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Düsseldorfer Schönheits-Operateur wegen Titelmissbrauchs verurteilt

Freitag, 2. August 2019

Düsseldorf – Wegen Titelmissbrauchs ist ein Schönheits-Operateur heute vom Amts­ge­richt Düsseldorf ver­urteilt worden. Das Gericht bestätigte nach einer mündlichen Ver­handlung einen Strafbe­fehl gegen den 47 Jahre alten Mediziner, der nun 15.000 Euro Strafe zahlen muss. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Un­strittig war, dass der Arzt im Iran ein Medizinstudium absolviert hatte. Jedoch machte der Richter heute klar, dass die Ärztekammer Nordrhein dem Mediziner 2009 und erneut 2017 mitgeteilt hatte, dass er nach deutschem Recht die Bezeichnung „Dr. med.“ nicht benutzen dürfe. Ungeachtet dessen hatte er auf seiner Internetseite und in sozialen Netzwerken diese Bezeichnung verwendet.

Die Ärztekammer Nordrhein hatte den Arzt angezeigt. Daraufhin hatte das Amtsgericht wegen Titelmissbrauchs einen Strafbefehl in Höhe von 13.500 Euro erlassen. Weil der Arzt dagegen Widerspruch eingelegt hatte, wurde der Fall jetzt verhandelt. Mit Blick auf seine Einkommensverhältnisse erhöhte das Gericht die Geldstrafe.

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Der Mediziner will das Urteil nicht hinnehmen, sein Anwalt kündigte Berufung an: Sein Man­dant habe nach iranischem Recht einen Doktortitel erworben und sei davon ausge­gangen, sich hier so nennen zu dürfen. Gegen den Schönheits-Operateur wird derzeit in einer anderen Sache wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Dabei geht es um den Tod einer Patientin nach einer Po-Vergrößerung. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #720508
e.ne
am Samstag, 3. August 2019, 06:14

Dr. med oder "Arzt"

Viele Mediziner in D die nicht promoviert haben, nennen sich schlicht "Arzt". - Wäre "Arzt" im o.g. Fall richtig gewesen?
Während der anschliessenden Facharztausbildung promovieren die
Mediziner (immer oder in aller Regel). Ein Chirurg ist ein Facharzt.
Schönheitschirurg. FA für Chirurgie. Ohne Dr. med. Titel ?
Viele D reisen in der Welt umher um sich den verschiedensten Operationen zu unterziehen. Das wird doch auch übernommen von den
Krankenkassen - oder sind das alles Privatpatienten?
Im Iran krank werdende D (Touristen oder da Arbeitend) lassen sich u.U. im Iran behandeln. Die Kosten übernimmt die dt. Krankenkasse?

Avatar #720508
e.ne
am Samstag, 3. August 2019, 05:53

Promotions-Prüfungsordungen neu überdenken

Mediziner, die eine Dissertation einreichen, die nur aus wenigen Zeilen oder Sätzen besteht, können ja trotzdem etwas ganz Neues erforscht/
erarbeitet haben. - Mediziner aus anderen Ländern müßten Prüfer finden,
die willens und fähig sind sich in die Zeit der Entstehung der Arbeit zurück
versetzen - den damaligen Forschungsstand erinnern und belegen können. Dann könnte die Arbeit hier noch einmal gelesen und ein Diss.
Vortrag gehalten werden - mit Anerkennung oder nicht.
Nach Plagiaten könnte die Arbeit sowieso durch gesehen werden.
Schwieriger wird es, falls weder die Arbeit noch Unterlagen vorliegen.
Avatar #79783
Practicus
am Freitag, 2. August 2019, 23:21

Die Ärztekammer

hat ja auch lediglich die richterliche Überprüfung veranlasst (..."angezeigt"), möglicherweise nach Beschwerden von Kolleg*innen
Für die Genehmigung zuständig sind die Kultusministerien der Länder. "Berufsdoktorate" anderer Länder wie Österreich oder USA ("M.D.") werden nicht anerkannt, ausländische Promotionen nur nach eingehender Prüfung. Die vielen "pro-forma-Promotionen" in Deutschland, die bekanntermaßen den Anforderungen an eine "richtige" Promotion kaum genügen und bei Doktoren anderer Fakultäten mildes Lächeln auslösen, werden dagegen problemlos anerkannt.
Avatar #749091
DataR
am Freitag, 2. August 2019, 17:04

Ärztekammer für Titelbeurteilung nicht zuständig

Für die Entscheidung ob und ggf. in welcher Form ein im Ausland erworbener akademischer Grad benutzt werden kann, ist die Ärztekammer gar nicht zuständig sondern das Kultusministerium des zuständigen Bundeslandes.
LNS

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