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Politik

Nur wenige Pflegefachkräfte mit Hochschulabschluss

Dienstag, 30. Juli 2019

/dpa

München – Die Reform der Pflegeausbildung in Deutschland kommt nur schleppend vo­ran. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, über die die Süddeutsche Zeitung berichtet. Demnach haben derzeit weniger als ein halbes Prozent der Altenpfleger einen Hochschulabschluss.

Ein großer Teil von ihnen arbeite nicht unmittelbar mit Pflegebedürftigen, sondern habe Verwaltungs- und Leitungsfunktionen inne, heißt es weiter. Wie viele Pflegepädagogen es in Deutschland gibt, die Auszubildende und Studenten künftig unterrichten könnten, konnte die Regierung dagegen nicht beantworten. Nicht bekannt ist auch, wie viele Aka­demiker derzeit an den Pflegeschulen lehren, und wie viele Studienplätze es gibt, die für eine Arbeit in der Pflegepädagogik qualifizieren.

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„Der Bedarf an hoch qualifizierten Pflegenden für die Integration wissenschaftlicher Er­kenntnisse in den Pflegealltag und in die Ausbildung von Pflegefachkräften steigt“, sagte die Grünen-Abgeordnete Kordula Schulz-Asche. Obwohl ab 2020 große Veränderungen für die Pflegeausbildung und das Pflegestudium anstünden, tappe die Bundesregierung weitgehend im Dunkeln, sagte sie.

Schulz-Asche verwies auf internationale Studien, die einen Zusammenhang zwischen Qualifikation und Pflegequalität zeigten, sowie die Empfehlung des Wissenschaftsrats, der eine Akademisierungsquote von zehn bis 20 Prozent in der Pflege fordert. Im Pfle­ge­studium, das mehrere Universitäten künftig anbieten, soll die praktische Ausbildung eine zentrale Rolle spielen.

In der Ende 2018 erlassenen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Pflegeberufe heißt es, die Praxisanleitung solle „durch geeignetes, in der Regel hochschulisch qualifi­ziertes Pflegepersonal“ erfolgen. „Hier beißt sich die Katze in den Schwanz“, monierte Schulz-Asche. Wenn bisher kaum akademisch ausgebildete Fachkräfte in der Pflege arbeiteten, „wer leitet die Studierenden dann an?“

Die Bundesregierung sieht die Länder in der Pflicht. Diese könnten auch entscheiden, ob sie eine hochschulische Pflegeausbildung anbieten, heißt es in der Antwort auf die An­frage der Grünen. Der Bund habe aber zahlreiche Maßnahmen eingeleitet, um den Erfolg der Reform der Pflegeberufe zu gewährleisten. © kna/aerzteblatt.de

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Avatar #70385
Salzer
am Mittwoch, 31. Juli 2019, 01:33

Glückstreffer

Urlaub auf dem Land kann sich nicht jeder leisten. Für manchen ist sogar der Heimaufenthalt eine Kur. Aber Ärzten zu vertrauen, fällt schwer, wenn sie nicht da sind. Da ist ein pfiffiger Pfleger nicht von Nachteil. Mutterwitz flankiert mit ein paar Semestern macht noch keinen Hospizblick auf Lebenshungrige, die im Heim nur zwischenparken wollen.
Avatar #731782
astridschulze@massai.dk
am Mittwoch, 31. Juli 2019, 00:30

Verstehe ich nicht so ganz

'Demnach haben derzeit weniger als ein halbes Prozent der Altenpfleger einen Hochschulabschluss." - was bedeutet das ? soll man Medizin studiert haben bevor man in der Altenpflege arbeiten darf in Deutschland ?
LNS

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