NewsMedizinSmartphone: Schwere Hautverbrennung durch defekte Ladegeräte
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Smartphone: Schwere Hautverbrennung durch defekte Ladegeräte

Mittwoch, 31. Juli 2019

kozirsky - stock.adobe.com

Ann Arbor –Ladegeräte von Smartphones oder anderen mobilen Geräten erreichen erhebliche Stromstärken, die bei technischen Defekten schwere Verletzungen verursachen können. US-Notfallmediziner berichten in den Annals of Emergency Medicine (2019; doi: 10.1016/j.annemergmed.2019.05.026) über einen Teenager, der sich eine Verbrennung zweiten Grades zuzog. 

Die 19-jährige Frau hatte sich mit ihrem iPhone ins Bett gelegt mit dem generischen Ladegerät unter dem Kopfkissen und dem Stecker in der Steckdose. Plötzlich kam es zu einem brennenden Gefühl und starken Schmerzen am Hals, berichtete sie später den Ärzten auf der Notfallaufnahme des C.S. Mott Children’s Hospital in Ann Arbor. Dort wurde eine Verbrennung zweiten Grades diagnostiziert, die strichförmig um den Hals verlief. Nach einem Débridement und einer Wundversorgung konnte der Teenager nach Hause entlassen werden.

Anzeige

Das Ärzteteam um Carissa Bunke vermutet, dass das Kabel des Ladegerätes einen Defekt aufwies und mit der Halskette der jungen Frau in Berührung geriet. Der elektrische Strom verursachte aufgrund des elektrischen Widerstands eine starke Erwärmung der Kette, die dann die Verbrennung verursachte. 

Die junge Frau hat nach Einschätzung der Ärzte noch Glück gehabt. Verbrennungen zweiten Grades heilen in der Regel ohne Narbenbildung ab. Bei einer noch tieferen Verbrennung wäre eventuell eine Hauttransplantation erforderlich geworden, schreibt Bunke. Der Stromschlag am Hals könnte auch zum Muskelversagen, zur Verletzung der Atemwege mit Atembeschwerden oder zu Kreislauf-Verletzungen führen, schreibt sie.

Wie häufig solche Verletzungen vorkommen, ist nicht bekannt. Die meisten Fälle dürften glimpflich ausgehen, ohne dass die Patienten einen Arzt aufsuchen. Bunke ist ein weiterer Fall eines Patienten bekannt, der durch den Stromschlag vom Bett geschleudert wurde.

Die Verletzungen werden offenbar häufig von „generischen“ Ladegeräten verursacht, die weniger kosten als die originalen Ladegeräte, die aber häufig einer unabhängigen Prüfung nicht standhalten. Der iPhone-Hersteller hat in Großbritannien von der Verbraucherschutz­organisation „Electrical Safety First“ 64 generische Ladegeräte prüfen lassen. Laut Bunke sind 58 Prozent der Geräte bei den Tests durchgefallen. In einer weiteren technischen Studie waren 400 generische Ladegeräte auf das Risiko eines Stromschlags untersucht worden. Nur drei Prozent sollen die Belastungstests bestanden haben. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #88255
doc.nemo
am Donnerstag, 1. August 2019, 09:02

Darwin Award?

Wer mit einem aktiven Ladegerät unter dem Kopfkissen(!) schläft, ist ein würdiger Kandidat für den Darwin Award. Dabei ist es völlig gleichgültig, ob das Ladegerät formal intakt oder defekt ist, denn so fest zugedeckt wird sich jedes stromführende Gerät erhitzen und kann zu brennen beginnen. Aber da sich der Fall in den USA ereignete, winkt der armen Frau ein Schadensersatz in dreistelliger Millionenhöhe, und Ladegerätehersteller werden künftig auf ihre Geräte schreiben müssen, dass man sie nicht mit einem Kopfkissen zugedeckt benutzen darf.
LNS

Nachrichten zum Thema

23. Juli 2019
Rom – Als Reaktion auf die unter Jugendlichen weit verbreitete Handy- und Internetsucht hat die italienische Fünf-Sterne-Bewegung einen Gesetzentwurf vorgelegt. Der Text zielt darauf ab, der
Italiens Fünf-Sterne-Bewegung legt Gesetzentwurf gegen Handysucht vor
15. Februar 2019
Essen – Eine im Fachbeirat des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung tätige Internetexpertin hat ein Smartphoneverbot für unter 14-jährige Kinder gefordert. „Wie wir Kinder vor Alkohol oder
Regierungsberaterin für Smartphoneverbot für unter 14-Jährige
15. Juni 2017
Mainz – Starren Eltern ständig auf ihr Smartphone, kann das nach Ansicht des Bundesverbands für Logopädie den Spracherwerb der Kinder beeinträchtigen. Sprachfähigkeit entwickele sich im und durch den
Logopäden rufen Eltern zu mehr Gesprächen mit ihren Kindern auf
14. Juni 2017
Salzgitter – Pünktlich zur Urlaubszeit fallen morgen in der EU die Roaminggebühren – das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) warnt aber trotzdem vor einer exzessiven Nutzung von Handys. Zwar konnte in
Bundesamt warnt vor exzessiver Handynutzung
3. März 2017
Weimar – 70 Prozent der Kinder im Krippen- und Kita-Alter nutzen Ärzten zufolge das Handy ihrer Eltern mehr als eine halbe Stunde am Tag. Dies habe eine seit dem vergangenen Jahr laufende Studie in
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER