist die präventive Gabe eines Statins plus dem Resorptionshemmer Ezeti­mib vorteilhafter als die Gabe eines Statins allein. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einer aktuellen Nut­zenbewertung.

Einer der größten modifizierbaren Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen ist ein hoher LDL-Cholesterin-Spiegel. Statine sind die derzeit am häufigsten verschriebene Me­dikamentengruppe. Zur zusätzlichen Senkung des LDL-Cholesterins können Ärzte seit einiger Zeit auch eine Kombination aus einem Statin und dem Wirkstoff Ezetimib einset­zen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte diese Indika­tionserweiterung für Ezetimib bei Patienten mit KHK und ACS 2016 genehmigt.

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Die IQWiG-Wissenschaftler beziehen sich bei ihrer Bewertung auf die IMPROVE-IT-Studie. Daran nahmen 18.144 Patienten teil, die innerhalb von zehn Tagen vor der Randomisie­rung ein ACS erlitten hatten und dann im Median sechs Jahre nachbeobachtet wurden. Die Studie war darauf angelegt, den Effekt von Ezetimib auf klinische Endpunkte zu er­fassen und nicht auf Surrogatendpunkte wie die Reduktion des LDL-Cholesterin-Werts in der Laborerfassung.

Für betroffene Patienten reduziere sich durch die zusätzliche Gabe von Ezetimib das Risi­ko, ein schwerwiegendes unerwünschtes kardiovaskuläres Ereignis zu erleiden, heißt es vom IQWiG. Als ein solches Ereignis werten die Autoren der Nutzenbewertung den kardi­o­vaskulärer Tod, einen nicht tödlichen Myokardinfarkt und einen nicht tödlichen Schlag­anfall.

Für andere patientenrelevante Endpunkte wie Gesamtmortalität, Hospitalisierung wegen instabiler Angina Pectoris, Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz oder andere schwer­wiegende unerwünschte Ereignisse zeigt sich in der IMPROVE-IT-Studie den IQWiG-Wissenschaftlern zufolge hingegen kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.

Keinen Anhaltspunkt gebe es außerdem dafür, dass die Kombinationstherapie Statin plus Ezetimib der Kombination eines Statins mit dem Lipidsenker Alirocumab überlegen ist, so die Autoren der Nutzenbewertung. Für andere lipidsenkende Kombinationspartner lagen keine Studien vor. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Sonntag, 4. August 2019, 08:34

An Splettstösser:

Ihnen scheint unbekannt zu sein, was Inhalt der Seite http://members.chello.at/meinewebseite/Emai.htm ist
Avatar #106048
Splettstösser
am Dienstag, 30. Juli 2019, 12:07

Fettsenker sind out....

Fette werden zu unrecht seit Jahrzehnten verteufelt. Wenn wir mehr Intima-Pflege betreiben würden, müssten wir weniger Fette und Cholesterin senken, da beginnt nämlich das Übel - hauptsächlich ernährungsbedingt(Zucker), Umweltbelastungen, Bluthochdruck aber auch Autointoxikation (Rauchen, usw.).
Fette und Cholesterin sind essentiell! Das Gehirn besteht aus 70% davon, das Bindegewebe, Zellwände, Myelinscheiden usw...
Fettsenker haben enorme Nebenwirkungen, sind mitochondriale Gifte. Unterm Strich machen sie langfristig mehr kaputt, als man gewinnt. Vielleicht könnte man in der Akutsituation noch einen Benefit für die temporäre Einnahme herausarbeiten zur Plaquesstabilisation.
Aber was die zuständigen Behörden an antiquierten Ernährungsempfehlungen herausgeben, ist katastrophal, insbesondere Angaben zu Referenzbereichen von Vitalstoffen, Empfehlungen von Getreiden und Zuckeranteil...
Und es wird immer noch weggeschaut - Wir müssen komplett weg von einer konventionellen Nahrungsmittelindustrie - das ist eine Sackgasse!
Avatar #585875
pharmatthes
am Dienstag, 30. Juli 2019, 10:18

Irreführende Aussage

Die Überschrift zu diesem Artikel ist gelinde gesagt irreführend. Vielleicht war es journalistisches Kalkül, Leser/innen mit dieser provokanten Phrase aufmerksam machen zu wollen (was in meinem Fall ja auch gelungen ist) – meine Befürchtung ist aber, dass die (aus meiner Sicht so nicht haltbare) Aussage als vermeintlicher Fakt im Gedächtnis bleibt.
Das IQWIG stützt sein Fazit letztlich allein auf die IMPROVE-IT-Studie. Es ist müßig, die Kritik an dieser Studie hier wieder aufzugreifen. Für mich entscheidend ist aber, dass die IMPROVE-IT-Studie eben nur einen Rückschluss auf die Kombination von Ezetimib mit Simvastatin erlaubt – die Verallgemeinerung, die Studie weise auf „einen höheren Nutzen einer Behandlung mit Ezetimib in Kombination mit einem Statin“ hin, verbietet sich auf der Grundlage derart beschränkter Daten. Dies umso mehr, als die HIJ-PROPER-Studie keinen Vorteil in der Kombination aus Pitavastatin plus Ezetimib gegenüber Pitavastatin allein sah. Die Begründung des IQWIG, die Studie bei der Bewertung des (Zusatz-) Nutzens von Ezetimib in Kombination mit einem Statin nicht zu berücksichtigen, ist einerseits konsequent, andererseits aber problematisch. Tatsächlich war in der Kombinationsgruppe die Pitavastatindosis höher als in der Monotherapiegruppe und (dem Studiendesign folgend) die LDL-Cholesterinwerte waren signifikant niedriger. Das bedeute aber auch, dass trotzdem die zusätzliche Gabe von Ezetimib nicht zu einem Vorteil führte. Es ist doch recht unglaubwürdig, dass die höhere Pitavastatindosis einen günstigen Effekt von Ezetimib maskiert oder gar umgekehrt haben könnte... Nicht zuletzt sei der Hinweis erlaubt, dass die HIJ-PROPER-Studie nicht zu der Hypothese passt (diese aber auch nicht widerlegt!), dass eine stärkere Senkung des LDL-Cholesterins mit einer stärkeren Risikoreduktion gleichzusetzen wäre.
Ich würde mir mehr Zurückhaltung und damit Wissenschaftlichkeit wünschen, wenn es um die Bewertung und vor allem Übertragung der Ergebnisse einzelner Studien geht. Es gibt genug Gründe, an Klasseneffekten zu zweifeln, wie zum Beispiel die widersprüchlichen Daten zu GLP-1-Analoga bei Diabetes zeigen.
LNS

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