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Politik

Wohnungslosenhilfe: Hunderttausende ohne eigene Wohnung

Dienstag, 30. Juli 2019

/dpa

Berlin – Hunderttausende Menschen leben in Deutschland ohne eigene Wohnung. Nach Schätzungen seien im Verlauf des Jahres 2017 insgesamt 650.000 Menschen von Woh­nungslosigkeit betroffen gewesen, teilte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosen­hilfe (BAGW) heute in Berlin mit. Es handele sich dabei um eine Hochrechnung. Die Zeitungen der Funke Mediengruppe hatten zuerst darüber berichtet.

Unter den Wohnungslosen waren laut den Zahlen der BAGW 375.000 anerkannte Asylsu­chende und Flüchtlinge sowie weitere rund 275.000 Betroffene, die unter anderem in Einrichtungen der Kommunen und von Hilfsorganisationen untergekommen waren. Laut BAGW erfasst die Schätzung all jene Menschen, die innerhalb eines Jahres einmal woh­nungslos waren – wenn auch nur vorübergehend.

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Die Zahl der Wohnungslosen zu einem bestimmten Stichtag liege deutlich unter der Ge­samtzahl für ein Jahr. So schätzt die Arbeitsgemeinschaft, dass es zum 30. Juni 2017 ins­gesamt rund 440.000 Menschen ohne Wohnung gegeben habe, davon 287.000 anerkann­te Flüchtlinge und rund 153.000 Wohnungslose, die von Einrichtungen der Kommunen und freier Träger unterstützt worden seien. Eigene frühere Schätzungen seien aufgrund mangelnder aussagekräftiger Daten veraltet, erklärte die BAGW.

Von Obdachlosigkeit betroffen seien etwa 48.000 Menschen gewesen, berichtete die Ar­beitsgemeinschaft aufgrund ihrer Schätzung. Darunter seien schwerpunktmäßig Men­schen aus anderen EU-Staaten, vor allem aus Osteuropa.

Die Geschäftsführerin der BAGW, Werena Rosenke, forderte mehr sozial gebundene Woh­nungen. „Benötigt werden pro Jahr 80.000 bis 100.000 neue Sozialwohnungen und weitere 100.000 bezahlbare Wohnungen“, verlangte die Arbeitsgemeinschaft.

Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wurden 2018 bundesweit 287.000 Wohnungen fertiggestellt. Allerdings gebe es in großen Städten einen gravieren­den Wohnungsmangel, in kleineren Städten und auf dem Land dagegen Leerstände und ein Überangebot.

Der Sozialverband VdK Deutschland erklärte, Wohnen sei ein Menschenrecht für alle und dürfe nicht zur existenziellen Frage für den Einzelnen werden. „Die Politik muss endlich mehr bezahlbaren Wohnraum sichern und in sozialen Wohnungsbau investieren. Außer­dem brauchen wir eine gut funktionierende Mietpreisbremse, die den rasanten Mietan­stieg drosselt“, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele.

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW wies kürz­lich darauf hin, dass bei preiswerten Mietwohnungen nur die Hälfte des Neubaubedarfs bundesweit gedeckt werden konnte und bei Sozialwohnungen noch weniger. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Donnerstag, 1. August 2019, 01:04

"Wohnungslos"

sind ALLE Bewohner von Einrichtungen - ob Asylbewerber, dauerhaft in Psychiatrien Untergebrachte, Insassen von Vollzugsanstalten, Bewohner von Pflegeheimen.
Eine Zahl von 650.000 Wohnungslosen nach einem ungeheuren Zustrom von allein über 1 Mio Schutzsuchender seit 2015 spricht eher für eine enorme Integrationsleistung der Städte und Kommunen!
Eigentlich AUCH wohnungslos sind volljährige Erwachsene im Haushalt der Eltern oder pflegebedürftige alte Menschen, die bei ihren Kindern wohnen, Studierende in Wohnheimen und WGs...
@ Salzer: Ein Zusammenhang von bestimmten Antopsychotica mit Neuralrohrdefekten ist allenfalls spekulativ und keineswegs so gesichert, wie Sie es darstellen!
Avatar #70385
Salzer
am Mittwoch, 31. Juli 2019, 01:26

Unterbringung

Mit vermehrter psychiatrischer Medikation ist eine Zunahme von Spina-Bifida-Nachkommen vorprogrammiert. Mich irritiert, dass in der Wohnungslosen-Statistik diese Behinderten, die wenn sie Assistenz nutzen, selten ein Recht auf die eigene Wohnung zu bekommen, nicht separat als wohnungslos oder untergebracht benannt werden. Bei Hunderttausenden Zwangseinweisungen jährlich ist sogar bereits ein Angehörigenverband entstanden.
LNS

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