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Medizinische Fachkräfte arbeiten zunehmend digital

Montag, 5. August 2019

/leowolfert, stockadobecom

Hamburg – International stellt sich die große Mehrheit der medizinischen Fachkräfte im Augenblick auf neue, digitale Arbeitsweisen ein. Das geht aus dem sogenannten Future Health Index für 15 Länder hervor, den das Unternehmen Philips zum vierten Mal in Auftrag gegeben hat. 

Danach geben länderübergreifend 76 Prozent der in Krankenhäusern und Arztpraxen Tätigen an, mit einer digitalen Patientenakte zu arbeiten und Patienteninformationen zu 80 Prozent innerhalb ihrer Einrichtung elektronisch auszutauschen. Besonders digital sind laut der Befragung die Niederländer: 98 Prozent der medizinischen Fachkräfte nutzen eine digitale Patientenakte und 93 Prozent teilen Patienteninformationen mit Kollegen innerhalb der jeweiligen Einrichtung elektronisch.

Kaum Zugriff auf gesundheitsbezogene Daten von Patienten

Ausbaufähig ist und bleibt laut der Umfrage der Austausch gesundheitsbezogener Informationen, die von Bürgern selbst mittels digitaler Technologien oder Gesundheits-Apps erhoben werden. Hierauf hat der Untersuchende kaum Zugriff. Nur neun Prozent der medizinischen Fachkräfte geben länderübergreifend an, dass die meisten oder alle Patienten gesundheitsbezogene Informationen mit ihnen kontinuierlich teilen. In Deutschland liegt die Zahl bei rund vier Prozent.

Dies liegt aber nicht daran, dass die Bürger diese Daten bei sich nicht messen: Im Gegenteil, der Anteil derjenigen, die mit Hilfe digitaler Gesundheitstechnologien oder Gesundheits-Apps mindestens einen Gesundheitsparameter wie die Herzfrequenz messen, beträgt in Saudi-Arabien 93 Prozent, in China 90 Prozent und in Singapur 83 Prozent. In Deutschland liegt der Anteil bei 57 Prozent. 

Wird die medizinische Fachwelt befragt, ob sie digitale Gesundheitstechnologien oder medizinische Apps beispielsweise für die Diagnostik, den Informationsaustausch oder die Effizienzsteigerung nutzt, ergibt sich ein etwas anderes Bild: China (94 Prozent) und Indien (88 Prozent) liegen hier vorn. In Europa führen Italien (88 Prozent) und die Niederlande (86 Prozent) das Feld an. In Deutschland arbeiten die Fachkräfte laut dieser Befragung zu 64 Prozent mit digitalen Gesundheitstechnologien oder Apps. 

Der Future Health Index wird in 15 Ländern in der jeweiligen Landessprache erhoben, nämlich in Australien, Brasilien, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Niederlande, Russland, Saudi-Arabien, Singapur, Südafrika, Polen, Großbritannien und Nordirland sowie den USA. Die Stichprobengröße liegt bei etwa 1.000 Einzelpersonen in der allgemeinen Bevölkerung und etwa 200 medizinischen Fachkräften pro Land. © hil/aerzteblatt.de

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