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Ausland

Zwei Schiffe mit Migranten blockiert

Freitag, 2. August 2019

/dpa

Rom – Gleich zwei blockierte Rettungsschiffe mit mehr als 160 Migranten an Bord erhö­hen den Druck auf Malta und Italien, die Menschen anlegen zu lassen. Die spanische Hilfsorganisation Proactiva Open Arms ist mit 123 Migranten auf dem Mittelmeer unter­wegs – eine Frau sei im neunten Monat schwanger und habe Wehen, twitterte NGO-Chef Oscar Camps.

Die „Alan Kurdi“ der deutschen Organisation Sea-Eye wartete heute noch immer mit 40 Migranten vor der italienische Insel Lampedusa und durfte nicht anlegen. Und in Frank­reich ist die „Ocean Viking“ von SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen bereit zur Ab­fahrt ins Suchgebiet vor Libyen.

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Die „Alan Kurdi“ hatte die Menschen Mitte der Woche gerettet und Kurs auf Italien ge­nom­men. Die Einsatzleitstelle der italienischen Küstenwache hätte Sea-Eye nun mitge­teilt, dass die maltesischen Behörden zuständig seien, „obwohl das Schiff genau vor Lampedusa liegt“, twitterte die Regensburger Organisation. Malta sei mehr als 20 Stun­den entfernt. Ein unerträglicher Streit werde auf dem Rücken der Flüchtlinge ausgetra­gen, hieß es.

Italiens Innenminister Matteo Salvini hat dem Schiff die Einfahrt bereits verboten und gedroht, es zu beschlagnahmen, sollte es in Italien anlanden. Auch die spanische Hilfs­organisation Proactiva sucht nach einem sicheren Hafen. Das Rettungsschiff „Open Arms“ habe in der Nacht weitere 68 Migranten vor der libyschen Küste gerettet.

Das Schiff habe nun 123 Menschen an Bord, nachdem gestern bereits 55 größtenteils aus Eritrea stammende Menschen von einem Leck geschlagenen Boot gerettet worden waren, teilte Camps mit. An Bord sind neben Schwangeren auch neun Monate alte Zwillinge. Die in der Nacht an Bord genommenen Migranten wiesen deutliche Zeichen von in Libyen er­littener Gewalt auf, so Camps.

Italien hatte auch diesem Schiff schon mitgeteilt, das es nicht anlegen dürfe. Kapitän Marc Reig sagte dem spanischen Fernsehen an Bord, er habe sich an alle zuständigen Be­hörden in Libyen, Malta und Italien gewandt – ohne jedoch eine Antwort zu erhalten. Das Schiff fährt unter spanischer Flagge.

Italiens populistische Regierung weigert sich seit Amtsantritt vor mehr als einem Jahr, NGO-Schiffe anlegen zu lassen. Rom will nicht nur, dass die Migranten auf andere EU-Staaten verteilt werden. Die Regierung pocht auch darauf, dass die Schiffe nicht alle in italienischen Häfen anlegen. Die EU streitet seit langem um einen Verteilmechanismus - eine Lösung gibt es bisher nicht.

Salvini warf der Bundesregierung „Erpressung“ vor. In einer E-Mail habe die Bundesregie­rung Italien vorgeschlagen, dass Deutschland 30 Migranten von dem italienischen Küs­tenwachenschiff „Gregoretti“ übernehme, wenn im Gegenzug die 40 Migranten auf dem deutschen Rettungsschiff „Alan Kurdi“ in Italien aussteigen dürften.

Das Bundesinnenministerium ging darauf nicht ein. Aus dem Ministerium hieß es: „Der Bundesregierung ist es ein Anliegen, Menschen vor dem Ertrinken zu retten und zu ver­mei­­den, dass Schiffe tage- oder wochenlang vor den europäischen Häfen liegen, bevor sie anlegen dürfen.“ Die Regierung habe sich deshalb im laufenden Jahr in allen Fällen zur freiwilligen Übernahme aus dem Mittelmeer Geretteter bereit erklärt. © dpa/aerzteblatt.de

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