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Politik

Dreyer für mehr alternative Wohnformen

Montag, 5. August 2019

Malu Drey begrüßt bei einem Besuch einer Wohn-Pflege-Gemeinschaft des Bürgervereins Neuburg Bewohner. /picture-alliance - Uwe Anspach

Neuburg/Herxheim – Angesichts einer älter werdenden Gesellschaft will Minister­präsidentin Malu Dreyer (SPD) mehr alternative Wohnformen für Senioren in Rheinland-Pfalz. „Wir haben etwa 100 Pflege-Wohn-Gemeinschaften. Das ist gut, aber es können noch mehr werden", sagte sie am Montag in einer Einrichtung für zwölf ältere Menschen im pfälzischen Neuburg. Selbstbestimmtes Wohnen in Gemeinschaft treffe das Bedürfnis zahlreicher älterer Menschen. Viele wollten oder könnten einerseits nicht allein leben - andererseits wollten sie nicht in eine größere Einrichtung wie ein Pflegeheim.

Der Besuch in Neuburg war der Auftakt von Dreyers diesjähriger Sommerreise. Die mehrtägige Fahrt steht unter dem Motto Pflege und Gesundheit. Dem Statistischen Landesamt zufolge könnte die Bevölkerungszahl in Rheinland-Pfalz bis 2040 auf knapp 3,97 Millionen fallen. Dies würde den Bedarf an Pflegeeinrichtungen stark steigen lassen. Denn die Zahl der 65-Jährigen und Älteren würde den Prognosen zufolge wachsen: Bis 2040 gäbe es dann etwa 313 000 Senioren mehr.

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Die Wohngemeinschaft in Neuburg sei eine Pionierleistung und eine Vorzeigeeinrichtung, lobte Dreyer. "Warum auch sollten alle Menschen im Alter gleich leben, wenn sie dies ihr ganzes Leben lang nicht getan haben?"Auch im Alter habe jeder Mensch seine individuellen Fähigkeiten, betonte die Ministerpräsidentin. „Es geht darum, einen Platz zu finden, diese Fähigkeiten einzubringen."Mit dem Projekt WohnPunkt RLP unterstützt die Landesregierung Dörfer wie Neuburg mit bis zu 5000 Einwohnern beim Aufbau solcher Gemeinschaften. Ab dem kommenden Jahr ist dies für Kommunen bis 10 000 Einwohner möglich.

Von Neuburg fuhr Dreyer nach Herxheim. Dort sprach sie mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Pflegestützpunkten und des Projekts Gemeindeschwesterplus aus dem Kreis Südliche Weinstraße.

Auch hier betonte sie alternative Wohnformen als wichtigen Bestandteil für ein würdiges Leben im Alter. „Es ist für die ältere Generation immer schwer, ihr Zuhause aufzugeben. Aber wenn man jemand kennt, der dort wohnt und es einmal gesehen hat, wird es klarer."

Zu viel Dokumentation, zu geringe Bezhalung

Pflegekräfte müssten besser bezahlt werden, forderte Dreyer. „Die Bezahlung ist einfach zu schlecht."Ein weiteres Dauerthema sei die Bürokratie. Das große Bedürfnis der in der Pflege Tätigen sei: mehr Zeit für die Betroffenen und weniger für Dokumentation. „Ich möchte daran arbeiten, dass das besser wird", kündigte Dreyer an.

Insgesamt sei ihr Gefühl, dass sich der Beratungsbedarf der Menschen im Bereich Pflege, Wohnen und Gesundheit eher verstärkt habe. „Als ich jung war und daheim ausgezogen bin, war immer mein Traum, in einer WG zu wohnen. Da haben unsere Eltern gedacht: Also diese neumodischen Sachen mit dieser WG und so. Und jetzt leben wir in einer Zeit, in der unsere Eltern in WGs wohnen. So ändern sich die Dinge", erzählte die Ministerpräsidentin. Zum Abschluss des ersten Tages besuchte sie die Integrierte Leitstelle in Ludwigshafen, © dpa/aerzteblatt.de

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H.-D. Falkenberg
am Mittwoch, 7. August 2019, 10:42

Dreyer für alternative Wohnformen

Schön, dass sich die Politik endlich positiv zu diesen Wohn- und Betreuungsformen bekennt. Noch vor wenigen Jahren wurden entsprechende Vorschläge boykottiert. Die etablierten Anbieter fürchteten um ihre "vollstationäre" Existenz. Selbst auf internationalen Messen und Veranstaltungen (z.B. RehaCare) wurden Vorträge, auch meine, mit großer Skepsis (nur) zur Kenntnis genommen.
LNS

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