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Medizin

Sekundärprävention: Intensive Blutdrucksenkung schützt vor weiteren Schlaganfällen

Donnerstag, 1. August 2019

/Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Tokio – Eine intensive Blutdrucksenkung hat in einer randomisierten klinischen Studie aus Japan in JAMA Neurology (2019; doi: 10.1001/jamaneurol.2019.2167) bei Patienten mit einem Schlaganfall in der Vorgeschichte die Häufigkeit weiterer Schlaganfälle ge­senkt. Die Wirkung erreichte erst in einer Meta-Analyse mit drei weiteren Studien eine statistische Signifikanz. Die intensive Blutdrucksenkung schützte in erster Linie vor hämorrhagischen Schlaganfällen.

Seit der SPRINT-Studie neigen die Leitlinien dazu, Patienten mit arterieller Hypertonie zu einer intensiven Blutdrucksenkung zu raten mit Zielwerten im Bereich von 120/80 mm Hg oder sogar darunter. Der größte Nutzen wird in der Prävention von Schlaganfällen er­wartet, für den die Hypertonie der mit Abstand wichtigste Risikofaktor ist.

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Patienten mit einem Schlaganfall in der Vorgeschichte waren allerdings von der Teilnah­me an der SPRINT-Studie ausgeschlossen, so dass hier eine „Evidenzlücke“ besteht, die jetzt durch eine in Japan durchgeführte Studie geschlossen werden könnte.

An RESPECTS („Recurrent Stroke Prevention Clinical Outcome Study“) hatten an 140 Kli­niken in Japan 1.263 Patienten teilgenommen, die auf eine intensive Blutdrucksenkung oder auf eine Standardtherapie randomisiert wurden. Eigentlich hätten 2.000 Patienten an der Studie teilnehmen sollen. Sie wurde jedoch aufgrund einer langsamen Rekrutie­rung und aus Kostengründen vorzeitig abgebrochen.

Zu Beginn der Studie lag der erste Schlaganfall der Patienten median 4,6 Monate zurück. Der mittlere Blutdruck betrug 145,4/83,6 mm Hg. Er konnte während der im Mittel 3,9 Jahre dauernden Nachbeobachtungszeit in der Standardgruppe auf 133,2/77,7 mm Hg und in der Interventionsgruppe auf 126,7/77,4 mm Hg gesenkt werden. Der Unterschied von 8,3 mm Hg im systolischen Blutdruck senkte die Häufigkeit von weiteren Schlagan­fällen von 2,26 Prozent pro Jahr auf 1,65 Prozent pro Jahr.

Kazuo Kitagawa von der Medizinischen Universität für Frauen in Tokyo und Mitarbeiter ermitteln eine Hazard Ratio von 0,73, die mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,49 bis 1,11 allerdings das Signifikanzniveau verfehlte.

Die Forscher führten deshalb eine Meta-Analyse durch, die drei weitere randomisierte Studien einschloss. Die größte war die SPS3-Studie mit 1.501 Teilnehmern, die mit einer Hazard Ratio von 0,81 (0,64 bis 1,03) ebenfalls das Signifikanzniveau knapp verfehlt hatte (Lancet 2013; 382: 507-515). Die beiden anderen Studien waren PAST-BP (BMJ 2016; 352: i708) und PODCAST (Lancet 2002; 360: 1903-1913).

Auf der Basis von nunmehr 2.441 Patienten erreichte die Hazard Ratio von 0,78 (0,64 bis 0,96) jetzt das Signifikanzniveau. Das relative Risiko auf einen weiteren Schlaganfall sinkt demnach um 22 Prozent. Bei einer absoluten Verminderung des Risikos um 1,5 Prozent­punkte kommen auf 67 Patienten einer, der dank einer intensiveren Blutdrucksenkung von einem weiteren Schlaganfall verschont bleibt.

Die intensivere Blutdrucksenkung vermeidet in erster Linie hämorrhagische Schlaganfälle (relatives Risiko 0,25; 0,07 bis 0,90) während die Reduktion der ischämischen Schlagan­fälle (relatives Risiko 0,88; 0,71 bis 1,08) auch in der Meta-Analyse das Signifikanzniveau nicht erreichte.

Die Verträglichkeit der intensiven Blutdrucksenkung war gut. Synkopen/Schwindelge­fühle (0,95 versus 0,63 Prozent) und eine Verschlechterung der Nierenfunktion (0,95 versus 0,16 Prozent) traten nicht signifikant häufiger auf. © rme/aerzteblatt.de

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