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Fachgesellschaft warnt vor Engpässen bei Blutprodukten in der Ferienzeit

Freitag, 2. August 2019

/dpa

Ulm – Die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) warnt vor Engpässen in der Blutversorgung. Dies hängt der Fachgesellschaft zufolge vor allem mit der Ferienzeit zusammen. Viele potenzielle Spender verreisten oder kämen seltener zur Blutspende.

„Viele Spender verbringen ihre Freizeit lieber mit Grillabenden oder bei Aktivitäten im Freien“, erklärte der erste Vorsitzende der DGTI, Hermann Eichler, Direktor des Instituts für Klinische Hämostaseologie und Transfusionsmedizin an der Universität des Saar­landes in Homburg.

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In Deutschland werden laut Fachgesellschaft täglich etwa 14.000 Blutspenden benötigt. Auch in den Sommermonaten sei der Bedarf hoch. „Denn Krebstherapie, Intensivmedizin und dringliche Operationen, für die in Deutschland die meisten Blutspenden benötigt werden, machen keine Sommerpause“, mahnt die Fachgesellschaft. 

Die wenigen Menschen, die zur Blutspende kämen, müssten zudem häufiger befristet zu­rückgestellt werden. Denn wer von einer Auslandsreise zurückkehre, dürfe unter Umstän­den über einen gewissen Zeitraum kein Blut spenden. Zu den Sperrgebieten gehörten nicht nur die tropischen Länder, in denen Malaria und andere Blutinfektionen verbreitet seien.

„In den letzten Jahren mussten wir zeitweise auch Reisende aus Ungarn, Rumänien, Grie­chenland, der Türkei, Südfrankreich und Südspanien, Norditalien und sogar aus Teilen Österreichs befristet von der Blutspende zurückstellen“, berichtet Eichler. Grund war die Ausbreitung des West-Nil-Virus in Europa, welches über das Blut übertragbar ist. Inzwi­schen hätten aber einige Blutspendedienste Tests eingeführt, um diese Viren zu erkennen und einen Einbruch bei den Blutspenden zu vermeiden.

Laut DGTI glauben zudem einige Spendenwillige, dass ihr Körper bei sommerlicher Wär­me die Blutspende weniger gut vertrage. „Dies ist aber grundsätzlich nicht der Fall, so­lange ausreichend getrunken wird“, so Eichler. „Am besten ist es, wenn Spender ent­spannt und ausgeruht zur Blutspende kommen und sich auch danach körperlich nicht übermäßig verausgaben“, so der Experte. © hil/aerzteblatt.de

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