NewsPolitikEx-Gesundheits­minister gegen Widerspruchslösung bei Organspende
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Ex-Gesundheits­minister gegen Widerspruchslösung bei Organspende

Montag, 5. August 2019

Gegen die Widerspruchslösung: Ulla Schmidt (SPD) und Hermann Gröhe (CDU)

Berlin – Die früheren Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Ulla Schmidt (SPD) und Hermann Gröhe (CDU) haben sich erneut gegen die sogenannte Widerspruchslösung bei der Organspende gewandt. Den diesbezüglichen Vorstoß des derzeitigen Ressortchefs Jens Spahn (CDU) bewerteten sie am Montag in Berlin als „nicht zielführend“. Sinnvoller sei es, „die Bedingungen in den Entnahmekrankenhäusern zu verbessern“.

Schmidt und Gröhe wollen dafür am Donnerstag kommender Woche ein Konzept vorstellen. Dieses stützt sich demnach auf einen schon länger vorliegenden, fraktionsübergreifenden Gesetzentwurf für die sogenannte Zustimmungslösung, für die sich unter anderem auch Grünen-Chefin Annalena Baerbock einsetzt. Es gehe darum, „das Vertrauen in die Organspende zu erhöhen und damit die Organspendebereitschaft und Verbindlichkeit zu steigern“, erklärten Schmidt und Gröhe zu ihrem Vorschlag.

Anzeige

Um die Zahl von Organspendern zu erhöhen, plant Spahn eine sogenannte doppelte Widerspruchslösung. Demnach soll jeder als Spender gelten, der sich nicht ausdrücklich gegen eine Organspende ausgesprochen hat. Zudem ist ein Widerspruch durch seine Angehörigen möglich.

Bisher sind Organentnahmen für Transplantationen nur bei einer ausdrücklichen Zustimmung möglich. Daran wollen die Befürworter einer reformierten Zustimmungslösung festhalten. Sie argumentieren mit dem Recht auf Entscheidungsfreiheit. Allerdings sieht das dafür vorliegende Modell unter anderem ein Online-Register der Menschen vor, die zu einer Organspende bereit sind. Zudem sollen alle Bürger regelmäßig aufgefordert werden, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Erneut in die Debatte geraten war das Thema Ende Juli durch umstrittene Pläne in Japan, Mischwesen aus Mensch und Tier zu züchten. Ziel ist es, auf diese Weise menschliche Organe in Tieren heranwachsen zu lassen, um sie als Spenderorgane nutzen zu können. Die in Japan dazu vorgesehenen Experimente sind aber noch im Bereich der Grundlagenforschung. © afp/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #769143
Hanna Bolica
am Donnerstag, 8. August 2019, 23:07

Danke

für Ihre berührende, offene und zum erneuten Nachdenken anregende Stellungnahme, und ich wünsche Ihnen auch von Herzen alles Gute.
Avatar #719293
Andretti
am Donnerstag, 8. August 2019, 20:21

