NewsVermischtesDüsseldorfer Schönheits-Operateur wegen Titelmissbrauchs verurteilt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Düsseldorfer Schönheits-Operateur wegen Titelmissbrauchs verurteilt

Freitag, 2. August 2019

Düsseldorf – Wegen Titelmissbrauchs ist ein Schönheits-Operateur heute vom Amts­ge­richt Düsseldorf ver­urteilt worden. Das Gericht bestätigte nach einer mündlichen Ver­handlung einen Strafbe­fehl gegen den 47 Jahre alten Mediziner, der nun 15.000 Euro Strafe zahlen muss. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Un­strittig war, dass der Arzt im Iran ein Medizinstudium absolviert hatte. Jedoch machte der Richter heute klar, dass die Ärztekammer Nordrhein dem Mediziner 2009 und erneut 2017 mitgeteilt hatte, dass er nach deutschem Recht die Bezeichnung „Dr. med.“ nicht benutzen dürfe. Ungeachtet dessen hatte er auf seiner Internetseite und in sozialen Netzwerken diese Bezeichnung verwendet.

Die Ärztekammer Nordrhein hatte den Arzt angezeigt. Daraufhin hatte das Amtsgericht wegen Titelmissbrauchs einen Strafbefehl in Höhe von 13.500 Euro erlassen. Weil der Arzt dagegen Widerspruch eingelegt hatte, wurde der Fall jetzt verhandelt. Mit Blick auf seine Einkommensverhältnisse erhöhte das Gericht die Geldstrafe.

Anzeige

Der Mediziner will das Urteil nicht hinnehmen, sein Anwalt kündigte Berufung an: Sein Man­dant habe nach iranischem Recht einen Doktortitel erworben und sei davon ausge­gangen, sich hier so nennen zu dürfen. Gegen den Schönheits-Operateur wird derzeit in einer anderen Sache wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Dabei geht es um den Tod einer Patientin nach einer Po-Vergrößerung. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #720508
e.ne
am Samstag, 3. August 2019, 06:14

Dr. med oder "Arzt"

Viele Mediziner in D die nicht promoviert haben, nennen sich schlicht "Arzt". - Wäre "Arzt" im o.g. Fall richtig gewesen?
Während der anschliessenden Facharztausbildung promovieren die
Mediziner (immer oder in aller Regel). Ein Chirurg ist ein Facharzt.
Schönheitschirurg. FA für Chirurgie. Ohne Dr. med. Titel ?
Viele D reisen in der Welt umher um sich den verschiedensten Operationen zu unterziehen. Das wird doch auch übernommen von den
Krankenkassen - oder sind das alles Privatpatienten?
Im Iran krank werdende D (Touristen oder da Arbeitend) lassen sich u.U. im Iran behandeln. Die Kosten übernimmt die dt. Krankenkasse?

Avatar #720508
e.ne
am Samstag, 3. August 2019, 05:53

Promotions-Prüfungsordungen neu überdenken

Mediziner, die eine Dissertation einreichen, die nur aus wenigen Zeilen oder Sätzen besteht, können ja trotzdem etwas ganz Neues erforscht/
erarbeitet haben. - Mediziner aus anderen Ländern müßten Prüfer finden,
die willens und fähig sind sich in die Zeit der Entstehung der Arbeit zurück
versetzen - den damaligen Forschungsstand erinnern und belegen können. Dann könnte die Arbeit hier noch einmal gelesen und ein Diss.
Vortrag gehalten werden - mit Anerkennung oder nicht.
Nach Plagiaten könnte die Arbeit sowieso durch gesehen werden.
Schwieriger wird es, falls weder die Arbeit noch Unterlagen vorliegen.
Avatar #79783
Practicus
am Freitag, 2. August 2019, 23:21

Die Ärztekammer

hat ja auch lediglich die richterliche Überprüfung veranlasst (..."angezeigt"), möglicherweise nach Beschwerden von Kolleg*innen
Für die Genehmigung zuständig sind die Kultusministerien der Länder. "Berufsdoktorate" anderer Länder wie Österreich oder USA ("M.D.") werden nicht anerkannt, ausländische Promotionen nur nach eingehender Prüfung. Die vielen "pro-forma-Promotionen" in Deutschland, die bekanntermaßen den Anforderungen an eine "richtige" Promotion kaum genügen und bei Doktoren anderer Fakultäten mildes Lächeln auslösen, werden dagegen problemlos anerkannt.
Avatar #749091
DataR
am Freitag, 2. August 2019, 17:04

Ärztekammer für Titelbeurteilung nicht zuständig

Für die Entscheidung ob und ggf. in welcher Form ein im Ausland erworbener akademischer Grad benutzt werden kann, ist die Ärztekammer gar nicht zuständig sondern das Kultusministerium des zuständigen Bundeslandes.
LNS

Nachrichten zum Thema

14. August 2019
Berlin – Ende Juni hatten 48 Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie in einem Schreiben bereits Probleme in der ästhetischen Chirurgie in Deutschland beklagt. Nun haben sich auch die
Ästhetisch-Plastische Chirurgen rufen nach schärferen Regeln für die Schönheitschirurgie
6. August 2019
Göttingen/Braunschweig –Gut vier Jahre nach seinem Freispruch im Prozess um den Göttinger Transplantationsskandal verlangt ein Arzt gut 1,2 Millionen Euro Schadenersatz vom Land Niedersachsen. Eine
Transplantationsmediziner fordert nach Freispruch rund 1,2 Millionen Euro
1. August 2019
Krefeld – Die Bewährungsstrafe für einen Heilpraktiker aus Brüggen nach dem Tod von drei seiner Krebspatienten ist rechtskräftig. Das teilte ein Gerichtssprecher gestern mit. Das Krefelder Landgericht
Bewährungsstrafe für Krebsheiler nach Tod von Patienten rechtskräftig
29. Juli 2019
Düsseldorf/Berlin – Nach zwei Todesfällen infolge einer Po-Vergrößerung und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen einen Arzt in Düsseldorf haben sich 48 Fachärzte für Plastische und Ästhetische
Plastische Chirurgen mahnen stärkere Reglementierung an
25. Juli 2019
Silver Spring – Die Firma Allergan will texturierte Brustimplantate weltweit vom Markt nehmen. Anlass ist eine Aufforderung der US-Arzneimittelbehörde FDA, die in einer Safety Communication vor einem
Hersteller nimmt texturierte Brustimplantate nach drohendem Verbot in den USA weltweit vom Markt
25. Juli 2019
Heidelberg – Der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg, Andreas Draguhn, ist nach der Bluttest-Affäre zurückgetreten. Der Professor bleibe als Abteilungsleiter Neuro- und
Dekan der Medizinischen Fakultät tritt nach Bluttest-Affäre zurück
25. Juli 2019
Düsseldorf – Der Tod einer Patientin nach einer Schönheitsoperation in Düsseldorf hat juristische Folgen. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen den Operateur ein. Untersuchungen hätten
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER