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Forscher untersuchen therapeutisches Potential der Naturstoffe Betulin und Betulinsäure in der Tumortherapie

Montag, 5. August 2019

picture-alliance - Soeren Stache

Halle-Wittenberg – Das therapeutische Potenzial von Betulin und Betulinsäure, die aus Birken- beziehungsweise Platanenrinde gewonnen werden, bei der Brustkrebstherapie untersuchen Wissenschaftler der der Universitätsmedizin Halle und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben über drei Jahre mit 645.000 Euro.

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Bei der Arbeit geht es darum, die Strahlenresistenz bestimmter Brustkrebstumoren zu überwinden. „Das Mikromilieu dieser soliden Tumoren ist meist durch Übersäuerung und Sauerstoffmangel gekennzeichnet. Beide Faktoren können dazu führen, dass die Strahlentherapie nicht anschlägt“, erläutert Matthias Bache von der Universitätsklinik und Poliklinik für Strahlentherapie des halleschen Universitätsklinikums. Gemeinsam mit Dirk Vordermark aus der Klinik sowie Reinhard Paschke vom Biozentrum der Martin-Luther-Universität hat er Vorarbeiten für das Projekt geleistet.

Beispielsweise konnten sie nachweisen, dass Betulinsäure unter Sauerstoffmangel eine hohe Zytotoxizität aufweist und strahlensensibilisierend wirkt. Die Wissenschaftler wollen Betulin und Betulinsäure jetzt chemisch so verändern, dass sie mit einem sogenannten dualen Targeting Krebszellen gezielt abtöten können. 

Wichtig ist dafür ein Enzym namens „Carboanhydrase IX“ (CA IX). „Patientinnen mit hohem CA-IX-Level weisen in der Regel eine schlechte Prognose auf“, erläutert Vordermark. 

Die Forscher wollen für den doppelten therapeutischen Ansatz daher die Betulin-Derivate mit sogenannten Carboanhydrase-Blockern koppeln, um sogenannte bifunktionelle Agenzien herzustellen: Sie sollen zum einen die Carboanhydrase hemmen und zweitens die Betulin-Komponente gezielt zum Wirkort in den Tumorzellen transportieren.

Der Wirkstoff Betulin beziehungsweise Betulinsäure ist bereits länger für seine antibakterielle Wirkung bekannt, beispielsweise in Hautpflegeprodukten. Der Wirkstoff sei aber auch bereits in Medikamenten gegen Entzündungen, Malaria, Adipositas, HIV sowie gegen Melanome untersucht und eingesetzt worden oder in klinischer Testung, so die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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