Es geht dem Ende entgegen,

weil wir Diskutanten hier nicht in der Lage sind, uns auf die einfachsten Begriffe der deutschen Sprache zu einigen. Rimbach et al sehen in einer Widerspruchsregelung einen Zwang (des Staates) und eine Einschränkung der persönlichen Entscheidungsfreiheit. Ich dagegen (und zum Glück viele andere) kann einfach keinen Zwang erkennen, wenn jeder jederzeit ohne Begründung einer Organentnahme widersprechen kann, was bedeutet, dass die Unterstützer der Widerspruchsregelung eine solche Dokumentation für zumutbar halten vor dem Hintergrund des Leids.
Was meine Person betrifft: Natürlich habe ich einen Organspendeausweis und wäre im Fall meines Hirntods bereit, alle meine Organe zu spenden mit Ausnahme meiner Niere, denn ich bin im 24. Jahr sehr erfolgreich nierentransplantiert, darf deshalb meine Niere nicht spenden und war vorher 2,5 Jahre an der Dialyse. Jetzt kann ich wieder alles essen und trinken, habe eine Familie und bin meinem unbekannten Organspender bzw. seinen Angehörigen für ihre Entscheidung pro Organspende unendlich dankbar für mein zweites Leben. Dialyse bedeutet u.a. 3 Mal in der Woche für jeweils 5 Stunden an der Dialysemaschine zu hängen, so gut wie nichts trinken zu dürfen (weil man als Dialysepatient nicht mehr pinkeln kann), so gut wie keine Vollkornprodukte, Obst, Tomaten usw. essen zu dürfen. Nach jeder Dialyse war ich platt wie nach einem Fussballspiel. Dies alles wünsche ich niemandem, ich könnte mir sogar vorstellen, dass Menschen ihre Meinung in Richtung Widerspruchsregelung ändern könnten, wenn sie selbst an der Dialyse sind oder auf ein Herz warten. Schon eine nicht auskurierte Grippe kann zu einer schweren Herzerkrankung führen und eine Transplantation notwendig machen, natürlich nur, wenn man gerne weiterleben würde, z.B. weil man eine junge Mutter oder ein junger Vater ist oder weil das eigene betroffene Kind erst 10 Jahre als ist. Dass die Widerspruchsregelung in unsere Zeit zu passen scheint, wird dadurch belegt, dass es immer mehr Länder werden, die sie einführen (dieses Jahr England, letztes Jahr NL, vorletztes Jahr Frankreich z.B.). Zum Christlichen: sicherlich kann man christliches Leben so auffassen wie Rimbach, gleichzeitig ist seit Jahrzehnten der offizielle Standpunkt der beiden christlichen Kirchen in Deutschland: „Organspende ist der letzte Akt der Nächstenliebe“. Grundsätzlich ist jeder Bürger a priori ein möglicher Organempfänger (ausser er will bewusst nicht), gleichwohl ist nicht jeder Bürger ein potenzieller Organspender. Ca. 85% der Bürger in D sehen die Organspende positiv, nur ca. 36% haben eine Organspendeausweis ausgefüllt, was bedeutet, dass die Differenz von ca. 50%-Punkten potenzielle passive Organspender sind, mit einer Widerspruchsregelung würden sie potenzielle aktive Organspender, was ja ihrem eigenen Willen/ Verhältnis zur Organspende entspricht. Ich muss allerdings zugeben, dass das Wort „Spende“ (eine bewusste, explizit getroffene Entscheidung etwas zu geben) eher unpassend wirkt. Zur Zeit gibt es in der Schweiz eine gesellschaftliche Bewegung, die Widerspruchsregelung dort auch einzuführen (Volksentscheid in 2020), dort spricht man davon, dass mit der Widerspruchsregelung die „vermutete Zustimmung“ umsetzen will. Das ist vielleicht sprachlich weniger aufregend für Gegner?! Fazit: da ich das Gefühl habe, dass sich unsere Positionen nicht annähern, soll dies meine letzte Stellungnahme dazu hier sein. Ich wünsche Ihnen allen Glück und vor allem Gesundheit und keine Transplantationsnotwendigkeit. Sie müssten sehr lange warten oder sogar sterben, wenn sich in D nichts ändert.
Avatar #107082
Rimbach
am Donnerstag, 8. August 2019, 18:11

DRZE: Gedanke der Autonomie wird nicht hinreichend berücksichtigt

Kleiner Nachtrag noch
So schreibt Herr PD Dr. Lanzerath ale Geschäftsführer des Deutschen Referenzzentrums für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE) in der Fachzeitschrift der f&w 8/19: " Und zweitens wird der Gedanke der Autonomie nicht hinreichend genug berücksichtigt. Die Widerspruchslösung ... passt nicht in unsere Zeit. Organspende ist ein freiwilliger Akt der Solidarität und keine Pflicht. Der menschliche Körper nimmt eine eigentümliche Stellung zwischen Person und Sache ein." ... "Was mit meinem Körper geschieht, ist meine persönliche Entscheidung und gehört zur Selbstverfügung. Diese sollten wir nicht aufgeben."
Fazit: Weg mit der Widerspruchslösung!
Wer Organe hergeben möchte kann sich gerne in ein Register eintragen lassen!
Avatar #107082
Rimbach
am Donnerstag, 8. August 2019, 11:08

