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Medizin

Wohnungsumzug während der frühen Schwangerschaft erhöht das Frühgeburtsrisiko

Mittwoch, 7. August 2019

Junges Paar, schwangere Frau, sitzt zwischen Umzugskartons. /auremar, AdobeStock.com
/auremar, AdobeStock.com

Washington – Der Umzug während der ersten 3 Monate der Schwangerschaft ist mit einem erhöhten Risiko für Frühgeburten, für ein niedriges Geburtsgewicht sowie einem etwas höheren Risiko für ein kleineres Baby als erwartet verbunden. Das  berichten Wissenschaftler um Julia Bond vom Department of Epidemiology der University of Washington im Journal of Epidemiology and Community Health (2019; doi: 10.1136/jech-2018-211937).

Die Forscher analysierten die Geburtsunterlagen von Babys, die zwischen 2007 und 2014 im US-Bundesstaat Washington geboren wurden und deren Mütter mindestens 18 Jahre alt waren. Sie wählten nach dem Zufallsprinzip 28.011 Frauen aus, die in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft umgezogen waren und verglichen sie mit 112.451 zufällig ausge­wählten Frauen desselben Geburtsjahres, die aber während der frühen Schwangerschaft nicht umgezogen waren.

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Die Forscher untersuchten die Unterlagen dieser beiden Gruppen auf Einflussfaktoren für Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht. Sie fanden unter anderem heraus: Frauen, die zu Beginn der Schwangerschaft umzogen, waren durchschnittlich jünger, weniger gut ausgebildet und lebten in Gebieten mit einem niedrigeren durchschnittlichen Haushaltseinkommen.

Sie waren auch eher unverheiratet und hatten während ihrer Schwangerschaft mit höherer Wahrscheinlichkeit geraucht. Dies sind bekanntlich potenzielle Risikofaktoren für die Ergebnisse, die die Forscher betrachteten: geringes Geburtsgewicht, Frühgeburt und kleinere Babys als erwartet. 

Risiko für Frühgeburten steigt unabhängig vom Rauchen

„Aber unter Berücksichtigung dieser potenziellen Einflussfaktoren war ein Umzug in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft mit einem um 37 % erhöhten Risiko eines niedrigen Geburtsgewichts (6,4% versus 4,5%) und einem um 42 % erhöhten Risiko einer Frühgeburt (9,1 % versus 6,4 %) verbunden, verglichen mit denen, die in diesem Zeitraum nicht umgezogen waren“, berichten die Forscher.

Ein Umzug im ersten Quartal war auch mit einem erhöhten Risiko verbunden, ein kleineres Baby als erwartet zur Welt zu bringen (9,8 % versus 8,7 %).

Diese Unterschiede stellten die Forscher bei Frauen aus allen sozialen und wirtschaftlichen Schichten fest.

Die Forscher konnten die möglichen Gründe für ihre Ergebnisse nicht aufdecken – zumal es sich um eine Beobachtungsstudie handelt – aber sie schlagen vor, dass Unterbrechungen der Gesundheitsversorgung, die körperliche Belastung durch den Umzug, Störungen der sozialen Unterstützung und eine Stressreaktion mögliche Auslöser sein könnten. © hil/aerzteblatt.de

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