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Politik

Abgabe von Antibiotika in der Tiermedizin rückläufig

Mittwoch, 31. Juli 2019

/dpa

Braunschweig – Im vergangenen Jahr wurden in der Tiermedizin in Deutschland weniger Antibiotika verwendet. Die abgegebenen Menge sank im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent auf 722 Tonnen und erreichte damit das bislang niedrigste Niveau seit 2011. Das geht aus Zahlen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hervor. 

Danach lagen auch die Mengen der abgegebenen Fluorchinolone sowie Cephalosporine der 3. und 4. Generation unter dem Wert von 2011. Die Abgabemenge der Fluorchinolone ist im Vergleich zum Vorjahr um etwa 2,2 Tonnen gesunken, die der Cephalosporine der 3. und 4. Generation um 1,6 Tonnen.

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Die Hauptabgabemengen an Antibiotika in der Tiermedizin bilden wie in den Vorjahren Penicilline mit etwa 271 und Tetrazykline mit etwa 178 Tonnen gefolgt von Polypeptid­an­tibiotika (Colistin) mit 74 und Sulfonamiden sowie Makroliden mit 63 und 59 Tonnen.

Von den von der Welt­gesund­heits­organi­sation und der Weltorganisation für Tiergesund­heit (OIE) als Wirkstoffe mit besonderer Bedeutung für die Therapie beim Menschen ein­gestuften Antibiotikaklassen wurden im Vergleich zum Vorjahr bei zwei Wirkstoffklassen höhere Mengen abgegeben nämlich rund 4,0 Tonnen mehr bei den Makroliden und rund 0,024 Tonnen bei den Polypeptidantibiotika.

Die gemeldeten Wirkstoffmengen lassen sich laut BVL nicht einzelnen Tierarten zuord­nen, da die Mehrzahl der Wirkstoffe für die Anwendung bei verschiedenen Tierarten zu­gelassen ist.

Seit 2011 muss die pharmazeutische Industrie erfassen, welche Mengen an Tierarznei­mitteln, insbesondere Antibiotika, sie jährlich an Tierärzte abgeben, und diese Daten an ein zentrales Register melden. Das Register wird beim Deutschen Institut für Medizini­sche Dokumentation und Information geführt. Das BVL wertet die Daten aus. © hil/aerzteblatt.de

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