Recht auf Sterben

@Andretti
mal ganz ehrlich, dann sollen doch die, die das wollen sich in ein Register eintragen lassen! Wo ist das Problem? Das geht ganz ohne Zwang! Wenn die Betreuer für andere entscheiden, dann doch aus ihrem eigenen Denken heraus. Das muss ja nicht der wirkliche Wille des zu Betreuenden sein.
Wenn Sie doch spenden möchten, dazu sagen Sie ja nichts, außer dass Sie dafür sind, dass andere gezwungen werden sollen automatisch zu etwas zu werden. Dann tragen Sie sich doch ganz freiwillig in so ein Register ein.
Stimmt, zu den Wahlen, da gebe ich Ihnen recht, hat bisher noch keiner gefordert! Eine Widerspruchslösung auch nicht zur Organspende. Was nicht ist kann ja noch kommen.
Und nochmals. Wenn aufgeklärt werden soll, dann bitte richtig. Warum zeigt den die Bundesärztekammer z.B. kein Video der Organentnahme auf ihrer Weibseite? Oder andere Vertreter wie die DSO? Warum zeigt denn keiner, das bereits lebenserhaltende oder den Sterbeprozess verzögernde Maßnahmen eingeleitet werden, bevor überhaupt entschieden ist, ob jemand seine Organe hergeben möchte. Warum nennt man es Spende? Diese ist freiwillig und warum bekommen die Beteiligten Geld?
Warum soll es so sein, wie uns aus politischen Kreisen zugetragen wurde, dass in Spanien die Angehörigen die Beerdigungskosten bezahlt bekommen? Mir wird bei diesen doch ökonomisch und materialistischen Gedankengut ÜBEL!
Christlich ist das nicht und hat mit Nächstenliebe überhaupt NICHTS zu tun.
"Jeder Mensch ist einmalig als Person und besitzt eine ihm von Gott gegebene unverfügbare Würde.
Daraus ergibt sich die Verpflichtung, menschliches Leben von Anfang bis Ende, von der Empfängnis bis zum Tod, zu achten, zu schützen und, wo Not ist, helfend zu begleiten." Sterbende sind zu begleiten, egal um wen es sich handelt. Christus hat nie ein Opfer, schon gar nicht ein Menschenopfer gefordert.
"Vornehmstes und ureigenstes Ziel aller Caritas-Arbeit ist es, Menschen, insbesondere benachteiligte und schwache, vor Ausnutzung, vor Ausgrenzung und zugleich vor Vereinnahmung zu schützen und ihre Selbsthilfekräfte anzuregen."
Das ist christlich. Wir sollen die Menschen vor Vereinnahmungen schützen und darum darf es keine Widerspruchslösung geben!
@ Frau Bolica. Vielen Dank für Ihren Beitrag.
Avatar #769143
Hanna Bolica
am Mittwoch, 7. August 2019, 21:14

Ihr Ziel, Herr Andretti, ist aller Ehren wert, aber

das Recht auf einen natürlichen Sterbeprozess sollte nicht eingefordert werden müssen, indem man etwas widersprechen muss. (Und das ist etwas ganz anderes, als das Recht, zu Schweigen.) Die individuelle aktive Dokumentation, dass man bereit ist, auf dieses Recht zu verzichten, ist einer so existentiellen Entscheidung viel würdiger. Und nur, weil wir in einer materialistischen Gesellschaft leben und uns auf die Trägheit der Masse verlassen können, sollte das nicht ausgenutzt werden.
Avatar #719293
Andretti
am Mittwoch, 7. August 2019, 18:57

Eine schöne Diskussion, die zeigt, wie man...

