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Nachsorgeprogramm für Kinder mit Schädel-Hirn-Trauma in Dresden

Freitag, 2. August 2019

/Gorodenkoff, stockadobecom

Dresden – Die Kliniken für Kinderchirurgie, für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie die Abteilung für Neuropädiatrie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitäts­klinik Dresden untersuchen gemeinsam Bedarf und Wirksamkeit eines Nachsorgepro­gramms für Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma.

Dabei geht es insbesondere um Kinder und Jugendliche zwischen acht und 15 Jahren, die aufgrund eines Schädel-Hirn-Traumas stationär im Universitätsklinikum behandelt wur­den.

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Die Klinik für Kinderchirurgie zählte 2018 rund 10.000 Kinder und Jugendliche, die nach Unfällen aller Art eingeliefert wurden. Neben Knochenbrüchen, Platz- und Risswunden diagnostizieren die Chirurgen gemeinsam mit ihren Kollegen der Anästhesie und Neuro­pädiatrie in 554 Fällen auch ein Schädel-Hirn-Trauma. Bei etwa 20 Prozent der Patienten zeigten sich im späteren Verlauf Veränderungen im Verhalten und der geistigen Leis­tungs­fähigkeit.

„Früher aufmerksame Schüler schaffen es auch Monate nach dem Unfall plötzlich nicht mehr, sich eine Schulstunde lang zu konzentrieren, sie sind häufiger müde oder haben wiederkehrende Kopfschmerzen“, hieß es aus Dresden. Klar zu diagnostizierende Schädi­gungen des Gehirns, die zum Beispiel auf einem MRT-Bild erkennbar seien, hätten diese Patienten in der Regel nicht.

Aber das Schädel-Hirn-Trauma könnte Mikrostrukturen im Gehirn in Mitleidenschaft gezo­gen habe – etwa lange Nervenfasern, die Areale des Gehirns verbinden. Das neue Koope­rationsprojekt hat zum Ziel, für solche Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas ein gezieltes ambulantes Versorgungsangebot für betroffene Patienten zu schaffen. Die Dresdener Ärzte wollen dazu das Neurofeedback als Therapieansatz für Kinder und Jugendliche nach einem Schädel-Hirn-Trauma nutzen.

Ein weiteres Ziel des fachübergreifenden Projektes ist es, die Wirksamkeit dieser Methode für betroffene Patienten zu optimieren und entsprechende individuelle Behandlungs­opti­onen in der Nachsorge zu schaffen. Dazu können sich die Eltern bereits bei der Ent­lass­ung aus dem Krankenhaus entscheiden, ob sie grundsätzlich an einer Teilnahme an dem Projekt interessiert sind.

Drei Monate später werden sie dann von dem Forscherteam erstmals kontaktiert und ge­fragt, ob sie seit dem Schädel-Hirn-Trauma Probleme in der Aufmerksamkeit oder ande­ren Denkvorgängen ihrer Kinder beobachtet haben. Falls dies der Fall ist, erhalten die Kinder und Jugendlichen einen Diagnostiktermin im Uniklinikum und werden gegeben­enfalls in die Neurofeedbackbehandlung aufgenommen. © hil/aerzteblatt.de

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