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Medizin

Endovaskuläre Therapien bei kritischer Beinischämie nicht schlechter als chirurgische Strategie

Donnerstag, 1. August 2019

/picture alliance, imageBROKER

Dallas – Endovaskuläre Behandlungsstrategien sind einer US-Studie zufolge ebenso in der Lage, Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) und kritischer Extremitätenischämie vor Amputationen zu bewahren wie offen-chirurgische Revasku­larisationen. Auch das Überleben der Patienten leide nicht unter den weniger invasiven Verfahren, schreiben die Studienautoren in Circulation: Cardiovascular Quality and Outcomes (DOI: 10.1161/CIRCOUTCOMES.118.005273).

„Bei PAVK-Patienten mit kritischer Extremitätenischämie stellt sich immer die Frage, ob zuerst eine endovaskuläre Intervention angeboten werden sollte, oder gleich eine offene Operation“, erklärte Jonathan Lin vom Department of Surgery at UC Davis Health. „Beide Strategien haben ihre Vorteile, aber es war unklar, welche davon als erstes versucht wer­den sollte.“

Die Arbeitsgruppe um Lin untersuchte die Krankenakten von mehr als 16.000 Patienten – knapp 60 Prozent Männer und im Schnitt 71 Jahre alt. Bei ihnen war zur Behandlung ei­ner kritischen Extremitätenischämie entweder zuerst ein offener Gefäßbypass (36 %) oder zuerst eine endovaskuläre Intervention (64 %) durchgeführt worden.

Es zeigte sich, dass Patienten mit endovaskulärer Ersttherapie nicht nur länger amputa­tionsfrei überlebten, sondern auch weniger häufig eine Majoramputation (über oder unter dem Knie) benötigten als diejenigen, die gleich einen offenen Gefäßbypass erhalten hatten.

Sie brauchten zwar etwas häufiger einen weiteren Eingriff, um die Blutversorgung wie­der­herzustellen. Aber sie hatten kein höheres Sterberisiko – und dies obwohl viele von ihnen (mehr als in der Gruppe mit offener Chirurgie) zum Zeitpunkt der Intervention schwere Begleiterkrankungen wie Niereninsuffizienz, kongestives Herzversagen und Diabetes hatten.

Einige Informationen fehlten

Die Aussagekraft der Studie wird dadurch begrenzt, dass nicht bekannt war, wie schwer die Wunden der Patienten waren und ob der Zustand der Venen überhaupt einen offenen Gefäßbypass erlaubt hätte. Diese Faktoren könnten beeinflusst haben, ob der Patienten endovaskulär oder operativ behandelt wurde.

„Unsere Daten deuten darauf hin, dass es im Großen und Ganzen zumindest nicht zu schlechteren Resultaten führt, es zuerst mit einem endovaskulären Ansatz zu versuchen“, resümiert Lin.

Unabhängig davon bleibe die Art der Behandlung eine Entscheidung, die Arzt und Patient gemeinsam treffen müssten. Schließlich sei die kritische Extremitätenischämie üblicher­weise kein Notfall, so dass ausreichend Zeit bleibe, um die beste Behandlungsstrategie zu ermitteln. © nec/aerzteblatt.de

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