Zu einem grossen Teil aneinander vorbeiredet/-schreibt, vor allem deshalb, weil die Diskutanten zu wenig über die Materie wissen und Dinge miteinander verknüpfen, die nicht das Geringste miteinander zu tun haben, sondern stattdessen freischwebende Gedankenspiele darstellen, denn es geht eben nicht um Nichtwähler, die einer Partei zugerechnet werden (wer hat dies jemals vorgeschlagen?), sondern „nur“ um die Widerspruchsregelung, Punkt.
Ich habe sehr großes Verständnis für jeden Menschen, der keine Organe spenden will, aus welchem Grund auch immer! Ich habe kein Verständnis für Menschen, die Organspenden für Dritte (aber auch für eigene Angehörige) erschweren wollen, eben durch die Ablehnung der Widerspruchsregelung. Ich kann beim besten Willen keinen Zwang, keinen Druck, keine Einschränkung der Entscheidungsfreiheit erkennen, wenn jeder jederzeit ohne Begründung widersprechen könnte. Zum Hirntod: er ist nicht erfunden worden, damit man transplantieren kann. Ohne die Möglichkeit einer Transplantation würden die herz- und kreislauferhaltenden Maschinen abgestellt, weil mit der Feststellung des Hirntods der Patient für tot erklärt wird. Juristisch und auch medizinisch. Und das, obwohl das Herz noch schlägt! Die Folge des Abstellens dieser Maschinen wäre der Herztod innert wenigen Minuten oder Stunden, weil der Hirntoten Patient nicht mehr selbständig atmen kann. Zu den geistig Behinderten: kein Behinderter würde automatisch zum Organspender, ausser die Eltern, der Betreuer oder der Vormund haben/ hat dem zugestimmt. Zu den nicht Deutsch sprechenden Bürgern in Deutschland: m.W. planen die Befürworter (Spahn/ Lauterbach) eine entsprechende mehrsprachige Aufklärung. Ob allerdings jede in Deutschland gesprochene Fremdsprache dabei sein wird, bezweifle ich, finde ich aber auch nicht schlimm. Immerhin soll JEDER BÜRGER DREI MAL DAZU ANGESCHRIEBEN WERDEN lt. Gesetzentwurf. Da wird wohl beim dritten Mal auch der Letzte jemanden fragen, um was es geht. Zu den Organen: vielleicht kann man sich darauf einigen, dass die Organe durchblutet sein müssen für eine Explantation, das ist m.E. Etwas sachlicher formuliert. Zu den Grundrechten: es gibt mehrere Juristen (u.a. der frühere Verfassungsrichter Papier), die hier gar kein Problem sehen. Es müsse nur sichergestellt sein, dass JEDER JEDERZEIT SICHER OHNE BEGRÜNDUNG AUFWANDSGERING widersprechen könne. Zum Sozialismus: die Widerspruchsregelung gilt in bereits in 24 Ländern Europas. Meines Wissens ist keines davon sozialistisch/ dirigistisch, es sind alles Demokratien. Fazit: es muss zumutbar sein, zu widersprechen vor dem Hintergrund des Leids und des Sterbens.
Avatar #783745
Schurig
am Mittwoch, 7. August 2019, 13:28

Natürliches Sterben

Ich stimme Frau Rimbach zu.
Der sog. Hirntod ist aus meiner Sicht ein Organversagen, eine schwere Funktionsstörung, aber keinesfalls der Tod - die Organe müssen für die Organtransplantation lebendig sein, also können sie nicht tot sein und damit auch nicht der ganze Körper. Schon gar nicht, wenn noch so viele Funktionen erhalten sind.
Das Argument, dass diese Menschen kognitiv nicht mehr erreichbar sind, ist wohl stimmig, aber sie sind deswegen nicht tot. Der Mensch stirbt erst, wenn das Herz aufhört zu schlagen. Darüber hinaus hat der Mensch eine Seele und die steht für mich über dem Kognitiven und über dem Körper. Beim normalen Sterben verlässt diese Seele m.W. immer erst nach dem Klinischen Tod den Körper - wie in vielen Berichten aufgezeigt und z.B. auch in der Malerei dargestellt. Im Umkehrschluss heißt das, dass bei der Organentnahme die Seele noch da ist bzw. den Körper noch nicht (ganz) verlassen hat. Es dürfte also bei der Organentnahme etwas sehr Abruptes passieren, was für den sterbenden Menschen nicht gut ist. Er stirbt aus meiner Sicht vorzeitig und unnatürlich.
Das Sterben sollte schon - wenn irgend möglich - heilig sein. In diesen Prozess bewusst einzugreifen ist schädlich.
Lebensverlängernde Maßnahmen sind oft sinnvoll. Wenn es aber auf das Sterben zugeht, ist dem Sterben Rechnung zu tragen – und das dann bitte natürlich. Wie der Mensch stirbt, halte ich für außerordentlich wichtig. Die Organtransplantation bei irreversiblem Hirnfunktionsausfall pervertiert diese Denke.
Eine einigermaßen ausgeglichene Aufklärung zur Organtransplantation findet m.E. in Deutschland nicht statt. Die entsprechenden Maßnahmen der BZgA sind aus meiner Sicht tendenziell parteiische Informationen, die verschiedenen Seiten werden dort nur unzureichend dargestellt. Das dortige Menschenbild ist materialistisch, die Seele fehlt.
Mit der Widerspruchslösung greift m.E. der Staat in die Grundrechte ein: es wäre eine Vorentscheidung, die er sich da anmaßt treffen zu können. Unser Staat würde damit dirigistischer und sozialistischer werden, der Demokratie würde er damit schaden. Lasst uns unsere Demokratie erhalten! Für die Aufklärung! Für den Menschen – für den Menschen mit Körper, Seele und Geist!
Avatar #107082
Rimbach
am Mittwoch, 7. August 2019, 08:40

Recht auf Sterben

Ich bin gegen die Widerspruchslösung! Wer gerne Organe hergeben möchte, der kann dies ja tun. Deshalb sollte sich jeder registrieren lassen, der das auch möchte. Menschen automatisch zu registrieren kommt mir vor wie zu anderen Zeiten. Es hat was mit Zwang, Druck und staatliche Macht zu tun und nichts mit Freiwilligkeit. Organe herzugeben hat nichts mit Nächstenliebe zu tun. Der Sterbeprozess ist ein heiliger Vorgang. Wer richtig aufklärt, der zeigt auch Filme über die Organentnahme, wie diese tatsächlich von statten geht. Klärt auf, das die Menschen nicht tot sind. Denn wenn die Menschen tot wären, dann würde ihr Herz nicht mehr schlagen! Es ist schon komisch, dass wir für die Bescheinigung des natürlichen Todes nur einen Arzt benötigen. Warum benötigen wir für den ärztlich benannten Hirntod, richtigerweise ja irreversiblen Hirnfunktionsausfall. denn so einen Aufwand und mindestens zwei unabhängige Personen? Weil es eben nicht der Tod des Menschen ist. Das Gehirn ist ein Organ! Sicherlich ein sehr wichtige, ohne Zweifel. Es gibt aber auch Aussagen, das es sich hier lediglich um ein „Teilhirnversagen“ handelt. Und noch ein wichtiger Aspekt, der Mensch ist
mehr als nur ein Organ. Klärt die Menschen richtig auf, zeigt die angewandten Methoden zur Feststellung des Hirnfunktionsausfalls. Klärt die geistig Behindert so auf, dass diese verstehen, dass ihnen bei lebendigem Leib Organe entnommen werden. Klärt die Menschen auf, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Zwang hat nichts mit Selbstbestimmung zu tun. Zwang schließt das Recht auf die Unversehrtheit des menschlichen Köpers aus.
Wer mag, der kann sich gerne in ein Register als Organgeber eintragen. Zu jeder ärztlichen Untersuchung können dann immer relevante Befunde ins Register übertragen werden. Dank Digitalisierung demnächst ja möglich.
Ach ja, spannend fände ich auch, wenn demnächst alle Nichtwähler automatisch eine Partei der Nichtwähler gewählt haben. Ist doch ein guter Gedanke, oder? Die Mehrheiten sind dann dieser Partei sicher! Ist undemokratisch, oder?
Avatar #719293
Andretti
am Dienstag, 6. August 2019, 19:30

Völlig berechtigte Frage, Frau Bolica.

Ich habe großes Verständnis für Ihren Punkt.
Die Antwort: Widerspruch genügt, alternativ/ zusätzlich Angehörige informieren und/ oder Patientenverfügung erstellen.
Avatar #769143
Hanna Bolica
am Dienstag, 6. August 2019, 15:25

Hannabolica

Und wie sieht`s mit dem Recht auf einen "natürlichen Sterbeprozess" aus?
Avatar #719293
Andretti
am Dienstag, 6. August 2019, 07:49

Ein Hinweis, ein Mal völliges Unverständnis

Der Vorschlag von Baerbock und Pilsinger, die Bürger bei der Beantragung bzw. Abholung eines Personalausweises oder Reisepasses zu fragen, ob sie Organspender sein wollen, hat zwei entscheidende Fehler: 1) nur Deutsche beantragen einen Personalausweis/ Reisepass, Nicht-EU-Ausländer beantragen stattdessen einen Aufenthaltstitel. Die 4,7 Millionen EU-Ausländer jedoch beantragen nichts von dem. Sie würden einfach nie gefragt, obwohl für sie natürlich auch das deutsche Transplantationsgesetz gilt. Darüber hinaus wird die ganze Diskussion seit jeher falsch geführt: Die Wahrscheinlichkeit, ein Organempfänger zu werden, ist mindestens fünf mal so gross wie die, ein Organspender zu werden. (Verhältnis Organspender zu Netto-Zugängen auf der Warteliste. Deshalb müssen die Menschen zuerst gefragt werden, ob sie für sich, für ihr Kind, für ihren Partner ein Organ annehmen würden bei einer entsprechenden Diagnose. Die meisten wollten die bestmögliche Therapie, also die Organspende für ihre Liebsten. Woher sollen die Organe kommen, wenn das Recht auf Schweigen höher bewertet wird als das Recht auf Leben?
Ich habe auch kein Verständnis für das Argument der mangelnden Selbstbestimmung im Fall der Widerspruchsregelung. Jeder könnte jederzeit ohne irgendeine Begründung seinen Widerspruch ablegen, z.B. in einem entsprechenden Register. Besser kann das Selbstbestimmungsrecht nicht gewahrt werden.
LNS

Nachrichten zum Thema

27. August 2019
Berlin/Köln – Der Deutsche Hausärzteverband (DHÄV) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informieren Patienten gemeinsam über das Thema Organspende. Sie haben dazu ein Magazin
Hausärzteverband und BZgA informieren gemeinsam über Organspenden
15. August 2019
Berlin – Die ehemaligen Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Ulla Schmidt (SPD) und Hermann Gröhe (CDU) kritisierten heute die Absicht des derzeitigen Ressortchefs Jens Spahn (CDU), eine doppelte
Ex-Ge­sund­heits­mi­nis­ter wollen an der Zustimmungslösung zur Organspende festhalten
14. August 2019
Köln – Knapp ein Drittel der erwachsenen Deutschen wäre einer Umfrage zufolge bereit, sich ein in einem Tier herangewachsenes menschliches Organ implantieren zu lassen. Das geht aus einer heute
Skepsis bei in Tieren herangezüchteten Spenderorganen
1. August 2019
Düsseldorf/Münster – Die Ärztekammern in Nordrhein-Westfalen (NRW) haben sich dem Beirat des Netzwerks Organspende NRW angeschlossen. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von Selbsthilfeorganisationen
Ärztekammern in Nordrhein-Westfalen treten Beirat des Netzwerks Organspende bei
26. Juli 2019
Berlin – Cannabis, Pflegeversicherung, Organspende und Reproduktionsmedizin: Diese vier Themen aus der Gesundheitspolitik hat der FPD-Parteichef Christian Lindner mit dem CDU-Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens
Spahn und Lindner: Pflege-Bahr führt ein Schattendasein
22. Juli 2019
Stuttgart – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Württemberg hat Staat und Gesellschaft dazu aufgerufen, alles dafür zu tun, Spendebereitschaft und Transplantation von Organen zu
Ärztekammer Baden-Württemberg beschließt Sechs-Punkte-Katalog für mehr Organspenden
27. Juni 2019
Osnabrück – Der neue Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Klaus Reinhardt, hat sich klar für eine Widerspruchslösung bei Organspenden ausgesprochen. „Wir als Ärzteschaft stehen definitiv zur
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER